Freiwilligenarbeit und Auslandspraktikum: Leben in Südafrika

Tipps für Volunteers
Leben in Südafrika

Tipps für deinen Alltag in Kapstadt

Südafrika steht weltweit für traumhafte Landschaften, eine sagenumwobene Tierwelt und den dynamischen atlantischen Ozean. In der sogenannten „Rainbow Nation“ am Tafelberg leben die verschiedensten Völkergruppen zusammen. Das spiegelt sich ebenso im bunten Stadtbild wider – Wenn du dort bist, wird dir auffallen, dass auch das Zusammenleben der Menschen sehr große Gegensätze aufweist. Besonders der allgegenwärtige Unterschied zwischen Arm und Reich kann anfangs verstörend auf dich wirken (LiPortal 2017).

Südafrika: Urlaubsland, traumhafte Kulissen und doch ein Schwellenland?

Sommer, Strände und das Tafelberg-Panorama! Du hast dich entschieden mit uns als Volunteer oder Praktikant/in nach Südafrika zu gehen? Dann nichts wie los! Vergiss dabei bitte nicht, dass Südafrika trotz Wirtschaftswachstum noch immer als Schwellenland gilt. Das bedeutet, dass es zwar kein „Entwicklungsland“ ist, aber auch nicht mit mitteleuropäischen Standards verglichen werden kann.

Ein Schwellenland ist ein Land, welches vor kurzem noch als armes Land bezeichnet wurde und sich nun in einer Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs befindet. Stark wachsende Industriezweige ermöglichen plötzlich einer Vielzahl an Menschen den Zugang zum Arbeitsmarkt. Dies wiederum führt zu einer Verbesserung des Lebensstandards für die Beschäftigten und ihre Familien. Die Mittelschicht beginnt zu wachsen. Doch viele Gesellschaftsbereiche können mit dem Wandel nicht mithalten.

Keine Krankenversicherungen & keine Arbeitslosenhilfe

Es gibt zum Beispiel keine Sozialleistungen wie bei uns. Zwar gibt es mittlerweile kostenlose Schulbildung, dennoch sind die Lehrkräfte oft nicht gut ausgebildet und die Klassen viel zu groß. Das Ergebnis sind sogenannte school-dropouts und nicht bestandene Abschlussprüfungen. Für alle, die sich keine teuren Privatschulen und Nachhilfestunden leisten könnten, stehen die Chancen schlecht. Genau diese Art von Ungerechtigkeit ist für die weit verbreitete Perspektivenlosigkeit verantwortlich. Diese führt zu einer fortwährenden hohen Arbeitslosigkeit und Armut, was sich wiederum in Südafrikas hohen Kriminalitätsraten wiederspiegelt. Du siehst, es ist ein Teufelskreis.

Luxus neben Armutsviertel: Ein Land der Gegensätze

Im rassistischen Apartheidregime, das bis 1994 andauerte und von der weißen Bevölkerung dominiert wurde, war das Land geteilt: Südafrikaner und Coloureds wurden benachteiligt und mussten in den Townships (=Randbezirken) leben. Gleichzeitig lebte die weiße Bevölkerung größtenteils in Wohlstand und bewohnte luxuriöse Villen. Heute noch, Jahre nach der Rassentrennung, kann man die große Schere zwischen Arm und Reich beobachten. Es kann sein, dass du während deines Aufenthalts eine westliche Villa direkt neben verarmten, von Coloureds bewohnten, Townships siehst.

„Was erwartet mich als europäischer Volunteer in Südafrika?“

Deine Unterkunft – deine Basis in Kapstadt In unseren Volunteer Homes merkst du von sozialen Unterschieden nichts, denn die Standards in unseren Unterkünften entsprechen annähernd mitteleuropäischen Standards. Unsere Projektstandorte hingegen befinden sich oft in ärmeren Gegenden. So kannst du in deinem Freiwilligenprojekt aktiv zu einer Verbesserung der Situation in den Townships beitragen.

Nutella und Co. – Luxusgüter in Südafrika

Was für dich auf jeden Frühstückstisch gehört, gilt in Südafrika oft als Luxus. Gemeint sind Dinge, wie Käse, Joghurt, Honig, Nutella, Säfte oder Mineralwasser. Zwar kosten Käse & Co. ungefähr genauso viel wie bei uns – doch haben die Menschen in Südafrika ein viel geringeres Einkommen. Durchschnittlich verdient man dort zwischen 160 und 700 € im Monat! Ebenso erinnern die Mieten eher an unsere Preise. Aus diesen Gründen ist es für unsere Gastfamilien nicht immer möglich, diese für euch selbstverständlichen Dinge zur Verfügung zu stellen. Wenn du auf Honig oder Nutella am Morgen nicht verzichten magst, ist es am besten du kaufst dir diese Dinge einfach selbst dazu.

Unterwegs mit Minibus oder Auto

Nutzt du die öffentlichen Verkehrsmittel, um zu deinem Projekt zu gelangen, so kann es vorkommen, dass dich einige Einheimische anschauen werden. Nicht unbedingt, weil sie dich nicht mögen. Grund hierfür ist der Umstand, dass weiße Menschen vor Ort selten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.

Am Anfang fällt es dir sicher schwer, diese Realitäten als gegeben hinzunehmen. Selbstverständlich steht dir frei, gemeinsam mit weiteren Volunteers eigenständig ein Auto zu mieten. Die Entscheidung liegt bei dir!

Erholung vom fordernden Alltag

Möchtest du dich vom fordernden Alltag erholen, so kannst du abends oder am Wochenende mit weiteren Volunteers an den Hafen fahren und an der Promenade schlendern, um das Nachtleben Kapstadts zu geniesen oder am Sandstrand ein Eis essen gehen. Wichtig ist hierbei nur, dass du dich an die Sicherheitshinweise unseres RGV Teams Südafrika hältst und keine unnötigen Risiken eingehst. Auf alle Fälle erwartet dich eine sagenhafte und spannende Zeit in einem der schönsten Länder der Welt. Akzeptierst du die Lage im Land und passt du dich daran an, kannst du ganz problemlos eine super Zeit haben und viel über dich selbst lernen!

Auf gehts nach Cape Town, South Africa!

Hier findest du mehr Informationen zum Ablauf deines Auslandspraktikums oder deiner Freiwilligenarbeit in Südafrika!

Autorin: Feven Berhane, Juni 2017

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