Abschied nehmen vom Auslandsaufenthalt

Tipps für Volunteers
Auf wiedersehen sagen im Projekt

Schon bald heißt es für dich Abschied nehmen?

Deine Zeit im Ausland neigt sich dem Ende zu und dir wird klar, dass du dich schon bald von den lieb gewonnenen Menschen in deinem Zielland verabschieden musst. Du bist doch gerade erst angekommen, denkst du dir vielleicht. Jetzt, wo du dich so richtig eingelebt hast, heißt es schon wieder Abschied nehmen im Ausland.

Du lässt zahlreiche liebe, lustige und fürsorgliche Menschen zurück, die mittlerweile Teil deines Lebens geworden sind. Diese Menschen haben deine Zeit im Ausland zu etwas ganz Besonderem gemacht.

Abschied nehmen vom Auslandsaufenthalt

Du hast dich mitreißen und verzaubern lassen von der Kultur, die dir zu Beginn noch ganz fremd war. Mit deinem Engagement und deiner Motivation hast du die in deinem Zielland vorherrschenden Ungerechtigkeiten ein klein wenig ausgeglichen. Das war und ist großartig!

Lass nun also nicht den Kopf hängen, sondern denke bewusst an die vielen großartigen gemeinsamen Momente. Sei stolz auf dich, den Schritt ins Ausland gewagt zu haben!

Reflektiere deinen Aufenthalt und nimm dir Zeit dich zu verabschieden

Egal wie lange du mit RGV vor Ort warst, du hast mit Sicherheit viele Höhen und Tiefen erlebt. Du hast Herausforderungen mal mehr, mal weniger gut gemeistert. Sicherlich bist du auch mal in eines der berüchtigten Fettnäpfchen getreten. Das gehört mit dazu. Vor allem aber hast du dich selbst ganz neu kennengelernt und Seiten an dir entdeckt, die dir vorher vielleicht gar nicht bewusst waren. Du fühlst dich erwachsener als vor deiner Reise.

1) Plane deine letzten Tage!

Genieße deine letzten Tage oder auch Wochen vor Ort ganz bewusst. Suche dir einen ruhigen Ort und mache dir eine Liste mit den Dingen, die du auf alle Fälle nochmal ganz bewusst ein letztes Mal machen möchtest!

Einen Spaziergang über den Markt oder einen Strandausflug mit deinen neuen Freunden machen, den wunderbaren Tempel besuchen, das bunte Treiben auf den Straßen beobachten, Saft aus einer Tüte trinken, Chipsi Mayai essen oder Pad Thai von dem Marktstand, an dem es am leckersten schmeckt…

2) Nimm dir Zeit für den Abschied im Projekt!

Auch die Menschen und Schützlinge in deinem Projekt – egal ob jung oder alt – möchten sich gerne von dir verabschieden. Hast du dich um Kinder und Jugendliche gekümmert, so hast du vielleicht eine besondere Bindung zu ihnen aufgebaut. Sprich mit deiner Ansprechperson in der Einsatzstelle, kündige das nahende Ende deiner Projektarbeit an und ermögliche den Menschen um dich herum, sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass du bald nicht mehr kommen wirst. Vielleicht plant ihr auch ein kleines Abschieds-Event!

3) Zelebriere den Abschied von lieb gewonnenen Menschen!

Trommele all deine neuen Freunde, die deine Zeit so besonders gemacht haben, zusammen, um deinen Abschied zu feiern! Egal ob ihr gemeinsam kocht, ein Strandpicknick unternehmt, ein südafrikanisches Braai im Student House macht – wichtig ist, dass du dich bewusst verabschiedest. Schmeißt noch einmal eine letzte große Party zusammen! Tausche mit deiner Gastfamilie und deinen neuen Freunden nochmal die besten Stories und Erinnerungen eurer gemeinsamen Zeit in Afrika oder Asien aus.

4) Dies ist (k)ein Abschied für immer

Du bist dir ganz sicher, dass du wiederkommst! Denn du weißt, dass du dieses Land, diese Kultur und diese liebgewonnenen Menschen wiedersehen möchtest. Großartig, nur zu! Achte aber darauf, keine Versprechungen zu machen, die du vielleicht später nicht halten kannst.

Dinge, die du jedoch auf alle Fälle mitnehmen kannst sind zum Beispiel neue vor Ort gelebte Gewohnheiten, leckere Gerichte, die du dir zuhause nachkochen kannst oder Freunde, die du zuhause wiedersehen kannst. Vieles nämlich kannst du auch zuhause weiter ausleben und dich von daheim aus wieder nach Afrika oder Asien träumen!

Wieder zuhause ankommen

Wieder zuhause angekommen, kann es sein, dass du erst mal eine Zeit lang brauchst, um dich wieder richtig wohl zu fühlen. Plötzlich sind wieder deine richtige Familie und all deine Freunde um dich herum. Alle wollen wissen, wie es war, möchten deine Fotos sehen und deinen Erzählungen lauschen.

Ist das erste Interesse an deiner Reise etwas abgeflaut, fühlst du dich vielleicht etwas alleine mit deinen Gedanken. Alles zuhause erscheint dir vielleicht etwas zu aufgeräumt und steril. Es verstört dich vielleicht, dass es den Menschen zuhause an nichts mangelt, aber den Menschen in deinem Zielland umso mehr.

Bleibe deshalb unbedingt mit deinen neuen Freunden – Volunteers aus deiner Zeit vor Ort – in Kontakt. So könnt ihr eure Erfahrungen nach der Rückkehr austauschen und gemeinsam in Erinnerungen schwelgen. Und engagiert euch weiter für die Menschen in eurem Zielland – Hier mehr dazu! 

Schicke uns deinen Erfahrungsbericht, sodass noch mehr Menschen von deinen Eindrücken und Erfahrungen vor Ort profitieren können!

Autorin: Gisela Wohlfahrt, Januar 2017

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Abschied nehmen ist schwer