RGV Kinderschutzrichtlinien

Behind the Rainbow
Richtlinien zum Schutz der Kinder

Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Kinder und Jugendliche in den RGV Projekten freuen sich immer über neue Spielideen und genießen die Aufmerksamkeit, die unsere RGV Freiwilligen ihnen schenken. Auch ohne pädagogische Vorkenntnisse kannst du als Volunteers im sozialen Bereich sehr viel bewirken. Deshalb arbeiten wir auch in mehr als der Hälfte unserer Projekte direkt mit Kindern und Jugendlichen zusammen. Unsere Einsatzstellen – meist Kindergärten und Schulen – sind dankbar für deine zusätzlichen helfenden Hände.

Doch in der Arbeit mit Kindern ist eine besondere Sorgfalt bei der Vorbereitung und Durchführung erforderlich. Wir von RGV möchten deshalb dafür sorgen, dass du dir deiner besonderen Verantwortung gegenüber Kindern und Jugendlichen bewusst bist. Denn das Wohlergehen der Kinder und Jugendlichen hat oberste Priorität für uns.

Bisher kam es zwar noch zu keinerlei Vorfällen, jedoch möchten wir hiermit zu Achtsamkeit anregen.

Das Wohlergehen von Kindern und Jugendlichen fördern

Kinder und Jugendliche sind schutzbedürftig und auf die Fürsorge und Betreuung von Erwachsenen angewiesen – überall auf der Welt. Leider ist es jedoch so, dass sie in vielen Regionen der Welt aus der Not heraus Gefahren ausgesetzt sind. Kinder und Jugendliche können als Arbeitskräfte ausgebeutet werden und manchmal führen unglückliche Umstände dazu, dass Kinder und Jugendliche misshandelt oder gar sexuell missbraucht werden.

Diejenigen, die ihre Fürsorgepflicht vernachlässigen, bzw. sich schuldig machen, können dabei aus dem näheren oder weiteren Umfeld der Kinder und Jugendlichen stammen (z.B. Eltern, Erziehungsberechtigte, andere nahestehende Personen, Nachbarn oder Verwandte). Vorfälle ereignen sich zwar überwiegend innerhalb der Familie oder der Lebensgemeinschaft, aber auch in den RGV Einsatzstellen könnte es zu solchen Übergriffen kommen.

Deine Verantwortung als Freiwillige/r

Sowohl unsere RGV Teammitglieder vor Ort als auch unsere Freiwilligen und Auslandspraktikant/innen können einen aktiven Beitrag zum Kinderschutz leisten. Deshalb gelten seit dem Frühjahr 2016 die RGV Kinderschutzrichtlinien!

Die 6 Bausteine der RGV Kinderschutzrichtlinien

  1. RGV ermöglicht keine Freiwilligenarbeit oder Auslandspraktika in Waisenhäusern oder Kinderheimen.
  2. Für deine Arbeit in sozialen Projekten erwarten wir, dass du uns dein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis zusendest.
  3. Wir informieren dich vor deiner Abreise über unsere Kinderschutzrichtlinien und klären dich über die individuellen Umstände in deinem Zielland auf.
  4. Mit dem Unterschreiben der RGV Verhaltensrichtlinien verpflichtest du dich zur Einhaltung unserer Kinderschutzrichtlinien.
  5. Wir laden dich zur freiwilligen Teilnahme an einem unserer RGV Vorbereitungsseminare ein, in welchen wir uns intensiver mit dem Thema Kindesschutz beschäftigen.
  6. An jedem unserer Standorte gibt es eine offizielle RGV Child Protection Contact Person, an die du dich im Bedarfs- und Notfall wenden kannst.

Mit den RGV Kinderschutzrichtlinien möchten wir sicherstellen, dass die RGV Projektarbeit – das Agieren von RGV Mitarbeitenden, RGV Freiwilligen und weiteren Beteiligten – transparent ist.

Verhaltensregeln für Volunteers

Um mit gutem Beispiel voran zu gehen, erwarten wir von dir als RGV Volunteer deshalb, dass du dich an folgende Regeln hältst:

  1. Kinder dürfen nicht auf unangebrachte und/oder auf kulturell nicht angebrachte Weise gehalten, gestreichelt, geküsst, gekuschelt oder berührt werden.
  2. Es dürfen keine Aktivitäten mit Kindern unternommen werden, die engen Körperkontakt erfordern, der über das für die Arbeit notwendige Maß hinausgeht.
  3. Es darf nicht auf eine Art und Weise gehandelt werden, die für Kinder seelisch oder körperlich verletzend sein könnten.
  4. Es dürfen keine sexuell anzüglichen Kommentare oder Handlungen gegenüber Kindern gemacht werden – nicht einmal als Witz!
  5. Sex oder sexuelle Beziehungen zu Kindern sind, unabhängig vom Einverständnis des Kindes und der lokalen Traditionen, verboten – Fehleinschätzung des Alters spielt keine Rolle!
  6. Kinder dürfen nicht geschlagen oder anders physisch angegriffen werden. Körperliche und erniedrigende Strafen durch RGV Volunteers und Mitarbeitende sind nicht gestattet.
  7. Es darf nicht auf eine Art gehandelt werden, die Kinder beschämt, demütigt, herabsetzt oder anders emotional/seelisch angreift.
  8. Ausgewählte Kinder dürfen im Vergleich zu anderen nicht diskriminiert oder bevorzugt behandelt werden.
  9. Es darf keine Zeit alleine mit Kindern, ohne Anwesenheit von anderen, hinter verschlossenen Türen oder in abgeschirmten Bereichen verbracht werden.
  10. Kinder dürfen nicht mit nach Hause ins Student House oder zur Gastfamilie mit genommen werden.
  11. Volunteers und Mitarbeitende dürfen nicht mit Kindern im selben Bett schlafen oder einem Kind erlauben unbeaufsichtigt bei sich zu schlafen zu lassen.
  12. Kinder dürfen nicht als Arbeitskräfte (z. B. als Hauspersonal) oder für sexuelle Dienste (z.B. Prostitution) ausgebeutet werden.
  13. Mitarbeitende und Volunteers dürfen das aufgelistete Fehlverhalten durch andere nicht billigen!

Besonderheiten, die du außerdem beachten solltest

Die Rolle des gesellschaftlichen Kontextes

Die Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie unser Verständnis von der Unantastbarkeit der Menschen- und Kinderrechte finden in unseren Zielländern oft noch keine Umsetzung. In Ghana, Tansania, Uganda und Togo gehört das Bestrafen mit dem Rohrstock noch zum Schulalltag und muss leider in gewissem Maße akzeptiert werden. Als Freiwillige/r kannst du natürlich deinen Standpunkt klarmachen und andere Methoden vorschlagen. Du kannst z.B. mit deinem Gesichtsausdruck oder dem Verlassen des Raumes Missfallen zeigen. Dabei sollte man es aber auch belassen.

Fotografieren und Filmen von Kindern

Bitte sehe davon ab schutzbedürftige Kinder (z.B. weinend, verletzt, leicht bekleidet) zu fotografieren, da sie sich nicht wehren können und womöglich nicht nein sagen können. Die Verbreitung von Fotos und Videos im Internet sollte außerdem nur mit Einwilligung der jeweils abgebildeten Personen erfolgen. Kinder und Jugendliche kannst du beispielsweise problemlos als Gruppe fotografieren, sofern sie damit einverstanden sind.

Bei aufkommenden Fragen zum Thema Kinderschutz kannst du dich jederzeit bei Yvonne Aigner von unserem RGV Team in München unter yvonne@rainbowgardenvillage.com melden!

Weiterführende Informationen:

Autorin: Gisela Wohlfahrt, Mai 2016