RGV Volunteers verwandeln Müll in Schmuck

Behind the Rainbow
Schmuck aus Müll

Aus Alt mach Neu – Kreatives Upcycling am Strand in Ghana

Dies ist ein Gastbeitrag von unserer Freiwilligen Selina. Sie ist in Ghana in unserem Naturschutzprojekt am Strand aktiv und hat gemeinsam mit anderen Volunteers eine besondere Aktion mit auf die Beine gestellt.

Anreise mit Turbulenzen

Nun bin ich bereits seit 4 Wochen hier in Ghana. Nach einer etwas ungeplant verzögerten Anreise, da mein Koffer erst einen Tag nach mir in Accra ankam, habe ich mich recht schnell hier in meiner Einsatzstelle eingelebt. Schon bald habe ich gemerkt, dass die gesagten Zeitangaben nicht wie in Deutschland zu verstehen sind, sondern dass hier alles ein wenig gemütlicher abläuft.

Müll ohne Ende

Gemeinsam mit Elaine, die leider schon abgereist ist, arbeitete ich im Naturschutz Projekt am Strand. Wir sammeln den Plastikmüll und andere Dinge (Treibholz, Muscheln, usw.), die von den Wellen angespült werden und recyceln diese so gut wie möglich. So zu sagen: Aus Alt mach Neu – Kreatives Upcycling am Strand in Ghana.

Natürlich kann man nicht jeden Müll verwenden, da viele Dinge schon zu lange im Meer waren und dadurch schon in zu kleine nicht verwertbare Teile gebrochen sind. Zu Beginn haben wir alles eingesammelt was wir zu Gesicht bekommen haben. Anschließend haben wir den Müll in 2 Kategorien sortiert – "brauchbar" und "kann in den Müll". Alles brauchbare haben wir dann gewaschen und anschließend desinfiziert.

In der alten Schule der Einsatzstelle haben wir unsere Werkstatt eingerichtet in der wir den brauchbaren Müll, unsere Werkzeuge und die fertigen recycelten Sachen aufbewahren. Schon nach kurzer Zeit füllte sich die Schule und wir beschlossen nur noch gezielt den brauchbaren Müll zu sammeln, da man wirklich jeden Tag zig Tüten voll mit angeschwemmten Plastik füllen könnte.

Viele tolle Sachen aus Müll – Upcycling ist angesagt

Am Anfang haben wir im Internet nach Recyclingideen gesucht und auch einiges dazu gefunden. Als wir mit dem Basteln anfingen, fielen uns immer mehr Dinge ein, die wir aus dem Plastik bauen können. So kam mit einer kleinen Spielzeugpistole die Idee ein Schild mit der Aufschrift "MAKE LOVE NOT WAR" herzustellen. Die Schrift haben wir aus dem gesammelten Paketband zurechtgeschnitten und gefundenes Treibholz verwandelte sich in eine gute Basis für ein solches Schild. Mittlerweile haben wir 3 solche Schilder hergestellt und ein viertes ist auch schon in Planung.

Aus den vielen Resten der Fischernetze, die wirklich im Überfluss gefunden wurden, haben wir bereits viele Armbänder und Schlüsselanhänger hergestellt. Sogar einen 100 % recycelten Ball aus alten Fischernetzen haben wir gemacht. Diesen haben wir bereits an Kinder verschenkt, die sich riesig darüber gefreut haben.

Aus aufgeschnittenen Flaschen, Flaschendeckeln und zurechtgeschnittenem Plastik haben wir Spardosen gemacht, die wie Tiere aussehen. Rocky das Sparschwein und Carolina die "kuhle Kuh". Mit den Kronkorken aus dem Restaurant stellen wir Flaschenuntersetzer her und momentan arbeiten wir an einem Windspiel, das aus einer Dose besteht, die von einem Stoff umwickelt ist, den wir am Strand gefunden haben, an der mit Draht, welcher aus alten Kabeln gewonnen wurde, die Kronkorken aufgefädelt sind. Somit ist auch dieser Gegenstand (wie die meisten anderen auch), bis auf den Kleber, vollständig recycelt.

Außerdem haben wir Dinge mit Mosaik verziert, kleine Geldbeutel aus Plastiktüten genäht, Armbänder aus aufgeschnittenen Flaschen und Stoff gemacht

Aufklärungsarbeit an Schulen

Jetzt im September fängt hier die Schule wieder an und wir werden verschiedene Schulklassen besuchen, sie über die Konsequenzen des Plastikmülls aufklären, dann mit ihnen Plastik sammeln gehen und ihnen zeigen was man Tolles damit machen kann. Wir wollen ihnen beibringen, dass Müll nicht gleich Müll ist und sie vielleicht mit ihren recycelten Sachen Geld verdienen können, wenn sie sich einen Stand aufbauen an dem sie diese verkaufen. Wir sind mal gespannt, wie das alles bei den Kindern ankommt und was wir bewirken können.

Jeder kann was tun

Eins steht auf jeden Fall fest – die Welt hat ein riesiges Problem mit dem vielen Plastik. Hier vor Ort in einem Projekt zu arbeiten ist zwar nicht die Lösung, aber auf jeden Fall ein großer Schritt in die richtige Richtung.

Jedes Stück Plastik, das irgendwo aufgehoben und dann richtig entsorgt wird, jede Tüte, die nicht gekauft und jede Verpackung auf die verzichtet wird ist ein Schritt in die richtige Richtung. Es sind Kleinigkeiten mit denen jeder von uns sogar täglich die Welt ein kleines bisschen besser machen kann. Ich gebe dabei mein Bestes.

Eure Selina

Autorin: RGV Volunteer Selina, Veröffentlicht von E. Walther, 27. September 2016

Bildergalerie

Upcycled bottles