Plastikmüll vermeiden: Unsere besten Alltagstipps

Responsible Lifestyle
Tipps zum Plastikmüll einschränken

Das kannst du tun um deinen Plastikverbrauch zu reduzieren

Einkaufstüten, Plastikflaschen, Verpackungsfolien: Mehr als 10 Millionen Tonnen Plastikmüll produzieren die Deutschen jedes Jahr – und sind damit traurige Rekordhalter in Europa. Mindestens 6 Millionen Tonnen landen im Meer. Experten schätzen, dass am Grund der Nordsee allein 600.000 Kubikmeter Plastik liegen (NABU). Obwohl Umweltorganisationen wie Greenpeace oder Sea Shepherd schon seit Jahren vor den langfristigen Konsequenzen von Plastikabfällen auf die Umwelt warnen, ist noch keine deutliche Besserung in Sicht. Auch wenn in den meisten Geschäften Plastiktüten inzwischen etwas kosten, verbraucht der Durchschnittsdeutsche noch immer 71 Plastiktüten im Jahr. Erschreckend: Die meisten Tüten werden nur rund 25 Minuten genutzt, bevor sie im Müll landen! Dabei ist es gar nicht schwierig, den Plastikverbrauch zu reduzieren, um Plastikmüll zu vermeiden und umweltbewusster zu leben!

Aktuell erzeugt die Kampagne „Plastic Free July“ reichlich Aufmerksamkeit in den sozialen Netzwerken. Nach Angaben der Initiative, die in Australien von der Organisation „Earth Carers“ ins Leben gerufen wurde, machen schon mehr als eine Millionen Menschen aus 130 Ländern mit. Jeder einzelne versucht dabei, im Juli 2017 ohne Plastik zu leben – oder zumindest seinen Plastikverbrauch stark einzuschränken. Ziel der Kampagne ist, die Natur zu schützen und Aufklärungsarbeit in Sachen Plastikverbrauch zu leisten. Mehr Informationen zu der Initiative findest du auf der Website http://www.plasticfreejuly.org/about.html und über die Organisation „Earth Carers“, kannst du hier mehr erfahren: http://www.earthcarers.org.au.

Wir bei RGV haben ein paar einfache Tipps für den Alltag gesammelt, mit denen wir alle unseren Plastikverbrauch deutlich einschränken und somit unnötigen Plastikmüll vermeiden können. Schon mit kleinen Umstellungen im Alltag können wir zusammen viel erreichen!

Unsere Tipps für weniger Plastikmüll:

1. In der Küche

  • Statt Frischhaltefolie zu verwenden um Lebensmittel aufzubewahren, kannst du sie in einer Schüssel mit einem Teller abgedeckt lagern!
  • Statt Plastikmüllbeutel zu benutzen, kannst du Essensreste in Zeitungspapier einwickeln und gleich im Biomüll entsorgen!
  • Spül- und Putzmittel kannst du, statt in kleinen Plastikflaschen, auch in Großpackungen kaufen und dann umfüllen!

2. Beim Einkaufen

  • Nimm zum Einkaufen immer deine eigenen Taschen mit. Am besten hast du immer eine in deiner Handtasche oder im Rucksack dabei, dann bist du in jeder Situation gerüstet!
  • Entscheide dich bewusst gegen Plastikverpackungen. Wähle stattdessen Glas oder Karton. Frisches Obst und Gemüse muss nicht in Plastiktüten gekauft werden! In den meisten größeren deutschen Städten gibt es bereits „verpackungsfreie“ Geschäfte. Wo es solche Geschäfte in deiner Nähe gibt, erfährst du hier: http://wastelandrebel.com/de/liste-unverpackt-laeden/

3. Im Bad

  • Eine der wichtigsten Veränderungen, die du umsetzen solltest, wenn du umweltbewusst leben willst, ist auf Kosmetikartikel mit Mikroplastik zu verzichten! Am ehesten sichtbar sind beispielsweise die kleinen Peeling-Perlen in Wasch- oder Duschgels – das ist Plastik! Doch auch in zahlreichen Zahnpastasorten und weiteren Pflegeprodukten ist Plastik enthalten. Die Mikroplastikpartikel gelangen über den Abfluss ins Grundwasser. Von dort geht ihre Reise über Flüsse und Seen bis ins Meer, wo sie von Fischen gefressen werden. So gelangt das Plastik auch in unsere Nahrungskette!

    Mit dieser praktischen App, kannst du die Barcodes von Produkten im Supermarkt scannen und schnell herauszufinden, ob sie Mikroplastik enthalten – du wirst überrascht sein, wo es sich überall verbirgt: http://www.beatthemicrobead.org

4. Unterwegs

  • Statt Wasser und andere Getränke in Plastikflaschen zu kaufen, hol dir eine stylische Trinkflasche, am besten aus Glas! Die sehen cool aus, du sparst Geld und besser für deine eigene Gesundheit ist es auch!
  • Pack dir dein Mittagessen nicht in Frischhaltefolie ein, sondern kauf dir eine coole Lunchbox, die du jeden Tag verwenden kannst!
  • Statt einen Take-Away-Becher im Coffee Shop zu nehmen, kauf dir deinen eigenen Thermosbecher. Der wird dir überall gerne mit deinem Lieblingskaffeegetränk aufgefüllt und länger heiß bleibt der Kaffee darin auch!

5. Auf Reisen

  • Benutze im Flugzeug deine eigenen Kopfhörer und verzichte auf die in Plastik verpackten, die von der Crew verteilt werden!
  • Nimm auch dein eigenes Kissen (und eventuell Decke) mit! Das ist sowieso bequemer und ist auch nicht unnötig in Folie eingepackt!
  • Bring dein eigenes Essen und Getränke – in plastikfreien und wiederverwendbaren Behältern – mit. Das schmeckt besser, ist gesünder und besser für die Umwelt!

Mit ein bisschen Kreativität fallen dir sicher noch weitere Punkte ein, um im Alltag Plastikmüll vermeiden zu können. Eine tolle Inspiration ist auch Lauren Singer: Die New Yorkerin hat seit knapp vier Jahren nur ein großes Marmeladenglas voll Müll produziert und dokumentiert ihren Lebensstil auf ihrem Blog „Trash Is For Tossers“ und in super interessanten Youtube-Videos, wie diesem: https://youtu.be/nYDQcBQUDpw. Sie zeigt damit: Schon eine kleine Umstellung in deinem Alltag, macht einen Unterschied!

Engagier dich mit RGV:

Wenn dir der Umweltschutz am Herzen liegt, kannst du mit RGV viele sinnvolle Naturschutz-Projekte in Afrika oder Asien als Freiwillige/r unterstützen: In Ghana kannst du beispielsweise lernen, wie aus recycelten Plastiktüten Volleyballnetze hergestellt werden. In Nepal kannst du dich in einem Papier-Recycling Projekt engagieren. Oder du kannst dich in Tansania für erneuerbare Energien und nachhaltige Landwirtschaft einsetzen. Es ist noch viel Aufklärungsarbeit nötig – die Möglichkeiten sind vielfältig! Eine Übersicht über unsere Projekte in diesem Bereich findest du hier.

Autorin: Miriam Trinker, RGV Redaktion, Juli 2017