Freiwilligenarbeit in Namibia - Elefanten Projekt

Engagiere dich für Wüstenelefanten in Namibia

Die einzigartigen Wüstenelefanten stehen unmittelbar vor der Ausrottung. Deshalb setzt du dich mit verschiedenen Maßnahmen für den Artenerhalt ein. Du erkundest beispielsweise alternative Wasserstellen für die Elefanten, beobachtest sie und dokumentierst das Verhalten und die Bewegung der Herden.

Programm Information

Übersicht zur Freiwilligenarbeit mit Elefanten in Namibia

Alter: Ab 17 Jahren (mit Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten)
Anforderungen: Gute körperliche Fitness und medizinisches Attest
Sprache: Englisch / Voraussetzung: gute Englischkenntnisse
Standort: Region Damaraland
Einsatzdauer: Ab 2 Wochen bis zu 12 Wochen (im 2-Wochenrhythmus)
Unterkunft: Basis-Camp und mobiles Camp
Verpflegung:  Frühstück, Mittag- und Abendessen
Transferleistungen: Flughafentransfer zur Unterkunft der 1. Nacht
Arbeitskleidung: Outdoor Kleidung
Sonstiges: Outdoor Schlafsack und Kissen mitbringen; Projekt findet zwischen Mitte Dezember und Anfang Januar für 4 Wochen nicht statt

Einzigartige Wüstenelefanten - vom Aussterben bedroht

Freiwilligenarbeit in Namibia - Elefanten Projekt

Namibia ist das Zuhause der weltweit einzigartigen Wüstenelefanten! Über Tage hinweg können diese Dickhäuter ohne Wasser überleben und stillen ihren Durst durch die Feuchtigkeit der Pflanzen die sie fressen. Wilderer sorgten in den 80er Jahren jedoch beinahe für die Ausrottung der namibischen Wüstenelefanten. Aktuell leben wieder insgesamt sieben Elefantenherden in der Wüste in der Nähe der Flüsse Ugab und Huab.

Die strengen Schutzmaßnahmen für die Dickhäuter kommen jedoch nicht überall gut an. Immer wieder kommt es zu Spannungen zwischen den Bedürfnissen der umliegenden Farmfamilien und derer der Elefanten. Problematisch ist, dass die Tiere auf der Suche nach Wasser Windmühlen, Dämme, Pumpanlagen oder Brunnen zerstören. Doch ohne ausreichend Wasser kann weder Mensch noch Tier überleben.

Als Volunteer hilfst du bei der Umsetzung verschiedener Maßnahmen zum Arterhalt der Wüstenelefanten.

Wissenswertes über Wüstenelefanten

Wüstenelefanten sich durch ihren Körperbau an das Leben in der Wüste angepasst. Im Vergleich zu anderen Elefantenarten, haben sie proportional längere Beine und größere Füße. Dadurch können sie kilometerweit durch die Wüste laufen, um Wasserstellen zu suchen. Außerdem können sie mehrere Tage ohne Wasser überleben. Wüstenelefanten gibt es nur in Namibia und in Mali. Auf Grund ihrer Seltenheit gilt ihr Schutz als oberste Priorität der IUCN (International Union for the Conservation of Nature).

Dein Projekt: Elefantenschutz in Namibia

Das Elefanten-Schutzprogramm in der namibischen Wüste und Ziele der Projektarbeit

Deine Einsatzstelle ist eine gemeinnützige Organisation, die sich für den Schutz der Wüstenelefanten in Namibia einsetzt. Neben der Sicherstellung eines nachhaltigen Zugangs zum für alle Beteiligten lebensnotwendigen Trinkwasser, engagiert sich das Team der Organisation durch Aufklärungsarbeit. Auf diese Weise wird für ein friedliches Zusammenleben von Mensch und Tier in der Region gesorgt. Außerdem ist dies die einzige Organisation, die für die namibische Regierung Daten über die Tiere sammelt und z.B. Bewegungsmuster anlegt. Mit deiner Unterstützung kann die angespannte Situation zwischen der Bevölkerung und den Elefanten gelöst werden.

Ziel des Projektes ist es, die Population der Elefanten zu sichern, die Zerstörung von Wasserquellen zu verhindern und die Bevölkerung über den Schutz der Tiere aufzuklären.

Deine Aufgaben im Projekt mit Wüstenelefanten

In deiner Freiwilligenarbeit im Elefanten Projekt in Namibia arbeitest du in unterschiedlichen Bereichen.

Vor allem die Sicherung von Wasserlöchern für die Elefanten, sowie der Schutz der Wasserversorgungssysteme von Farmen ist eine deiner zentralen Aufgaben in diesem Projekt. Du baust z.B. Schutzmauern um die örtlichen Windmühlen. Denn auf der Suche nach Wasser zerstören die Elefanten immer wieder Wasserspeicher oder Pumpen von Farmen. Außerdem schaffst du alternative Wasserstellen für die Dickhäuter. Dein Einsatzort richtet sich danach, wo Hilfe gebraucht wird. So kann es auch sein, dass du im Basis-Camp bleibst und dort tätig bist.

Bei regelmäßigen Erkundungstouren durch die Region von Damaraland hilfst du bei der Überwachung der Population der Tiere. Direkt vor Ort, in der namibischen Wüste, sammelst du die GPS Daten der Elefanten. Du wertest diese gemeinsam mit dem Wildlife-Team aus und erfasst sie in einer Datenbank. Dabei identifizierst du die verschiedenen Elefantenherden und analysierst ihre Suche nach Wasser. Somit siehst du, wo ein Wasserstellenschutzprogramm benötigt wird.

Ein weiterer Tätigkeitsbereich ist die Aufklärungsarbeit und die Unterstützung von Partnerprogrammen. Du unterstützt dabei in der Bevölkerung Bewusstsein zum Thema Tierschutz zu schaffen. Die Elefanten sollen nicht als Gefahr angesehen werden. Außerdem kannst du beispielsweise an Projektarbeiten in den umliegenden Schulen teilnehmen. Beispielsweise engagierst du dich dafür, dass dort eine Bibliothek oder ein Computerraum eingerichtet wird.

Ablauf und dein Arbeitsalltag im Freiwilligenprojekt

Das Elefanten Projekt findet im 2-Wochen Rhythmus statt. Zunächst reist du am Sonntag in die Küstenstadt Swakopmund an. Dort erhältst du eine erste kleine Projekteinführung. Außerdem lernst du deine Ansprechpartner und die anderen Volunteers kennen. Am Montag fahrt ihr dann gemeinsam zum Basis-Camp.

Die 1. Woche ist die sogenannte Bau-Woche. Hier heißt es anpacken. Dein Einsatzort variiert hier immer – je nachdem wo deine Unterstützung gefragt ist. Beispielsweise kümmerst du dich auch um die Instandhaltung des Basis-Camps. Am Wochenende geht es auf jeden Fall wieder zurück ins Basis-Camp. Dort kannst du Entspannen und die namibische Wildnis genießen.

Die 2. Woche startet am Sonntag mit einer weiteren Einführung. Anschließend begibst du dich auf Beobachtungs-Tour in die Wüste. Du bist dabei hauptsächlich zu Fuß unterwegs und schlägst ein mobiles Camp jeden Tag an einem anderen Ort auf. Gekocht wird über offenem Feuer. Die Abende lasst ihr dann gemeinsam am Lagerfeuer mitten in der Wildnis ausklingen. Donnerstag geht es dann zurück ins Basis-Lager und Freitag (alle 2 Wochen) ist Abreisetag.

Während dir in der Bau-Woche ein Plumpsklo und eine Kübeldusche zur Verfügung stehen, musst du in der namibischen Wüste auf diese Annehmlichkeiten verzichten. Im Basis-Camp kannst du am Wochenende deine wohlverdiente Dusche genießen. In den Programmkosten ist deine gesamte Verpflegung enthalten.

Der Ablauf deines Aufenthaltes im Elefantenprojekt in Namibia

Deine Ankunft in Namibia

Für deine Anreise in das Elefanten-Projekt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder du fliegst direkt nach Walvis Bay, welches nur 20 Autominuten vom gemeinsamen Treffpunkt, der Küstenstadt Swakopmund, entfernt liegt. Oder du fliegst zunächst direkt in die Hauptstadt Namibias, nach Windhoek. Unser Elefanten-Projekt findet im Zweiwochenrhythmus statt, startet immer am Montag und endet immer am Freitag. Es ist deshalb wichtig, dass du bereits am Sonntag in die Küstenstadt Swakopmund anreist.

Von Windhoek aus sind es ca. vier Minibusstunden nach Swakopmund. Wir organisieren dir sowohl deinen Pick-Up am Flughafen in Walvis Bay als auch dein Minibus-Ticket von Windhoek nach Swakopmund. 

Im Schutzprojekt für Wüstenelefanten

In Swakopmund angekommen, lernst du die weiteren Volunteers und dein Projekt-Team kennen. Nach einer kurzen Einführung und dem ersten Kennenlernen geht es am nächsten Tag schon los zum Basis-Camp. Hier erklären dir deine Ansprechpartner alles Weitere zu deinem Projektablauf.

Unser Projektstandort in Namibia Nord-West

Dein Projektstandort, das Damaraland, liegt im südwestlichen Afrika in Namibia und grenzt an den Atlantischen Ozean. Hier an der Westküste befindet sich auch die Wüste Namib, von der Namibia seinen Namen erhalten hat. Das Damaraland ist das Hauptsiedlungsgebiet des Volksstammes Damara und erstreckt sich im Nordwesten von Namibia über mehrere hundert Kilometer.

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Zuhause bei den Wüstenelefanten

Wüstenelefanten

Hier leben die Wüstenelefanten, genannt Loxodonta africana, mit welchen du dich bei deiner Projektarbeit beschäftigst. Die majestätischen Dickhäuter stampfen über 115 Quadratkilometer weites Land auf ihren langen Beinen und großen Füßen. Zunehmend bewegen sich die riesigen Tiere in die Lebensräume zurück, in denen sie über hundert Jahre nicht mehr gewohnt haben.

Augen auf – denn hier kannst du so Einiges entdecken!

Zwischen der staubigen Savanne und vertrockneten Zweigen siehst du immer wieder steinige Berge emporragen. Besonders der Brandberg wird dich ins Staunen versetzen. Wenn die Sonne auf den höchsten Berg Namibias (2.500 m), scheint, leuchtet dieser brennend auf. Auch die 2.000 bis 4.000 Jahre alten Felszeichnungen auf dessen Felswand werden dich in die Vergangenheit zurückversetzen.

Im denkmalgeschützten versteinerten Wald wirst du dich nicht, wie der Name verspricht, im Schatten der Bäume verbergen können. Dieser „Wald“ ist eine Ansammlung versteinerter Stämme. Sie sind circa 280 Millionen Jahre alt und befinden sich in der Nähe von Khorixas.

Wasserquellen im Damaraland

Im namibischen Sommer (Dezember bis April) füllen sich die ausgetrockneten Flüsse der unfruchtbaren und kiesigen Ebenen mit Wasser. Sie bilden einen zentralen Teil des Ökosystems im Wüstenland von Namibia. Dies verspricht Überleben für viele wilde und außergewöhnliche Tiere. Wasserstellen sind jedoch nicht selbstverständlich: Um vom Aussterben bedrohten Tieren Lebenssicherheit zu schenken wirst du zum Wasserhaushalt beitragen. Wasserversorgungssysteme müssen gebaut und alternative Wasserstellen geboten werden.

Flora als Nahrungsquelle für die Tiere

Der Naras-Strauch ist nur eine Pflanze der namibischen Wüste, von dessen Früchten sich die Elefanten ernähren. Sie teilen diese Ressource gerne mit anderen Wüstenbewohnern, wie der Rennmaus und dem Stachelschwein.

Deine Unterkunft bei den Wüstenelefanten

In diesem Projekt wechselst du zwischen einem Basis Camp und einem Mobilen Camp. Im Basis Camp findest du Baumhäuser vor sowie eine Dusche. Im Mobilen Camp wirst du auf die Annehmlichkeit einer Dusche verzichten müssen. Dort packst du mit den anderen Volunteers jeden Tag neu dein Zelt zusammen und baust es am Abend an einer anderen Stelle wieder auf. Du wirst es jedoch nicht wieder aufgeben wollen unter dem wunderschönen Sternenhimmel zu schlafen und über dem Feuer zu kochen. Auf deinen Kaffe für einen guten Start in den Tag musst du nicht verzichten.

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Deine Ansprechpartner im Elefantenprojekt

Small deine ansprechpartner im elefantenschutzprojekt

Johannes hat bereits in verschiedenen Naturschutzprojekten in Südafrika und Namibia gearbeitet. Dort bemerkte er, dass die Wüstenelefanten immer weiter in für sie fremde Gebiete wandern und dort Probleme verursachen. Er gründete daraufhin das Elefantenprojekt zum Schutz dieser besonderen Tiere.
Mattias ist dein direkter Ansprechpartner vor Ort. Seit über 30 Jahren ist er als sogenannter „Tracker“ im Damaraland unterwegs und somit ein Spezialist im Fährtenlesen. Auf euren Patrouillen zu den Elefanten werdet ihr außerdem von Field Guide Chris begleitet, der für die Sicherheit des gesamten Teams verantwortlich ist.
Das Team im Elefantenprojekt freut sich über deine Unterstützung!

Preise & Leistungen

Gebühren

Das Basispaket kann wochenweise bis zu einem Jahr verlängert werden.

Basisgebühr
€ 1.980,-
2 Wochen Teilnahme und Kosten für Hin- und Rückflug (siehe Leistungen)
Verlängerungswochen
jede weitere Woche
€ 420,- / Woche

Preis individuell berechnen Preis individuell berechnen
Wie lange möchtest Du bleiben?

Endpreis
€ 1.980,-

Enthaltene Leistungen

  • Buchung von Hin- und Rückflug, Kosten der Flüge bis maximal 700,- Euro in den angegebenen Gebühren eingeschlossen

  • Organisation des gesamten Aufenthalts inkl. Platzierung im Projekt

  • 2 Wochen Freiwilligenarbeit

  • Einführung durch das Projekt-Team vor Ort

  • RGV Ansprechpartner in deinem Projekt

  • Unterbringung im Zelt-Camp

  • Verpflegung: Frühstück, Mittag- und Abendessen

  • 24/h Notfallnummer

  • Individuelle Beratung durch das ortskundige RGV Team in München

  • Unterstützung bei der Reisevorbereitung (Impfschutz, Versicherung, Sicherheit)

  • Umfangreiches RGV Reise ABC für deine Reisevorbereitung

  • Rainbow Family T-Shirt

  • Teilnahme-/Praktikumsbescheinigung

Nicht enthaltene Leistungen

  • Visum und Impfungen (Bitte Reisehinweise beachten)

  • Reise- und Reiserücktrittsversicherung

  • Transferkosten zum Projektstandort 

  • Getränke

  • Private Ausgaben vor Ort

  • Öffentliche Verkehrsmittel und extra Transfers

  • Alle Übernachtungen außerhalb deiner vereinbarten Unterkunft

Länderinfos & Magazin

Stöbere in unserem Magazin

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In unserem Magazin findest du Erfahrungsberichte von der Freiwilligenarbeit in Afrika und Asien, Reisetipps, Interviews, Bildergalerien, Videos und vieles mehr. Außerdem: Alles zum Thema Reisevorbereitung.

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Länderinfos über Namibia

Mit der Projektarbeit in Namibia ermöglichen wir die Teilnahme an sozialen Projekten oder auch die Arbeit im Bereich Wildlife! Neben deiner Projektarbeit hast du in Namibia die Chance abenteuerliches Buschland zu entdecken, einsame Dünenlandschaften und bizarr-zerklüftete Felsformationen zu erkunden. Als artenreichstes Land der Erde hast du hier die Chance Löwen, Leoparden, Elefanten, Büffel, Nashörner, Antilopen, Giraffen und viele weitere Tiere in freier Wildbahn zu bestaunen! Die Tierwelt Namibias ist so beeindruckend, dass hier Fotografen aus aller Welt zahllose Motive für die typisch kontrastreichen und markanten Wildlife Fotos finden.

Doch nicht nur Naturwunder und Artenreichtum faszinieren in Namibia. Du wirst das selbstbewusste und stolze Volk der Namibier/innen kennenlernen und in das bunte Treiben der Hauptstadt Windhoek eintauchen! In Namibia bekommst du einen Mix aus allem – Kunst, Musik, Sport, Kulinarik und Religionen der zahlreichen, hier friedlich vereint lebenden, Volksgruppen.

In Namibia wirst du lernen mit verschiedenen Kulturen zu interagieren, afrikanische Lebensfreude wirklich zu spüren und vor allem wirst du in der Lage sein, Verantwortung für dich und für andere Menschen oder Aufgaben zu übernehmen. Wenn du während deines Aufenthalts in einem sozialen Projekt mitarbeitest, wird dir bewusst werden, wie viel man bereits mit wenigen Mitteln erreichen kann. Namibia ist jedoch auch ein Land, in dem die Kontraste zwischen Arm und Reich allgegenwärtig sind. Unsere Teamleiterin Steffi geht diese Gegensätze an, indem sie innovative soziale Hilfsprojekte ins Leben ruft. Die Soup Kitchen, unser After School Club und die HIV/Aids Aufklärung in Schulen sind Ergebnisse ihres Engagements!

Deine Kreativität wird stark gefordert, dein logisches Denken angeregt und vor allem wird sich deine Weltansicht in vielerlei Hinsicht verändern. Wenn du nach deiner Zeit in Namibia wieder in deine Heimat zurückkehrst, wirst du viele Kleinigkeiten wertschätzen können, die du zuvor als selbstverständlich angesehen hast.

Zum Weiterlesen: Freiwilligenarbeit in Namibia

Zum Weiterlesen: Praktikum in Namibia

Auslandsaufenthalt in Namibia

Länderinfo Namibia

Allgemeines über Namibia

Namibia hat ca. 2,4 Millionen Einwohner und ist etwa doppelt so groß wie Deutschland. Es liegt im Südwesten Afrikas und ist umgeben von den Nachbarländern Angola, Botswana, Sambia und Südafrika. Nach Westen hin grenzt das Land an den Atlantischen Ozean. Namibia ist eine ehemalige deutsche Kolonie, deren Name von der Wüste Namib stammt. Die Namib erstreckt sich über den gesamten Küstenraum. Auch zum Osten hin geht das Land in eine Wüstenregion über: Die Kalahari. Am Rand dieser Halbwüste befindet sich auch unser Wildlife Projekt mit unserem Volunteer Dorf, sowie das Forschungs-Zeltcamp.

Das Binnenland ist landschaftlich sehr vielfältig: Von fruchtbaren Tälern und tropischem Regenwald im Norden über zerklüftete Bergketten in Zentralnamibia und flachem Land im Süden. Die Vielfalt in Landschaft und Klima findet sich auch in der Tierwelt wieder: Namibia gilt als das artenreichste Land der Erde! Die Hauptstadt Windhoek liegt im Mittelpunkt des Landes. Sie ist das wirtschaftlich-kulturelle Zentrum des Landes und stellt deshalb auch einen der Hauptstandorte für deinen Einsatz dar.

Klima in Namibia

In Namibia erwarten dich verschiedene Klimazonen. Die Regenmengen nehmen von Osten nach Westen und von Norden nach Süden hin ab und die Sonne scheint durchschnittlich an 300 Tagen im Jahr. Die heißesten Monate sind Dezember und Januar, am kältesten ist es im Juli und August – also genau umgekehrt wie in Deutschland. In den Wüstenregionen steigen die Temperaturen im Sommer auf über 30°C an, im Winter können sie nachts auf bis zu minus 18°C sinken. Temperaturunterschiede von über 20°C innerhalb eines Tages sind keine Seltenheit! Im Küstenbereich hingegen musst du dich das ganze Jahr über auf starke und kühle Winde einstellen. Da die Wassertemperatur des Meeres kaum über 15°C steigt, ist Namibia für Badeurlaub nicht gerade geeignet. Windig ist es, wie der Name schon sagt, aber auch in der Hauptstadt Windhoek das ganze Jahr über. Bei durchschnittlichen Sommertemperaturen von 30°C ist das sehr erfrischend. Eine Besonderheit stellt der Caprivi-Zipfel im Nord-Osten dar: In diesem flussreichen Gebiet fällt im Sommer viel Regen und es ist sehr schwül. Auch Überschwemmungen kommen hier vor. Informiere dich über die Wetterlage, bevor du einen Ausflug dorthin unternimmst!

Bevölkerung in Namibia

Nicht mehr als ca. 2,4 Millionen Menschen leben in dem flächenmäßig relativ großen Land. Die meisten Menschen wohnen in den Städten in Nord- und Zentralnamibia, allein Windhoek hat mehr als 350.000 Einwohner. Die Bevölkerung Namibias wächst dabei stetig: Bringt eine deutsche Frau im Durchschnitt 1,4 Kinder zur Welt, so liegt die Rate in Namibia bei 2,3. Das namibische Volk ist dabei sehr vielfältig: Etwa 12 Volksgruppen machen Namibia zu einem Vielvölkerstaat, wobei mehr als die Hälfte der Namibier den Ovambo angehören. Die Lebenserwartung in der ehemaligen deutschen Kolonie liegt dank Verbesserungen im Gesundheitssystem heute bei ca. 64 Jahren. Mit einem Durchschnittsalter von knapp 22 Jahren ist die namibische Bevölkerung also ein „sehr junges Volk“. Du siehst: Wenn du mit Kindern und Jugendlichen arbeiten möchtest, bist du in Namibia am richtigen Ort!

Volunteering in Namibia wird immer auch die Konfrontation mit Armut sein. Zwar gehört das Land zu den wohlhabenderen Ländern Afrikas, doch die schwarze Bevölkerungsmehrheit leidet an Mangel- und Unterversorgung. Ein noch immer schwach ausgeprägtes Bildungswesen zieht auch in Namibia hohe Arbeitslosigkeit nach sich. Einen Kontrast dazu bildet eine weiße Elite, sowie eine noch kleine schwarze Mittelschicht, deren Lebensstandard europäischen Verhältnissen gleicht. Ein großer Unterschied besteht auch zwischen Land und Stadt: Relativ wohlhabende Städte liegen ärmlichen Landregionen gegenüber und das Phänomen der Landflucht bereitet Namibia zunehmend Probleme. Nicht nur rund um Windhoek breiten sich deshalb Armenviertel aus.

Sprache in Namibia

Die alleinige Amtssprache in Namibia ist heute Englisch. Bis 1990 waren dies auch Afrikaans und Deutsch. Neben den Bantusprachen Otjeherero und Oshivambo haben sie heute den Status von „Nationalsprachen“. Eine „Nationalsprache“ darf als Unterrichtssprache genutzt und in Verwaltung und Rechtsprechung verwendet werden. Viele weitere Minderheitensprachen runden das Bild ab und spiegeln die ethnische und kulturelle Vielfalt Namibias wieder. Deutsch wird heute vor allem in Zentral- und Südnamibia gesprochen: Dort gibt es etwa 20.000 deutsche Muttersprachler. Aber sehr viele Namibier/innen sprechen Deutsch als Zweitsprache oder verfügen zumindest über Grundkenntnisse. Das Deutsche hat sich auch in zahlreichen Nischen erhalten: Orts- und Straßennamen werden dir oft auf Deutsch, oder auch einer Mischung aus Deutsch, Englisch und Afrikaans begegnen. Entdecke selbst, wo überall „deutsche Überreste“ zu finden sind!

Religion in Namibia

Die große Mehrheit der Namibier sind Christen: Ungefähr 87% der namibischen Bevölkerung sind Anhänger einer christlichen Kirche. Die übrigen 13% gehören einer der verschiedenen traditionellen afrikanischen Naturreligionen an. Muslime gibt es, anders als in Nordafrika, in Namibia kaum und religiöse Konflikte sind hier auch kein Thema. Das Christentum kam im Zuge der Missionierung im 19. Jahrhundert nach Namibia und hat durch Mischung mit traditionellen Glaubenselementen seine eigene Ausprägung entwickelt. Entdecke Kirche einmal ganz anders, als du sie von Europa kennst!

Zur Geschichte Namibias

Um Land und Leute zu verstehen und sich angemessen zu verhalten ist es wichtig, einige Züge der Geschichte Namibias zu kennen. Die Geschichte Namibias ist vor allem Kolonialgeschichte: Die ersten Europäer kamen zwar schon Ende des 15. Jahrhunderts ins Land, erst im 19. Jahrhundert jedoch nahm die Zuwanderung englischer, portugiesischer und deutscher Siedler Fahrt auf. Im Jahr 1884 wurde ein Teil Namibias zur deutschen Kolonie „Deutsch-Südwestafrika“ erklärt. Jahrelang eskalierten 1904 in einem Aufstand. Dieser mündete in einen Krieg, der bis 1907 dauerte und mindestens 70.000 Opfer auf Seiten der Herero nach sich zog.
Es ist nachvollziehbar, dass diese Erfahrung sich traumatisch ins Gedächtnis dieser Volksgruppe eingebrannt hat. Auch wenn dich niemand für die in der Vergangenheit begangenen Gräueltaten verantwortlich machen wird: Sei sensibel dafür im Umgang mit den Einheimischen!
Im ersten Weltkrieg ging Deutsch-Südwestafrika dann an Südafrika über. Eine Erleichterung brachte dieser Machtwechsel für das namibische Volk aber nicht, denn mit den Südafrikanern kam auch die Apartheid mit all ihren Instrumenten zur Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung ins Land.

Aktuelle Politische Lage und Sicherheit

Nach einem langen Befreiungskampf erlangte Namibia am 21.03.1990 endlich Unabhängigkeit von Südafrika und ist seither eine stabile Demokratie in der Frieden herrscht. Alle fünf Jahre finden freie Wahlen statt. Es gibt mehrere Parteien und Menschenrechte sowie Pressefreiheit sind verfassungsrechtlich geschützt – keine Selbstverständlichkeit für afrikanische Länder. Im Hinblick auf Kriminalität ist Namibia eines der sichersten Länder Afrikas. Es gibt seit längerem keine Reisewarnung vom auswärtigen Amt. Gerade in größeren Städten wie Windhoek aber sind Diebstahl und Trickbetrügereien keine Seltenheit. Insbesondere nach Anbruch der Dunkelheit solltest du dich nicht alleine auf Windhoeks Straßen bewegen. Verängstigt brauchst du dennoch nicht sein: Unser Team vor Ort wird dir sagen, welche Vorsichtsmaßnahmen du treffen kannst, damit dein Aufenthalt sicher und entspannt verläuft.
Als Volunteer konsumierst du keine Drogen – und das ist auch gut so, denn Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden in Namibia sehr hart bestraft. Schon der Besitz von kleinen Mengen kann Geld- und Gefängnisstrafen nach sich ziehen. Rauchen in der Öffentlichkeit ist im Übrigen zwar erlaubt, wird aber nicht gern gesehen.

Für wen ist Namibia geeignet?

Durch die vielen verschiedenen Einsatzbereiche und die frei wählbare Aufenthaltsdauer (ein bis zwölf Monate) sind Freiwilligenarbeit und Praktika in Namibia auch für Afrika-Einsteiger sehr gut geeignet. Wenn du Lust hast, dich in einem unserer Hilfsprojekte sozial zu engagieren, dann sind die einzigen Voraussetzungen eine gute Grundfitness und ausreichende Englischkenntnisse.

Das RGV-Team heißt dich willkommen!

Kulturelle Besonderheiten

Die Namibier/innen sind ein stolzes Volk. Die einzelnen Volksgruppen legen viel Wert auf ihre kulturellen Eigenheiten. Herero z.B. tragen dies auch gerne öffentlich zur Schau und präsentieren sich in faszinierenden Trachten. Bevor du sie aber fotografierst, solltest du um Erlaubnis bitten. Manche verlangen einen kleinen Geldbetrag. Begegne den Einheimischen mit Respekt! Vergiss nicht, dass gerade die Deutschen ihren Beitrag dazu geleistet haben, dass das Land sich nur verzögert entwickeln konnte. Vielleicht kannst du dir vornehmen, die Spuren der Vergangenheit durch ein umso verantwortungsbewussteres Auftreten zu verwischen und ein neues Bild vom „Deutschen“ zu etablieren.

(Quellen: hdr.undp.org, auswaertigesamt.de, bmz.de, cia.gov/library/publications/the-world-factbook/, giz.de, namibia.de, worldbank.org, faostat3.fao.org)

Travel Tipps Namibia

Namibia Travel Tipps
  • Windhoek
    Unabhängig für welche der Einsatzstellen du dich entschieden hast, wirst du in Windhoek landen und von hier aus in dein Freiwilligenprojekt starten. Viele unserer Projekte haben ihren Standort auch direkt in Windhoek. Die Hauptstadt Namibias wirkt trotz ihrer Größe (ca. 350.000 Einwohner) überschaubar. Sie besitzt ein modernes Stadtzentrum, mit Gebäuden aus deutscher Kolonialzeit und großen, modernen Einkaufszentren, in denen man so gut wie alles bekommen kann. Auf deinen Ausflügen kannst du hier auch Namibias Nationalmuseum besichtigen. Windhoek ist eine Stadt voller Energie, was besonders im Viertel Katutura zu spüren ist. Dort kannst du z.B. dem farbenfrohen Herero-Markt einen Besuch abstatten.

  • Kalahari
    Die Kalahari-Wüste ist eine der größten Sandwüsten der Welt und erstreckt sich über die Ländergrenzen hinweg. Ihr Bild ist vom charakteristischen roten Sand und dem Okavango Flussdelta geprägt. Hier kann man, aufgrund des ganzjährigen Wassers, viele Tiere zu Gesicht bekommen. Weite Teile der Kalahari sind erklärte Naturschutzgebiete. Die Tagestemperatur beträgt meist über 30°C, nachts kann das Thermometer allerdings unter 0°C sinken. Es gibt in der Kalahari vergleichsweise viele Regenfälle, die beste Reisezeit ist daher von April bis Oktober. Wenn du dich für unser Projekt Gobabis Farm entschieden hast, wirst du am Rande der Kalahari wohnen.

  • Etosha Nationalpark
    Der Etosha Nationalpark liegt in der Etoshapfanne. Er zählt zu den wildtierreichsten Naturschutzgebieten. Bei Safaris kannst du hier die Big 5 zu Gesicht bekommen.

  • Fish River Canyon
    Der Fish River Canyon ist nach dem Grand Canyon der größte Canyon der Welt. Hier kann man auf Trekkingtouren durch die zerklüftete Felslandschaft an den verschiedenen Gesteinsschichten die urzeitlichen Erdbewegungen erkennen.

  • Köcherbaumwald
    Er liegt in der Nähe von Keetmanshoop. Köcherbäume sind eigentlich keine Bäume, sondern gehören zur Gattung der Sukkulenten, die aber in baumartiger Form wachsen. Vor allem die Blüte im Winter ist ein toller Anblick.

  • Namib-Naukluft-Nationalpark
    In ihm befinden sich Sossuvlei, eine Lehmsenke, die von bis zu 300 Meter hohen roten Dünen umgeben ist und Death Vlei mit seinen grotesken Baumskeletten.

  • Mondlandschaft im Swakoptal
    In diesem fast vegetationslosen Tal findest du in bizarren Steinformationen tolle Fotomotive. Hier kannst du auch die Welwitschia-Pflanzen finden, die in Namibias Wappen enthalten sind und als älteste Pflanzenart symbolisch für den Überlebenskampf stehen.

  • Fingerklippe
    (afrikaans: Vingerklip) Eine 35 Meter hohe Felsnadel im Ugab-Tal.

  • Der markante Waterberg
    Ein Tafelberg nördlich von Windhoek. Auf dem Plateau befindet sich ein Nationalpark, in dem man geführte Wanderungen unternehmen kann.

  • Der Caprivi-Streifen
    In diesem tropischen Paradies im Nordosten Namibias gibt es mehrere Nationalparks durch die Elefantenherden ziehen. Außerdem befinden sich hier nahe der Grenze die Victoriafalls, die größten Wasserfälle Afrikas.

  • Die legendäre Skelettküste
    Eine unwirtliche, schroffe Küstenlandschaft mit Sicheldünen. Hier findet man Robbenkolonien und alte Schiffswracks.

  • Geisterstadt Kolmannskuppe (Kolmanskop)
    Eine Siedlung mit ehemaliger Diamantenmine. Mit dem Einstellen des Minenbetriebes haben die Bewohner dieses Städtchen verlassen. Über die Jahre haben Wind und Sand sich den Ort zurückerobert. Heute sind die Häuser zum Teil wieder originalgetreu hergerichtet und als Museum genutzt.

  • Die Felsgravuren in Twyfelfontein
    Sie wurden zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Die Zeichnungen sind bis zu 10.000 Jahre alt und stellen hauptsächlich Jagdszenen und Tiermotive dar.