19.10.2026 / Erfahrungsberichte

Luis Zeit beim Tierschutz im Naturreservat am Pazifik

"Das besondere an diesem Projekt war die Vielfältigkeit der Aufgaben."

Babykrokodil in Costa Rica

Luis in Costa Rica

Das besondere am Tierschutz im Naturreservat am Pazifik war die Vielfältigkeit der Aufgaben. Deswegen im Folgenden eine Übersicht über die Aufgaben und die Tätigkeiten im Reserva Playa Tortuga, sehr detailliert, um auch zukünftigen Volunteers einen guten Einblick zu geben: Schmetterlingsgarten:

Zu den Aufgaben im Schmetterlingsgarten gehörten die Säuberung der Käfige für die Larven sowie das tägliche Zählen der Larven und das Transferieren der Puppen ins Puparium. Außerdem musste man am Nachmittag die geschlüpften Schmetterlinge registrieren, markieren, das Geschlecht bestimmen und dann in den Schmetterlingsgarten freilassen. Das Sammeln der Schmetterlingseier, um die Populationen zu kontrollieren, gehört auch dazu und Drei bis vier Mal die Woche wurde dann auch das Essen der Schmetterlinge gewechselt. Das alles wurde natürlich auch täglich dokumentiert und am Wochenende wurden die Daten der Woche dann in den Computer übertragen.

Wildtierkameras: Zwei Mal in der Woche wurden dann auch die SD-Karten der Wildtierkameras auf den verschiedenen Pfaden des Reservas eingesammelt und ersetzt. Das Material der eingesammelten SD-Karten wurde dann einmal in der Woche gesichtet und die Daten (z.B welche Tiere die Kamera aufgenommen hat, welches Verhalten das Tier zeigt, welches Geschlecht, etc.) in den Computer übertragen.

Vogel Monitoring: Es gab zwei verschiedene Teilprojekte. Zum einen gab es spezifisch die Überwachung der Hellroten Aras (Scarlet Macaws), bei der man morgens die verschiedenen Wege abläuft und versucht, die großen Papageien zu finden und ihr Verhalten zu dokumentieren. Und zum anderen gab es eineallgemeine Vogelbeobachtung, bei der man ebenfalls die Wege abläuft, aber auf alle Vogelarten achtet, die man sieht und hört. Bei diesem Projekt wird ebenfalls alles dokumentiert.

Krokodilprobeninventar: Einmal die Woche wurden die Proben der Krokodile und Kaimane (abgetrennte Schuppen zur Markierung der Individuen) sortiert. Diese befinden sich in kleinen Plastiktüten, die mit Datum, Art und Code beschriftet sind. Manche dieser Tüten mussten erneuert werden und alle Tüten wurden nach Jahr und Art sortiert, um schnellen Zugriff darauf zu haben.

Fledermaus Netz: Bei dieser Aktivität werden nachts zwei Fledermaus-Netze (jede Woche an einem anderen Standort, sodass man zwei mal den gleichen Standort behandelt) aufgestellt. Dann haben wir uns ein paar Meter davon weg mit einem Tisch und Stühlen hingesetzt und 15 Minuten gewartet und die Fledermäuse, die in das Netz geflogen sind, in kleine Tüten getan, um sie dann später untersuchen zu können. Das ganze macht man 6 Runden. Am Ende untersucht man jede Fledermaus, d.h man bestimmt die Art, misst die Länge des Unterarm und Oberschenkels, bestimmt das Geschlecht und untersucht das Individuum auf Verletzungen. Am Ende werden die Fledermäuse natürlich wieder freigelassen.

Fledermaus Projekt am Tag: Bei diesem Projekt läuft man die Pfade ab und sucht die Nester der Fledermäuse. Diese dokumentiert man dann mit der Art der Pflanze, dem Standort, der Kondition der Pflanze und den Umweltwerten wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Wenn man neue Nester findet, markiert man diese mit einem Flatterband und sichert den Standort im GPS.

Beach Clean-up und Müll-Klassifizierung: Alle zwei Wochen wird der Müll am Strand aufgeräumt und mit ins Reserva genommen, um dort untersucht zu werden. Dort wird geschaut, welche Müllkategorien (Plastik, etc.) vertreten sind und welche den größten Anteil ausmachen um später eine Statistik erstellen zu können.

Affen Projekt: Man geht in den Dschungel und sucht eine Gruppe an Affen (entweder Kapuzinen Äffchen oder Brüllaffen) und zählt dann die Individuen der Gruppe, versucht die Geschlechter zu bestimmen und die Anzahl der Babies festzustellen. Dann verfolgt man das Verhalten eines Individuums für 5 Minuten. Das Ganze wird dann dokumentiert.

Mangroven: Einmal in der Woche geht man zu den 6 Sektoren, in denen das Reserva Mangroven angepflanzt hat, um die Pflanzen zu zählen und zu messen. Dies hilft dabei herauszufinden, welche Standorte von den Pflanzen bevorzugt werden.

Nightwalk: Zwei mal in der Woche geht man nachts die verschiedene Pfade entlang und hält Ausschau nach Reptilien, Amphibien und Säugetiere, die nachtaktiv sind. Die Biologen vor Ort erklären einem dann vieles zu den verschiedenen Tieren. Wenn man dort Krokodile oder Kaimane findet geht man gleich vor wie beim Krokodil Projekt.

Instandhaltung: Dazu gehört Gießen und das Rechen von den Blättern um die Station und auf den Wegen.

Sonderprojekte Stachelrochen Projekt: Einmal im Monat fährt man mit einem Boot auf den Fluss hinaus und wartet dann, bis die Ebbe kommt. Dann steigt man aus dem Boot und versucht im seichten Wasser mit Netzen die Rochen zu fangen. Wenn man einen Rochen gefangen hat wird dieser ausgemessen und gechippt. Das alles wird ebenfalls dokumentiert.

Krokodil Projekt: Alle zwei Wochen fährt man abends/nachts mit einem Boot auf den größeren Fluss hinaus und versucht entweder mit einer Angel, einer Snare oder der Hand die Krokodile und Kaimane zu fangen. Man dokumentiert alle Sichtungen sowie die Individuen, die man fängt. Wenn man ein Individuum gefangen hat, wird dieses ausgemessen, gewogen, das Geschlecht bestimmt und markiert. Alle Daten werden aufgeschrieben und später in den Computer übertragen. Ein unfassbar spannendes Projekt, das zu meinen Highlights gehört hat.

Korallen Restauration: Einmal im Monat fährt man zu einem Korallen Labor und hilft dort bei der Restauration der Korallenriffe, indem man Korallenfragmente zurechtschneidet, sie wiegt, sie auf einen Stein klebt und mit einer Nummer markiert um ihr Wachstum verfolgen zu können. Wenn sie vollständig gewachsen sind, werden sie ins Meer zurückgebracht und dort angepflanzt.

Schildkröten Projekt: Dazu kann ich nur begrenzt etwas sagen da die Schildkröten Saison offiziell vorbei war und es nur noch drei Nester gab, als ich ankam. Als die Nester geschlüpft sind, durfte ich aber die Individuen zählen, 10 davon ausmessen und wiegen und sie dann zusammen mit einer Biologin am Strand freilassen und sichergehen dass alle Individuen es ins Meer geschafft haben - magische Momente am Strand bei Sonnenuntergang garantiert.

Im Alltag bei der Freiwilligenarbeit in Costa Rica habe ich 6 Tage die Woche gearbeitet und 1 Tag die Woche hatte ich frei. Die Arbeitsstunden variieren je nach den Projekten die man an diesem Tag zu tun hatte.

Portrait Raphael
Autor
Raphael

studiert Wirtschaftspsychologie und hat durch ein Semester in Spanien bereits wertvolle Auslandserfahrung gesammelt. Dazu möchte er auch andere motivieren, daher engagiert er sich als Praktikant in der Redaktion bei RGV.

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