09.01.2026 / Erfahrungsberichte
Madlens Zeit in einer Tierklinik auf Kreta
„Ein besonderes Erlebnis war ein Ausflug mit meinen Nachbarn auf den Berg Juchtas, wo wir gemeinsam den Sonnenuntergang betrachteten. Dieser Moment war einfach unvergesslich.“
Anreise und Ankunft
Am Montagabend kam ich am Flughafen in Heraklion an. Dort wurde ich bereits von einem Mitarbeiter der Partnerorganisation herzlich empfangen und direkt zu meiner Unterkunft gebracht. Auf dem Weg dorthin zeigte er mir gleich den nächstgelegenen Supermarkt sowie die nächste Bushaltestelle. In meinem Apartment angekommen, wurde mir alles genau erklärt und ich erhielt eine Übersicht über den Ablauf des kommenden Tages, sodass ich mich sofort gut aufgehoben fühlte.
Orientierungsprogramm
Am nächsten Tag kam – wie zuvor vereinbart – eine Bezugsperson der Organisation zu mir, um gemeinsam die Verträge zu erledigen und alle wichtigen Punkte zu besprechen. Anschließend fuhren wir gemeinsam mit dem Auto zu meiner Arbeitsstelle, der Tierklinik, wo mir alles genau gezeigt wurde. Besonders hilfreich war die Erklärung der verschiedenen Busverbindungen sowie der umliegenden Supermärkte. Danach ging es direkt in die Stadt, wo wir ein Busticket für mich kauften und gemeinsam die Umgebung erkundeten. Meine Ansprechpartner waren äußerst zuvorkommend, hilfsbereit und versorgten mich mit vielen Tipps, Hotspots und wichtigen Informationen über Heraklion.
Aufgabenbereiche
Mein Arbeitstag begann meist ähnlich: Gegen halb acht stand ich auf, machte mich in Ruhe fertig, frühstückte und fuhr anschließend mit dem Bus zur Tierklinik. Dort angekommen schauten wir zuerst nach den Tieren, die über Nacht geblieben waren. Die Käfige wurden gereinigt, die Tiere gefüttert und liebevoll versorgt. Danach bereiteten wir die gesamte Praxis auf den Tag vor, putzten nochmals gründlich, bereiteten Spritzen vor und währenddessen empfing die Dame am Empfang bereits die ersten Kunden.
Sobald der Tierarzt eintraf, durften wir ihm assistieren. Bei einfacheren Behandlungen hielten wir die Tiere oder unterstützten die Besitzer. Hauptsächlich halfen wir jedoch bei der Vorbereitung der Tiere für Operationen. Dabei durfte ich selbst mitarbeiten und die Tiere bis in den Operationsraum begleiten und überwachen. Kein Tag glich dem anderen – an manchen Tagen gab es ungeplante Operationen, an anderen nur wenige Eingriffe.
Nach Abschluss der Behandlungen wurde die Praxis erneut gereinigt und wir kümmerten uns nochmals sorgfältig um die Tiere, bevor wir nach Hause gingen. Insgesamt empfand ich die Arbeit als kaum stressig und die Atmosphäre als äußerst angenehm. Alle Angestellten waren sehr freundlich, erklärten gerne alles und arbeiteten mit viel Herz. Auch wenn es hin und wieder zu Überstunden kam, waren alle stets motiviert – denn die Liebe zum Tier stand immer an erster Stelle.
Wohnen & Essen
Die Wohnung, in der ich wohnte, war eigentlich für zwei Personen ausgelegt. Da jedoch keine zweite Person eingezogen ist, hatte ich sie ganz für mich allein. In den Nachbarwohnungen lebten junge Deutsche, mit denen ich mich schnell angefreundet habe und mit denen ich viel Zeit auf Kreta verbrachte. Mit meiner Unterkunft war ich sehr zufrieden: Sie war vollständig ausgestattet – von Waschmaschine über Couch und Fernseher bis hin zum Wasserkocher war alles vorhanden. Es gab ein abgetrenntes Schlafzimmer und ein Badezimmer, mit großer Dusche. Außerdem war ich in weniger als zehn Minuten zu Fuß am Meer und mit dem Bus in wenigen Minuten im Zentrum von Heraklion.
Dank der kleinen Küche in meiner Wohnung konnte ich mir meine Mahlzeiten selbst zubereiten. Meistens kochte ich einfache Gerichte wie Nudeln mit verschiedenen Soßen. Manchmal kochte ich auch gemeinsam mit meinen Nachbarn, was immer sehr schön war. Gelegentlich aß ich in der Stadt, zum Beispiel typisch griechischen Gyros. In Heraklion gab es zudem eine große Auswahl an chinesischem, mexikanischem oder klassischem Fast Food. Es gab dort unzählige Variationen an kleinen, billigen und extrem leckeren Gebäcken. Besonders Eis konnte man dort in vielen Variationen genießen, allerdings war es deutlich teurer als in Österreich.
Freizeit & Besondere Erlebnisse
Meine Freizeit gestaltete ich sehr abwechslungsreich. Unter der Woche ging ich nach der Arbeit oft noch in die Stadt, bummelte durch Geschäfte, besuchte Museen oder Kirchen oder spazierte einfach entspannt am Strand entlang. Am Wochenende organisierte die Partnerorganisation zwar regelmäßig Ausflüge, an denen ich jedoch selten teilnahm, da ich meist eigene Pläne hatte. Mit den lokalen Bussen konnte man für wenige Euro unkompliziert viele Orte erreichen. So war ich an verschiedenen Stränden schwimmen, besichtigte mehrere Städte, ging wandern, besuchte Partys und war sogar einmal beim Bowling.
Während meiner Reise habe ich unglaublich viel erlebt und gesehen – Erinnerungen, die ich niemals vergessen werde. Besonders berührend war es, Tieren helfen zu können und zu spüren, wie sie sich auf ihre eigene Weise „bedankten“. Ein besonderes Erlebnis war ein Ausflug mit meinen Nachbarn auf den Berg Juchtas, wo wir gemeinsam den Sonnenuntergang betrachteten. Dieser Moment war einfach unvergesslich.
Für mich persönlich war jedoch das Reisen an sich das Schönste: zu erkennen, dass einem im Leben alle Türen offenstehen, wenn man den Mut hat, sie zu öffnen.
Warum RGV?
Das Team von RGV hat mich von Anfang an mit offenen Armen empfangen. Sie antworteten stets schnell, begegneten mir mit Respekt und kümmerten sich sehr fürsorglich um mich. Die Freiwilligenarbeit in einer Tierklinik auf Kreta war genau das Richtige für mich, da ich in Zukunft Tiermedizin studieren möchte und nach meinem Abschluss neue Erfahrungen fernab von zuhause sammeln wollte.
Durch meine Tätigkeit konnte ich etwas Gutes tun, habe unglaublich viel erlebt und meinen Horizont erweitert. Natürlich muss erwähnt werden, dass Freiwilligenarbeit oft mit hohen Kosten verbunden ist. In meinem Fall habe ich den ganzen Sommer hart gearbeitet, um mir dieses Erlebnis selbst zu finanzieren. Doch es war jeden Cent wert – denn diese Erinnerungen kann mir niemand mehr nehmen.
Zuletzt geändert am: 15.01.2026
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