09.01.2026 / Erfahrungsberichte
Erfahrungsbericht: Englisch unterrichten in Südkorea
„Gerade fühlt es sich so an, als hätte ich mir einen sehr großen Traum erfüllt. Es ist surreal, dass ich da bin, wo ich immer sein wollte.“
Anreise
Der Flug vergeht recht schnell, und wenn man das Glück hat, schlafen zu können, bekommt man kaum etwas mit. Am Flughafen angekommen, kann es etwas dauern, bis man endlich sein Gepäck hat und weiterziehen kann. Für mich war der Weg von meinem Gate zur Sicherheitskontrolle recht lang, aber es tat auch gut, nach dem langen Flug die Beine wieder vertreten zu können. Ich hatte bereits vor dem Abflug nach Südkorea eine Online-Registrierungskarte ausgefüllt, was den Sicherheitscheck beschleunigte.
Im Vorhinein habe ich mir auch eine eSIM gekauft, die ich direkt am Terminal-Ausgang am Flughafen abholen konnte. Sie wird einem auch gleich eingesetzt, und je nach Uhrzeit kann man dann schon die ersten Anrufe in die Heimat tätigen. Dazu gab es eine Tmoney Card für Taxis und öffentliche Verkehrsmittel. Diese muss man jedoch erst mit Bargeld aufladen, was an bestimmten Automaten oder im Convenience Store möglich ist.
In Incheon warten die Taxis direkt vor der Tür. Es gibt zwar auch eine U-Bahn, aber aufgrund der Müdigkeit würde ich ein Taxi empfehlen. Man muss nur zum richtigen Stand gehen und dem Taxifahrer die Adresse zeigen. Die meisten sprechen zwar kein Englisch, sind aber sehr hilfsbereit. Zahlen kann man bar, mit der Tmoney Card oder einer Kreditkarte. Ich hatte mir hierfür im Voraus eine Revolutcard bestellt, um immer problemlos bezahlen zu können – damit funktioniert auch überall Apple Pay (nur nicht im Taxi).
Orientierungsprogram
Das Orientierungsprogramm war recht kurz und angenehm. Wir hatten keinen Stress mit frühen Kursen oder ewigem Herumsitzen und Langweilen. Die Einheiten waren sehr interessant, aufschlussreich und locker aufgebaut, sodass es sich wie ein nettes Seminar mit Freunden anfühlte. Wir hatten zwei Tage Unterricht, wurden zum Essen eingeladen und uns wurde einen ganzen Tag lang Seoul gezeigt. Das war mein Lieblings-Part, weil die Stimmung sehr angenehm war und wir eine liebe Lehrerin hatten, die diesen Ausflug nicht besser hätte gestalten können.
Während des Programms hatte ich auch mehrere Jobinterviews und wurde dann auf ein alternatives Programm aufmerksam gemacht, das besser zu meinen Interessen und Fähigkeiten gepasst hat.
Aufgabenbereiche
Meine Arbeit im Projekt in Südkorea besteht darin, dass ich bei einer Familie zu Hause mit den Kindern Englisch rede und lerne. Die Familie hat mich sofort willkommen geheißen, und ich habe die Kinder gleich ins Herz geschlossen. Ich arbeite nachmittags/abends und bekomme jedes Mal ein neues, selbst gekochtes koreanisches Essen zu probieren und darf meinen Abend mit der Familie verbringen. An den Wochenenden machen wir hin und wieder Ausflüge, und es fühlt sich eher so an, als wäre ich ein Teil der Familie, als würde ich arbeiten.
Durch diesen Job fühle ich mich mehr mit der koreanischen Kultur verbunden und lerne von Tag zu Tag neue, spannende Dinge. Für mich war es das Wichtigste, während dieser Zeit sprachlich und kulturell zu wachsen, und aus diesem Grund ist dieser Job ideal für mich.
Wohnen & Essen
Ich habe mir auf enkor stay eine Wohnung gemietet, da man dort vollmöblierte Wohnungen mit WLAN und allem inklusive mieten kann. Es gibt keine Kaution, und man zahlt die Miete monatlich. Man bekommt auch einen Mietvertrag, den man für die Beantragung der ARC (Ausländer-Registrierungskarte) benötigt. Ich lebe gerne allein und brauche morgens und abends meine Zeit für mich. Da ich aber schon seit neun Jahren alleine wohne, bin ich daran gewöhnt. Sollte man noch nie alleine gewohnt haben, würde ich eine WG empfehlen.
Anfangs hatte ich etwas Schwierigkeiten, da ich kein Fleisch esse, aber die Familie war sehr verständnisvoll und hat mir dann viel Tofu und Ei zur Verfügung gestellt. Ich habe nicht unbedingt ein Lieblingsgericht, aber was mir besonders gefällt, ist das gemeinsame Essen. Essen wird geteilt und in Gesellschaft genossen – es ist ein Ausdruck der Liebe, Dankbarkeit und Zuneigung.
Kinder werden mit gesundem Essen gefüttert, damit sie gesund aufwachsen. Bei uns hat die Großmutter immer für alle gekocht, und wenn alles aufgegessen wurde, war sie so stolz, als hätte man einen Wettkampf gewonnen. Hin und wieder wurde mir auch während meiner Pausen aufgeschnittenes Obst hingestellt, was nicht selbstverständlich ist und auch zeigt, dass man wirklich willkommen ist. Ich glaube, das ist auch etwas, das ich auf jeden Fall beibehalten möchte.
Freizeit & Besondere Erlebnisse
Fast jeden Tag vor meiner Arbeit habe ich mich mit Freunden getroffen, um spazieren zu gehen, in ein Café zu gehen oder manchmal einfach nur shoppen zu gehen. Manchmal habe ich auch einfach nur zu Hause gelesen oder gelernt. Am Wochenende war ich gerne auf Städte-Inspektionen oder bei Book-Readings und Lese- und Schreibveranstaltungen. Obwohl Feiern auch jedes Wochenende möglich gewesen wäre, habe ich es mir gerne mit einem Film zu Hause gemütlich gemacht, da ich nicht jedes Wochenende fortgehen wollte.
Gerade fühlt es sich so an, als hätte ich mir einen sehr großen Traum erfüllt. Es ist surreal, dass ich da bin, wo ich immer sein wollte. Ich habe Menschen getroffen, die mich inspiriert haben, nach Südkorea zu ziehen. Ich habe südkoreanische Autoren und Influencerinnen getroffen, die ihren Alltag zeigen. Ich habe neue Freunde kennengelernt und alte, langjährige Freunde wiedergesehen.
Ich fühle mich, als wäre ich angekommen und zu Hause. Ich werde es vermissen, aber jetzt weiß ich auch, dass ich ein neues Ziel habe, und es fühlt sich gut an, etwas zu haben, für das man arbeiten muss.
Warum RGV?
Ich habe mich für diese Organisation entschieden, weil ich einen sicheren Job haben wollte. Es ist nicht so einfach, als Ausländer einen Job zu ergattern, und RGV hilft einem dabei. Ich habe auch durch diese Organisation schlussendlich das gefunden, von dem ich nicht wusste, dass ich es gesucht habe.
Ich war anfangs etwas stutzig und nervös, weil man lange warten muss, bis man endlich seine ersten Interviews hat. Bei mir hat es bis zur letzten Sekunde gedauert, bis ich wusste, welchen Job ich bekomme. Aber das Team hat mir immer wieder versichert, dass alles gut gehen wird, und das hat auch gestimmt. Man muss dazu auch sagen, dass das sehr gut zur südkoreanischen Kultur passt, da hier alles sehr schnell und spontan passiert!
Zuletzt geändert am: 15.01.2026
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