Gutes tun, aber richtig: Wie spende ich am besten?

Bessere Welt
Wie spende ich am besten?

Du möchtest deinem Projekt gerne mit Geld- oder Sachspenden helfen? Dabei gilt es, ein paar wichtige Punkte zu beachten. Denn gut gemeint ist nicht gleich gut geholfen. Wir zeigen dir, wie du sinnvoll spendest und wie deine Hilfe richtig ankommt! 

In der RGV Family haben wir alle eines gemeinsam – egal ob Volunteers, Praktikant/innen oder feste Mitarbeiter/innen: Wir wollen die Welt – wo immer wir gerade leben, arbeiten oder reisen – ein kleines bisschen besser machen! Unser Motto: „Make a little BIG change!“ Ganz bestimmt hast du ebenso gute Absichten, wenn du planst ein Projekt im Ausland zu unterstützen: Selbst mit anpacken und vor Ort eine echte Hilfe sein! Bei deiner Freiwilligenarbeit oder in deinem Praktikum vor Ort in Afrika oder Asien erlebst du direkt, wo überall Hilfe benötigt wird - und hast gute Ideen, wie du weiter helfen könntest.

Mit deiner Arbeitskraft und Zeit kannst du eine wertvolle Unterstützung für eine soziale oder ökologische Einrichtung oder ein bestimmtes Projekt im Ausland sein. Viele Volunteers stellen vor Ort trotzdem immer wieder fest, dass es an finanziellen Mitteln oder an für uns ganz alltäglichen Dingen fehlt. Keine Sorge, es folgt an dieser Stelle kein Spendenaufruf! Stattdessen geben wir dir praktische Tipps, die du beachten solltest, wenn du mit einer Geld- oder Sachspende sinnvoll und nachhaltig helfen möchtest. Denn gut gemeint ist nicht gleich gut geholfen! 

Viele Rahmenbedingungen und Abläufe sind in deinem Zielland anders, als du es gewohnt bist. Ein Problem scheint von außen oft einfacher zu lösen, als es tatsächlich ist. Damit deine Geld- oder Sachspende eine möglichst sinnvolle Unterstützung ist und nicht ungewollt negative Auswirkungen mit sich bringt, haben wir einige wichtige Überlegungen rund um das Thema spenden für dich zusammengefasst!

Geldspende – aber sinnvoll!

Eine Geldspende scheint zunächst für viele Probleme die schnellste und einfachste Lösung zu sein. Jedoch solltest du dabei ein paar Dinge beachten:

  • Um Missgunst und Konflikte unter deinen Kollegen oder auch innerhalb einer Schulklasse zu vermeiden, ist es besser, wenn möglichst alle von deiner Spende profitieren können – und nicht nur einzelne Personen.
  • Auch wenn du bestimmte Vorstellungen hast, wofür deine Spende eingesetzt werden soll: Die Verantwortlichen haben meist den besseren Überblick, an welcher Stelle das Geld gerade am dringendsten gebraucht wird.  
  • Eine Geldspende ist flexibel einsetzbar. Das bedeutet auch, dass du dir gut überlegen solltest, an wen du dich konkret mit deinem Vorhaben wendest, damit das Geld nicht in falsche Hände gerät. Erste Ansprechpartner sind in diesem Fall unsere Teams vor Ort. Sie wissen aus langjähriger Erfahrung, an welche vertrauenswürdige Person du dich im Projekt wenden kannst.     
  • Die Tatsache, dass es immer wieder an Geld fehlt, zeigt allerdings auch, dass eine solche Spende oft nur kurzfristig hilft. Ist das Geld einmal aufgebraucht, heißt es: Hoffen auf die nächste Spende. An dieser Stelle empfiehlt es sich, über eine sogenannte Zeitspende nachzudenken: Du investierst wenige Stunden, zum Beispiel für eine Kampagne, die auch in Zukunft Geld einbringen kann – ohne deinen ständigen Einsatz. Dazu kannst du eine Kampagnen-Plattform, wie zum Beispiel change.org oder betterplace.org nutzen.  

Sachspende – aber sinnvoll! 

Anders als bei einer finanziellen Unterstützung, ist die Verwendung einer Sachspende recht eindeutig. Damit deine Geschenke dennoch nicht unbenutzt in der Ecke liegen oder gar zu ungewollten Ärgernissen führen, hier ein paar wichtige Überlegungen:

  •  Um Neid und Ungleichgewichten vorzubeugen, ist es besser, eine Sachspende für möglichst alle Kollegen oder die ganze Klasse zur Verfügung zu stellen, anstatt einzelne Mitarbeiter/innen oder Kinder zu beschenken. Von einer Tafel im Klassenraum oder Büchern in einer kleinen Bibliothek können alle profitieren.  
  • Es ist ratsam, vorher in deinem Projekt nachzufragen, was derzeit am dringendsten benötigt wird und eventuell die Sachen vor Ort zu kaufen. So unterstützt du zusätzlich die lokale Wirtschaft, und die gekauften Gegenstände entsprechen genau den Erwartungen. Mehr dazu kannst du im Artikel „Sachspenden für Afrika und Asien“ in unserem Online-Magazin nachlesen. 
  • Um keine zusätzlichen Kosten für die Einrichtung oder das Projekt zu verursachen, achte darauf, dass deine Sachspende nicht unnötig viel Strom frisst oder teures Zubehör benötigt.
  • Süßigkeiten sind bei allen Kindern sehr beliebt – Zahnhygiene hingegen ist nicht überall selbstverständlich. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, über Alternativen nachzudenken, wie zum Beispiel Stifte oder Fußbälle. 

Ein letzter wichtiger Punkt: Versuche keine Versprechungen zu machen, die du nicht halten kannst! Besonders, wenn es um die Finanzierung von Schulgeldern oder Kinder-Patenschaften geht, kann es eine große Enttäuschung für die Betroffenen sein, wenn sie nach einem Jahr in der Schule keine Möglichkeit haben diese weiter zu besuchen.

Mit diesen Hinweisen wollen wir dich natürlich nicht entmutigen zu spenden – ganz im Gegenteil! Vielmehr geht es uns darum, eine gute Absicht tatsächlich in eine gute Tat zu verwandeln. Wende dich jederzeit gerne an das RGV Team vor Ort oder an das RGV Büro in München: Wir freuen uns, dich in deinem Vorhaben zu unterstützen!

Autor: Svenja Walter, RGV Redaktion, Oktober 2017