Simbabwe

Länderinfos über Simbabwe

Das ehemalige Rhodesien galt als Perle des britischen Kolonialreiches. Das heutige Simbabwe trug damals den Spitznamen „Kornkammer Afrikas“. Von dieser blühenden Vergangenheit ist allerdings seit der Wirtschaftskrise im Jahr 2000 nicht mehr viel übrig. Heute gilt das Land als eines der ärmsten Afrikas und ist regelmäßig auf internationale Nothilfe angewiesen.

Abgesehen davon hat Simbabwe eine atemberaubende Natur und eine vielfältige Tierwelt zu bieten. Hier kannst du Safaris erleben ohne dabei auf andere Touristen zu treffen. Für Abenteurer und Naturliebhaber ist Simbabwe daher trotz der vielen Schwierigkeiten des Landes ein Traumziel. Auch die berühmten Victoria-Wasserfälle, die zum UNESCO Weltnaturerbe zählen, kannst du hier bestaunen!

  1. Allgemeines
  2. Klima in Simbabwe
  3. Bevölkerung in Simbabwe
  4. Sprache in Simbabwe
  5. Religion in Simbabwe
  6. Wirtschaft in Simbabwe
  7. Zur Geschichte Simbabwes
  8. Für wen ist Simbabwe geeignet?
  9. Travel Tipps Simbabwe

Zum Weiterlesen: Freiwilligenarbeit in Simbabwe 

Allgemeines

Allgemeines zu Simbabwe

Simbabwe ist ein Staat im südlichen Afrika. Im Norden grenzt das Land an Sambia, im Westen an Botswana, im Süden an Südafrika und im Osten an Mosambik. Die Fläche des Landes entspricht ungefähr der Größe von Deutschland und Belgien zusammen. Die Hauptstadt ist Harare, die gleichzeitig mit knapp 1,5 Millionen Einwohnern/innen auch die größte Stadt des Landes ist.

Simbabwe ist zum Großteil ein Hochland und hat keinen direkten Zugang zum Meer. Der höchste Berg des Landes mit 2.592 Metern Höhe ist der Mount Inyangani, der im Osten im Nyanga Nationalpark liegt. Das bekannteste Naturwunder in Simbabwe sind die Viktoria-Wasserfälle, die zum UNESCO-Weltnaturerbe zählen.

Klima in Simbabwe

Das Klima in Simbabwe ist im Hochland, das den größten Teil des Landes einnimmt, subtropisch. Das heißt, das Klima ist gemäßigt mit durchschnittlich maximal 30 Grad im Sommer und kalten Wintern mit Frost und Temperaturen von bis zu -5 Grad. Im Tiefland sind die Sommer heiß und schwül mit Temperaturen von bis zu 35 Grad, die Winter sind angenehm warm mit um die 25 Grad. In der Hauptstadt Harare liegt die durchschnittliche Temperatur das ganze Jahr über bei etwa 20 Grad.

Die Regenzeit ist zwischen Ende Oktober und März. In dieser Zeit fallen fast 90% der jährlichen Niederschläge. Seit einigen Jahren ist das Land von wiederkehrenden Dürren, aber auch Überflutungen geplagt, verursacht durch den Klimawandel – was vor allem für die Landwirtschaft fatal ist.

Bevölkerung in Simbabwe

Bevölkerung Simbabwe

In Simbabwe leben ca. 16,11 Millionen Menschen. Davon wohnen etwa 1,5 Millionen in der Hauptstadt Harare und 2,2 Millionen in deren Umland. Insgesamt leben über 70% der Simbabwer/innen in ländlichen Gegenden. Die Bevölkerung des Landes setzt sich aus verschiedenen sozialen und ethnischen Gruppen zusammen. Entstanden sind diese Gruppen aus verschiedenen Einwanderungswellen und der Kolonialisierung. Der Großteil der Bevölkerung Simbabwes gehört den Shona an – mit ca. 82%. Die zweitgrößte Gruppe sind mit etwa 14% die Ndebele. Der Rest setzt sich aus kleineren ethnischen Minderheiten aus Afrika sowie Nachfahren der Einwanderer aus Europa, Indien und China zusammen.

Sprache in Simbabwe

Die Sprache der größten Bevölkerungsgruppe, der Shona, nennt sich CiShona und die zweitmeist verbreite Sprache, die der Ndebele, ist SiNdebele. Die Sprachen in Simbabwe wurden ebenfalls durch die Kolonialisierung stark beeinflusst. So wurden mehrere Shona-Dialekte zu einer neuen Schriftsprache zusammengefasst. Die Amtssprache der Republik Simbabwe ist bis heute Englisch.

Religion in Simbabwe

Auch die Religion des Landes wurde durch die Briten und Missionare aus Europa geprägt. So sind heute etwa 84% der Einwohner/innen Simbabwes Christen und nur noch rund 16% praktizieren traditionelle Religionen. Unter den christlichen Religionen finden sich Katholiken/innen, Methodisten/innen, Anglikaner/innen und Presbyterianern/innen sowie evangelische und unabhängige afrikanische Pfingstkirchen. Bei den traditionellen Religionen ist vor allem der Ahnenkult ein wichtiger Bestandteil des Glaubens. Religiöse Minderheiten mit insgesamt etwa 1% sind Muslime, Hindus, Juden und Buddhisten.

Wirtschaft in Simbabwe

Wirtschaft Simbabwe

Die Wirtschaft von Simbabwe ist zwischen 2000 und 2008 extrem eingebrochen. Im Jahr 1997 war es noch eines der wirtschaftlich stärksten Länder Afrikas, doch die autokratische Regierung Mugabes stürzte das Land in eine schwere Krise. Ausschlaggebend für diese Entwicklung war vorrangig die Enteignung von über 4.000 landwirtschaftlichen Betrieben von Weißen. Dazu kamen staatliches Versagen und Korruption, was schließlich zu einer Hyperinflation und hohen Staatsschulden führte. Der Zimbabwe-Dollar verlor in folge dessen an Bedeutung und stattdessen wurde ein Multiwährungssystem eingeführt, mit US-Dollar, Euro und Rand als akzeptierte Zahlungsmittel. Die Arbeitslosigkeit belief sich in den schwersten Zeiten der Wirtschaftskrise zwischen 2005 und 2009 Schätzungen zufolge auf mindestens 80%, manche Experten sprechen sogar von 95%. Die einstige Kornkammer Afrikas ist heute stark verschuldet und auf Hilfsgelder und Unterstützung angewiesen.

Zur Geschichte Simbabwes

Auf ihre vorkoloniale Geschichte sind die Simbabwer sehr stolz. Das Land ist von einer langen Tradition geprägt. Die Besiedlung des Gebietes des heutigen Simbabwe kann bis 50.000 v.Chr. zurückverfolgt werden. Ausgrabungen und Felsbildern zufolge lebten hier Jäger- und Sammlergruppen. In der Eisenzeit wurde das Gebiet von Bantu-Stämmen, den Vorfahren der Shona, besiedelt. Sie bauten eine Zivilisation auf, deren größte Errungenschaft die heutigen Ruinen von Great Zimbabwe sind.

Bereits ab ca. 1.200 n.Chr. bildeten sich erste Handelsposten an der ostafrikanischen Küste. Der Fernhandel mit Gold und Elfenbein florierte schon damals und brachte auch viel Reichtum nach Simbabwe. 1837 wurden die Shona von den Ndebele unterworfen, die aus dem heutigen Südafrika abgewandert waren. Der Brite Cecil Rhodes kaufte 1893 das Land der Ndebele, um dort Minen zu errichten. So kam das Land auch zu dem Namen Rhodesien. 1923 wurde Rhodesien eine britische Kolonie mit voller Selbstverwaltung. Allerdings waren die Verwalter ausschließlich Weiße und die schwarze Bevölkerung war unter der Besatzung extrem benachteiligt.

Nach jahrelangen Auseinandersetzungen und Kämpfen wurde Simbabwe am 18.04.1980 offiziell unabhängig.

Aktuelle Politische Lage und Sicherheit

Geschichte Simbabwe

Robert Mugabe war ab 1980 Regierungschef und der Präsident des Landes von 1987 bis 2017. Ihm wurde vorgeworfen das Land zunehmend autokratisch zu regieren. Massive Korruption, eine extreme Kluft zwischen Arm und Reich sowie ernste Versorgungsprobleme zeichneten seine Amtszeit.

Ein schockierendes Beispiel für seinen Machtmissbrauch waren die Geburtstagsfeiern des Präsidenten, die bis zu 700.000 Euro kosten konnten. Im gleichen Atemzug beantragte das Land Hilfsgelder im Wert von 1,4 Millionen Euro.

Am 21. November 2017 trat Mugabe als Präsident zurück. Seitdem hat Emmerson Mnangagwa seine Nachfolge als Präsident angetreten – es bleibt abzuwarten, was die Zukunft unter der neuen Regierung bringt. Die Tendenzen zeigen aber bereits eine durchaus positive Entwicklung zu einer demokratischeren Gesellschaft und einem möglichen Wiedereintritt in das Commonwealth.

Die politische Lage des Landes ist aktuell stabil. Der Tourismus erholt sich langsam aber stetig. Noch werden Besucher dazu angehalten sich vor allem von Demonstrationen fern zu halten. Die Nationalparks und die Hauptattraktion, die Victoria-Wasserfälle, können sicher besucht werden - wenn auch auf Grund der fehlenden Infrastruktur nicht ganz einfach.

In der Dunkelheit solltest du nicht alleine zu Fuß unterwegs sein. Teurer Schmuck, Armbanduhren und Kameras solltest du grundsätzlich nicht mit auf die Straße nehmen. Vor allem in den Großstädten wie Harare kommt es immer wieder zu Taschendiebstählen.

Für wen ist Simbabwe geeignet?

Auf Grund der bewegten Vergangenheit ist die Infrastruktur in Simbabwe noch schlecht ausgebaut. Das Land ist also für alle diejenigen geeignet, die bereit sind für eine Prise Abenteuer. Landschaftlich hat das Land extrem viel zu bieten mit zahlreichen Nationalparks, den Victoria-Falls und den Bergen. In Simbabwe bewegst du dich abseits der Touristenpfade – es gibt aber genau so viel zu entdecken wie in den Nachbarländern. In Simbabwe kannst du eine authentischere, individuellere Safari als irgendwo sonst in Afrika erleben!

Travel Tipps Simbabwe

Reisetipps Simbabwe
  • Die Victoria-Wasserfälle
    Das beeindruckendste Naturwunder in Simbabwe sind zweifelslos die Victoria-Wasserfälle an der Grenze zu Sambia. Der Fluss Sambesi verwandelt sich hier in den bereitesten durchgehenden Wasserfall der Erde. Benannt sind die Wasserfälle nach Queen Victoria. Der Schotte David Livingston war der erste Europäer, der sie erblickte und er benannte sie zu Ehren seiner Königin. Die Einheimischen nennen die Wasserfälle Mosi-oa-Tunya, auf Deutsch: donnernder Rauch.

  • Mana-Pools-Nationalpark
    Der Mana-Pools Nationalpark liegt im Westen von Simbabwe. Der Nationalpark ist 2.500 km2 groß und gehört seit 1984 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Die ganzjährig gefüllten Wasserstellen locken eine Vielzahl an Tieren an, was den Nationalpark ideal für Safaris und Wildtierbeobachtungen macht. Löwen, Büffel, Leoparden, Geparden und Nilpferde kannst du hier in ihrem natürlichen Umfeld bestaunen!

  • Hwange Nationalpark
    Der Hwange Nationalpark ist der größte in Simbabwe. An der Grenze zu Botswana in den Ausläufen der Kalahari Wüste bietet er einen idealen Lebensraum für viele Tierarten – darunter auch die Big 5. Schon im Jahr 1928 wurde auf dem Gebiet von den Briten ein Wildtierreservat errichtet. (und in) 1930 erhielt das Reservat den Status eines Nationalparks.

  • Matobo-Nationalpark
    Der Matobo Nationalpark ist der älteste des Landes und befindet sich in den Matobo-Bergen. Im Jahr 1926 wurde der Park gegründet. Die Felsmalereien, die dort besichtigt werden können, zählen zum UNESCO Weltkulturerbe. In den Bergen des Nationalparks kann außerdem das Grab von Cecil Rhodes besucht werden. Eine große Vielfalt an Tierarten lebt in dem Nationalpark, darunter das schwarze Spitzmaulnashorn, Giraffen und Zebras. Auch sechs Arten von Adlern kannst du hier entdecken!

  • Groß-Simbabwe
    Begebe dich auf die Spuren der uralten Geschichte Simbabwes mit einem Besuch der Ruinenstadt von Groß-Simbabwe. Die ehemalige Hauptstadt des Munhumutapa-Reiches beheimatete zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert bis zu 18.000 Einwohner/innen. Auch der königliche Palast befand sich in der Stadt. Der große Reichtum der Stadt ist auf die Rinderzucht, den Handel mit Gold sowie den Fernhandel zurückzuführen. Die beeindruckende Anlage ist die größte und eine der ältesten Steinbauten in Sub-Sahara-Afrika, vor der Kolonialzeit. 

  • Harare
    Die Hauptstadt Simbabwes, Harare, ist mehr als nur einen kurzen Zwischenstopp wert. Hier kannst du in der Nationalgalerie mehr über die Kultur des Landes erfahren, durch den bunten Botanischen Garten schlendern und die Überbleibsel der britischen Kolonialzeit besichtigen. Auch der Avondale Flohmarkt ist ein Erlebnis, hier findest du die besten Souvenirs!

  • Chinhoyi Höhlen
    Im Norden Simbabwes kannst du die Tropfsteinhöhlen in Chinhoyi besuchen. In den Höhlen befindet sich ein See. Archäologen fanden in den Höhlen Gefäße, die ca. aus 650 n.Chr. stammen. Das beweist, dass in den Höhlen früher Stämme gelebt haben. Seit 1957 sind die Höhlen ein Nationaldenkmal und für Besucher zugänglich.