09.01.2026 / Erfahrungsberichte
Erfahrungsbericht Uganda: Freiwilligenarbeit mit Gorillas
„Das Highlight war natürlich das Gorilla Trecking. Ich konnte ca. 13 Gorillas sehen, die gegessen, gespielt und geruht haben. Es war wunderbar.“
Anreise/ Ankunft
Ich bin am Dienstag,25.11.2025 um 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr von Villach/Österreich mit dem Zug nach Triest gefahren, der Flug mit Ethiopean Airlines ging um 18.45. Die Ankunft war am Mittwoch, 26.11.2025 um 09.00 Uhr.
Lilian hat mich abgeholt vom Flughafen. Wir sind gleich zum Headquarter gefahren, ich habe Richard begrüßt und mich mit ihm über die Aufgaben der Organisation unterhalten. Mit Lilian bin ich dann in das Papyrus Guesthouse gefahren und habe das Zimmer bezogen.
Orientierungsprogramm - Aufgabenbereiche
Am nächsten Tag hat mich Lilian wieder abgeholt, wir sind zu Fuß ins Büro gegangen. Die Mitarbeiter haben ihre Aufgaben vorgestellt. Auch Dr. Gladys habe ich kennengelernt, sie hat von ihrer Arbeit berichtet. Ich habe gleich ihr Buch und das Buch ihres Sohnes gekauft.
Lilian hat mir auch nach den 14 Tagen Volunteering bei meiner Weiterfahrt zur Queen Elisabeth Park 4 Tage Safari geholfen und hat meine Weiterreise organisiert. (Driver, Unterkunft in der Bush Lodge, Safari, Rückfahrt). Am Nachmittag sind wir nach Entebbe ins Gorilla Cafe Kaffee kaufen gegangen sowie auch zum Geldwechsel und zum Fische essen.
Am nächsten Tag, Freitag hat mich Lilian zum Flughaben Entebbe gebracht, ich bin nach Kihihi geflogen. Ich war die einzige Passagierin.
In Kihihi wurde ich von einem Driver abgeholt und ca. 1,5 Stunden ins Camp gebracht.
Im Camp wurde ich von den MitarbeiterInnen willkommen geheißen. Das Wochenende verbrachte ich ruhig dort. Ich wurde ins Village begleitet und besuchte dort die Hl. Messe. Es gab auch einen Besuch bei den Batwas (ausgesiedelte Pygmäen 1991), bei Frauen im Village und eine Führung.
Am Wochenende kamen 3 weitere Gäste ins Camp. Am Montag fand mit ihnen und Gracious (zuständig für Datensammlung) ein Besuch bei einer Mitarbeiterin des Datenprojekts statt. Da ich noch keine Einschulung hatte, war dieser Besuch nicht sehr informativ für mich, da nur die 3 Gäste schon informiert waren. Es tat mir leid um die verlorene Zeit. Ich hatte dann erst am Nachmittag die Einschulung in den Räumlichkeiten des Labors.
Gracious informierte mich, dass ich nun die nächsten 3 Tage mit ihm im Land unterwegs sei, um Datenerhebung vorzunehmen. Meine Aufgabe bestand darin, ihm die Daten zum Übertrag in den PC anzusagen.
Er informierte mich, dass die Fahrt mit einem Driver von mir zu bezahlen sei, insgesamt 190 Euro. Dies sei so vorgesehen. Da er jeweils erst um 10:30 Uhr ins Camp gekommen ist, bin ich der Meinung, man hätte an einem Tag, wenn wir um 08:00 Uhr weggefahren wären, die beiden Besuche absolvieren können. Nach meinem Protest über die hohen Taxikosten sind wir dann am dritten Tag den Weg zu Fuß gegangen ca. 5km, was für mich kein Problem war.
Der Kontakt mit den Menschen war sehr interessant, es gab Gespräch über ihre Aufgaben und Probleme. Unterwegs besuchte ich eine Schule, die ebenfalls vom Projekt finanziert wird.
Ich wurde auch dem Team der Gorilla Hüter (gegen Wilderei) vorgestellt. Die Frage war, ob ich über Österreich eine Spendenaktion für sie in die Wege leiten könnte.
Wohnen / Essen
Das Camp hatte 5 Doppelzimmer, dort habe ich die meiste Zeit dort alleine gewohnt. Das Personal, der Koch, der Hausmeister Martin und die Serviererinnen waren hauptsächlich für mich da. Mit allen Angestellten hatte ich ein gutes Verhältnis. Gottseidank hatte ich genügend Mitbringsel dabei und habe natürlich auch dort gespendet.
Das Essen war sehr schmackhaft, eine Mischung aus Uganda Food – Gemüse, Huhn, Fisch, Kartoffel und als Nachspeise gab es meistens ein süßes Gericht aus Obst. Der Koch hat sich sehr auf mich eingestellt.
Freizeit und weitere Aktivitäten
Am zweiten Wochenende habe ich wieder in Begleitung eine weitere Kirche – protestantisch- besucht. Ich war dann zu Besuch im Hospital und bei einem Frauenprojekt, auch ein Mädchenprojekt wurde mir von Gracious vorgestellt.
Highlight war am 04.12.2025 das Gorilla Trecking. Die Bergwanderung betrug hin und zurück etwa 11 km. Einmal am Tag ist es für maximal 8 Gäste möglich in Begleitung der 5 Ranger die Gorilla Familie für eine Stunde zu sehen. Es war sehr beeindruckend.
Am Montagvormittag war ich dann mit Lawrence im Labor. Von 08:00 Uhr bis 13.00 Uhr war Einführung in die Arbeit im Labor, dann konnte ich selbst mit dem Mikroskop nach Würmern und anderen Parasiten suchen. Am Nachmittag gab es einen Vortrag für die Ranger beim Gorilla Trekking Point über Menschenrechte und einen Vortrag über die Daten der Auswertung von Dr. Gloria. Ich wurde wieder begleitet und abgeholt von Martin, was mir gute Sicherheit gegeben hat.
Am Dienstag wurde ich von Benjamin noch über das Kaffeeprojekt informiert. Die Menschen im Land werden von dem Projekt über eigenen Kaffeeanbau und Verarbeitung eingeschult, damit sie unabhängig sind und ein Einkommen haben.
Es gab ein Abschlussgespräch mit Dr. Gladys und einen gemeinsamen Abend am Lagerfeuer.
Vor meinem Rückflug 14.12.2025 fand ein Treffen mit Lilian im Guest House für ein Feedback Gespräch statt. Zum Abschluss machten wir einen Spaziergang zum Hafen und ein gemeinsames Essen. Um 15:00 Uhr brachte sie mich mit dem Taxi zum Flughafen Entebbe.
Besondere Erlebnisse
Das Highlight bei meiner Freiwilligenarbeit in Uganda war natürlich das Gorilla Trecking. Ich konnte ca. 13 Gorillas sehen, die gegessen, gespielt und geruht haben. Es war wunderbar.
Ein weiteres Ereignis war die Erfahrung, dass ich die meiste Zeit alleine mit den Angestellten war und sämtliche Unternehmungen in Begleitung eines oder einer Angestellten gemacht habe und ich fühlte mich dadurch sicher.
Dadurch war es mir auch möglich, viel Kontakt zu Einheimischen zu erhalten. Ich wurde von ihnen auch zu sich nach Hause eingeladen. Es gibt aufgrund der Nähe zum Kongo (ca. 40 Minuten zu Fuß) überall Security. Die Menschen sind sehr hilfsbereit und freundlich.
Warum RGV?
Ich war bereits vor 3 Jahren als Volunteer in Namibia. Von da her war es klar, dass ich wieder über RGV das Projekt zum Schutz der Berggorillas kennenlernen möchte.
Von RGV – Eva – fühlte ich mich gut unterstützt. Von Anfang an bis zum Abschluss war sie für mich gut erreichbar und hat meine Fragen beantwortet.
RGV ist sehr gut organisiert, man kennt sich gut aus.
Das einzig Negative war, dass in der Beschreibung nicht angeführt wird, dass die Volunteers mit dem Taxi fahren und dies ca. 100 Dollar pro Fahrt kostet. Es gibt keine örtlichen Busse und die Fahrt mit dem Motorrad ist nicht ratsam, da die Straßen überaus schlecht sind und es ein weiter Weg in das Landesinnere ist. Dies und auch dass überall Spenden erwartet werden, gehört meiner Meinung nach in Zukunft klar kommuniziert.
Die ganzen 3 Wochen waren überaus interessant, außer, dass ein ca. 1 Meter großer Pavian in mein Zimmer gekommen ist und den Müllkübel ausgeleert hat, hat es keine Bedrohungen bzw. Krankheiten gegeben.
Herzliche Grüße von Andrea Cramer
Zuletzt geändert am: 15.01.2026
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