09.01.2026 / Erfahrungsberichte

Annas Zeit im Medizinprojekt in Ghana

„Ich mochte mein Team wirklich sehr und vermisse sogar die langen Dienste. Insgesamt war ich sehr positiv überrascht.“

Aufgabenbereiche & Arbeit im Projekt

Ehrlich gesagt konnte ich mir bei dem Medizinprojekt in Ghana recht viel frei aussuchen. Am Anfang wurde ich einem Ärtzt:innenteam zugeteilt, in dem Fachbereich den ich mir ausgesucht hatte (Gynäkologie).

Alle anderen haben immer nur 4 Tage die Woche gearbeitet, ich wollte aber so viel wie möglich lernen und außerdem wollte ich nicht als faul gelten, daher habe ich 6-7 Tage die Woche gearbeitet und pro Woche einen 24h Dienst mitgemacht (Die Ärtzt:innen vor Ort haben 1-2 pro Woche, das heißt, ich habe immer noch weniger gearbeitet als das Personal vor Ort).

In der Gyn gibt es verschiedene Bereiche, also habe ich versucht, möglichst alle kennen zu lernen. Es gibt den "Ward" auf dem alle unkritischen Patientinnen (teilweise mit Baby) liegen, das "Theater" also den OP, die HDU (high dependency unit), die Intensivstation der Gyn (ICU), der Kreissaal (labor ward) und die "clinic" (eine kleinere Klinik auf dem Gelände des Krankenhauses, hier wurden prä- und postnatale check-ups durchgeführt). 

Je nach Wochentag war mein Team an unterschiedlichen Orten eingeteilt: Montag evtl. "ward rounds", Dienstag "ward rounds"/HDU, Mittwoch clinic, Donnerstag Theater und Fr/Sa 24h Dienst (hier war jede/r wo anders eingeteilt), So/Mo 24h Dienst.

Generell durfte ich eigentlich alles machen, was ich konnte, oder gelernt habe. Ich hab mich am Anfang einfach an jemanden dran gehängt und hab versucht, so viel wie möglich zu lernen. 

Hier eine kleine Zusammenfassung der Aufgaben: Blut abnehmen, Blutkonserven an- und abhängen, bei OPs zuschauen und assistieren, prä- und postnatale check-ups durchführen und Beratungsgespräche z.B. bei Schwangerschaftsdiabetes, Wehenüberwachung und -induktion, Vaginalexamination, CTG schreiben (Cardiotocographie) und vieles mehr. 

Dazu muss man sagen, dass ich natürlich immer unter Aufsicht war und mir alles Schritt für Schritt beigebracht wurde. 

Natürlich habe ich mir den anstrengendsten Weg bei dieser Famulatur ausgesucht und ich hätte längst nicht so viel machen müssen, aber so wurde ich einfach als Teil des Teams akzeptiert und war am Ende keine Last mehr, sondern konnte Arbeit abnehmen und dem Team so etwas zurück geben. Außerdem hätte ich längst nicht so viel gelernt, hätte ich nur das Nötigste gemacht.

Natürlich ist die Infrastruktur in Ghana nicht so gut wie in Deutschland, aber ich finde, das Personal vor Ort macht das Beste aus allem. Ich mochte mein Team wirklich sehr und vermisse sogar die langen Dienste. Ich wurde freundlich aufgenommen, obwohl ich das wirklich nicht selbsverständlich finde und alle haben sich sehr bemüht, mir alles beizubringen.

Insgesamt war ich von der Freiwilligenarbeit in Ghana sehr positiv überrascht.

Zuletzt geändert am: 15.01.2026

Portrait Annas Freiwilligenarbeit im Bereich Medizin, August 2025
Autor
Annas Freiwilligenarbeit im Bereich Medizin, August 2025

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