Macht Freiwilligenarbeit im Urlaub Sinn?

Responsible Lifestyle
Volunteer im Urlaub

Immer mehr Menschen wollen ihre Zeit im Ausland sinnstiftend verbringen und leisten Freiwilligenarbeit im Urlaub

Für ein oder zwei Wochen in ein fremdes Land reisen, dort die Umgebung, die Kultur und die Tierwelt kennenlernen und gleichzeitig als Voluntourist in einem Hilfsprojekt Gutes tun – das kann natürlich reizvoll klingen. Doch ist es tatsächlich sinnvoll, den Urlaub mit einer Freiwilligenarbeit zu verbinden?

Wie läuft Freiwilligenarbeit im Urlaub ab?

Unter „Voluntourismus“ versteht man im Allgemeinen die Kombination aus einer Urlaubsreise und einem kurzen Freiwilligeneinsatz. Auf den ersten Blick funktioniert ein Voluntourismus-Projekt ähnlich wie die flexible Freiwilligenarbeit. Die entscheidenden Unterschiede sind die Teilnahmedauer und der Vorbereitungsaufwand auf einen Freiwilligeneinsatz.

Wird der Urlaub mit einem Einsatz in einem Hilfsprojekt verbunden, bleiben die Teilnehmenden in der Regel nur einige Tage bis hin zu zwei Wochen in einem Projekt, ohne vorher einen Vorbereitungskurs zu besuchen. Außerdem werden keine Pflichtdokumente wie beispielsweise Führungszeugnis, Motivationsschreiben oder Sprachnachweise eingefordert, um eine sinnvolle Platzierung entsprechend den Fähigkeiten zu gewährleisten. Manchmal wird das Projekt auch nur halbtags unterstützt, oder nur an einigen ausgewählten Tagen. So hat man die Möglichkeit an den Tagen, an denen man nicht im Projekt arbeitet, zu reisen und das normale Touristenprogramm zu erleben. 

Im Gegensatz dazu dauert der Einsatz bei einer flexiblen Freiwilligenarbeit oder beim Freiwilligendienst zwischen vier Wochen und einem Jahr. In der Vorbereitungsphase bis zur Abreise ins Gastland werden Vorbereitungsseminare besucht oder Beratungsgespräche geführt, die gezielt auf den Einsatz als Volunteer vorbereiten.

Wie gehen Freiwilligenarbeit und Urlaub überhaupt zusammen?

Hinter den Volunteer Kurzzeiteinsätzen steckt oft der Wunsch, einen Teil der Zeit des Urlaubs sinnvoll gestalten zu wollen. Im Urlaub nur noch Tourist zu sein genügt vielen Reisenden nicht mehr. Stattdessen möchte man sich einbringen und kurzfristig Hilfe anbieten, wo sie gebraucht wird. 

Durch das Aushelfen in Volunteer-Projekten erhofft man sich zudem eine neue Perspektive auf das Gastland, man möchte es intensiver wahrnehmen und mehr über die Kultur und Lebensweisen lernen. Auf der einen Seite ist man vergnügt und genießt die erwarteten Annehmlichkeiten seines Urlaubes, auf der anderen erlebt man das Land und seine Menschen mehr aus deren Perspektive und wird mit Problemen wie Armut und Umweltverschmutzung konfrontiert. So eröffnet sich ein komplett neuer Blickwinkel auf beide Seiten des Landes, die sich manchmal nur schwer vereinen lassen.

Freiwilligenarbeit im Urlaub mit Schattenseiten!

Freiwilligenarbeit und Urlaub zu verbinden bringt jedoch auch Probleme mit sich! Sowohl für die Organisation und die Empfängereinrichtung, aber auch für einen positiv motivierten Voluntouristen kann ein kurzer Einsatz Nachteile bringen, die bei einer langfristig angelegten Freiwilligenarbeit so nicht vorkommen.

Vor allem in sozialen Projekten empfehlen wir keine Einsätze, die kürzer als 4 Wochen andauern. Besonders für Kinder können ständig wechselnde Bezugspersonen sehr belastend sein. Voluntouristen haben in der Regel kaum Zeit, sich mit dem Projekt richtig vertraut zu machen. Um die verantwortungsvollen und wichtigen Aufgaben zu übernehmen, ist man nicht lange genug im Projekt.

Ohne eine ausreichende Vorbereitung im Vorfeld kann der Unterschied zwischen dem gewohnten Standard und der Armut vor Ort schockierend wirken und zu Frustration oder einem sogenannten Kulturschock führen.

Anbieter von kurzfristig angelegten Voluntourismus-Angeboten fehlt es leider oft an der notwendigen Sensibilisierung, so geht ihre Beratung selten über die für ein rein touristisches Reiseprodukt hinaus. Spezielle Vorbereitungsseminare für angehende Volunteers, die Bereitschaft, bei den Teilnehmern die richtige Erwartungshaltung zu schaffen, sowie einen angemessenen Austausch mit den aufnehmenden Projekten, um vor Ort eine sinnvolle Unterstützung anbieten zu können, werden dort vergebens gesucht.

So müssen engagierende Urlauber selbst für eine ausreichende Vor- und Nachbereitung sorgen. Solche eher unangenehmen Erfahrungen können demotivierend wirken und den Urlaub mit einem negativen Gefühl überschatten. sich im schlimmsten Fall sogar negativ auf die Menschen vor Ort auswirken.

Unsere Empfehlung, welche auch von Experten geteilt wird, ist es eine Freiwilligenarbeit als vollwertiger Volunteer dem Einsatz im Urlaub vorzuziehen.

Was tun, wenn man dennoch im Urlaub unterstützen möchte?

Jedem, der dennoch gerne seinen oder ihren Urlaub mit einer Freiwilligenarbeit verbinden möchte, empfehlen wir ein Projekt zu wählen, in dem auch ein kurzer Einsatz sinnvoll ist. Hier bietet sich beispielsweise eine ökologische Freiwilligenarbeit, ein Einsatz in einem handwerklichen Projekt oder die Teilnahme in einem Workcamp an.

Die Ökologische Freiwilligenarbeit beschäftigt sich zum Beispiel mit dem Artenschutz. Hier können beispielsweise Wälder neu aufgeforstet und Strände von gefährlichem Plastikmüll befreit werden. Tierheime und Auffangstationen benötigen Hilfe bei der Fütterung und der Reinigung, beziehungsweise dem Bau von Käfigen und Freigehegen.

Eine weitere Methode, um Urlaub und den Freiwilligendienst im Urlaub miteinander zu vereinbaren ist die strikte zeitliche Trennung. Best Practice ist hierbei, sich zuerst dem Freiwilligendienst zu widmen, um dann im Anschluss noch eine zusätzliche Woche Urlaub oder eine Safari zu organisieren. Dadurch werden die beiden Auslandserfahrungen voneinander getrennt erlebt, und die Wahrscheinlichkeit, dass es zu den beschriebenen negativen Side Effects führt wird stark reduziert.

Du möchtest an Stelle deines Urlaubs Freiwilligenarbeit im Ausland leisten?

Wer sich dazu entscheidest, sich voll und ganz auf eine sinnvoll vorbereitete Freiwilligenarbeit einzulassen, wird auf jeden Fall davon profitieren. Damit der gute Wille und die positive Energie eines Volunteers im Gastland ideal zum Einsatz kommt, sind eine gute Vorbereitung und sorgfältig ausgewählte Projekte von größter Bedeutung.

Daher achtet RGV besonders darauf, Volunteers gut vorbereitet loszuschicken! Mit viel persönlicher Beratung, Vorbereitungsseminaren und 19 Jahren Expertiese im Bereich der Freiwilligenarbeit informieren wir detailliert über das Gastland und die Einsatzstellen. Auch vor Ort ist ein RGV Team immer bereit, neue Volunteers anzuleiten und sie in ihr Land und das Projekt einzuführen.

Soziale Projekte sollen natürlich wirklich Menschen helfen. Darum dauern bei RGV alle Einsätze im sozialen Bereich mindestens 4 Wochen, in einigen Fällen sogar 8 oder 12 Wochen. So ist viel Zeit, um Vertrauen aufzubauen und das Projekt richtig kennenzulernen. Außerdem achten wir darauf, dass durch den Einsatz von Volunteers keine Arbeitsstellen im Einsatzland gebärdet werden.

Sogenannte Waisenhaus-Projekte sind bei RGV zum Schutz der Kinder gar nicht im Programm! Natürlich achten wir bei jedem Projekt mit Kindern auf die Einhaltung strenger Richtlinien. Auch unsere Tierschutzprojekte sind sorgfältig überprüft und fördern keine Gatterjagden.

Möchtest du eines unserer Projekte mit einer Freiwilligenarbeit unterstützen? Dann such dir jetzt dein Wunschprojekt aus oder nimm einfach Kontakt mit uns auf und lasse dich beraten!

Unsere Teams in Deutschland, Afrika und Asien freuen sich schon auf deinen Einsatz!