Löwenbabys streicheln? Wie du artgerechte Wildlife-Projekte erkennst

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Löwenbabys streicheln? Wie du artgerechte Wildlife-Projekte erkennst

Ein flauschiges Löwenbaby streicheln und mit der Flasche füttern! Noch immer lassen sich viel zu viele Touristen durch nicht artgerechte kommerzielle Angebote wie dieses verlocken. Über die Konsequenzen sind sie sich dabei meist nicht bewusst. Was aber bedeutet das für die Tiere? Hier erfährst du mehr darüber – und warum RGV nicht mit solchen „Streichelzoo“-Projekten zusammenarbeitet. 

Freiwilligenarbeit in einer Aufzuchtstation für Wildtiere zu leisten, klingt sinnvoll und spannend – besonders, wenn es um große Raubkatzen geht. In solchen Stationen können Volunteers beispielsweise Löwenbabys, die angeblich von ihrer Mutter verstoßen wurden, streicheln und mit der Flasche großziehen. Ganz nach dem Motto: „Was klein und süß ist, ist bestimmt auch hilfsbedürftig.“ Nachdem die Löwenbabys ausgewachsen sind, werden sie laut Veranstalter-Informationen wieder in die Wildnis entlassen – weshalb man als Volunteer zum Artenschutz beitrüge. Aber entspricht das tatsächlich der Wahrheit? Was läuft tatsächlich ab in solchen Stationen? Wie sinnvoll und artgerecht sind derartige Projekte wirklich?

Uns bei RGV ist seriöser und nachhaltiger Tierschutz extrem wichtig. Deswegen prüfen wir jedes Wildlife-Projekt besonders gründlich, bevor wir uns zu einer Zusammenarbeit entschließen. Durch fundierte Information möchten wir außerdem über Missstände aufklären. Denn leider gibt es immer noch viele profitorientierte Programme unseriöser Anbieter, die Wildtiere kommerziell ausbeuten und den guten Willen der Freiwilligen ausnutzen. Indem die Jungtiere, etwa von Löwen oder anderen Raubkatzen, schon früh nach der Geburt von der Mutter getrennt werden, gewöhnen sie sich an den Menschen. Das Muttertier wird daraufhin bald wieder neue Junge gebären, die wiederum von Touristen und Freiwilligen gegen Bezahlung gestreichelt werden können. Durch die frühe Trennung können die jungen Löwen nicht die wesentlichen Verhaltensweisen für ein Überleben in freier Wildbahn von ihrer Mutter erlernen, was eine spätere Auswilderung schier unmöglich macht – ein Teufelskreis. 

Was passiert mit den Löwen, wenn sie zu groß geworden sind zum Kuscheln? 

Zunächst werden häufig geführte Spaziergänge mit den Großkatzen angeboten. Wenn die Tiere auch hierfür zu groß geworden sind, dann werden sie in der Regel weiterverkauft. Die Löwen landen dann nicht selten im sogenannten „Canned Hunting“, auch „Gatterjagd“ genannt. Bei dieser Jagdmethode werden die an Menschen gewöhnten Wildtiere zunächst in ein klar abgegrenztes Gehege überführt. Hier sind die an Menschen gewöhnten Löwen ein leichtes Ziel für unerfahrene Jäger. Und damit diese es noch leichter haben, werden die Tiere vor der Jagd gelegentlich sogar noch betäubt. Ausgewachsene männliche Löwen sind als Trophäe besonders begehrt, weshalb die Jäger bis zu 50.000 Euro zahlen, um anschließend stolz neben dem toten Tier zu posieren. Eine weitere lukrative Einnahmequelle der Löwenzucht bietet der asiatische Markt, wo die Knochen der Löwen die begehrten Tigerknochen für traditionelle Medizin ersetzen. 

Wenn du also darüber nachdenkst, als Volunteer im Bereich Tierschutz und Wildlife mitzuarbeiten, solltest du die Veranstalter und angebotenen Projekte immer genau prüfen, kritisch hinterfragen – und auf keinen Fall zu gutgläubig sein! 

Leider ist es oft schwierig, seriöse Projekte von unseriösen zu unterscheiden: Die Angaben der Auffangstationen sind oft nicht transparent genug, um eine wirklich objektive Entscheidung treffen zu können. 

Bei RGV kannst du dir sicher sein, dass die von uns angebotenen Projekte seriös sind. Um bei unseren Wildlife-Projekten maximale Transparenz zu gewährleisten, ist RGV seit 2016 Mitglied der Campaign Against Canned Hunting (CACH). Gemeinsam mit CACH setzen wir uns für verantwortliches Volunteering in Tierschutz- und Wildlife-Projekten ein und sind auf der Website www.cannedlion.org als „Ethical Volunteer Placement Agency“ gelistet. Seit Oktober 2017 kooperieren wir außerdem mit der Tierschutzstiftung Life For Nature, die sich mit ihrem Netzwerk dafür einsetzt, dem Tier- und Naturschutz eine größere Stimme zu verleihen. 

So erkennst du sinnvolle und artgerechte Wildlife-Projekte: 

  1. Engagiere dich nur in zertifizierten Wildlife-Projekten! Sie tragen zum Artenschutz bei, indem sie den natürlichen Lebensraum der Tiere schützen und ihnen so ein Leben in freier Wildbahn ermöglichen, anstatt Löwen und andere Wildtiere in Gefangenschaft zu züchten. Zudem kannst du die Wildtiere in ihrem natürlichen Verhalten beobachten und eine Menge lernen.
  2. Wildtiere sind keine Haustiere und der Kontakt mit Menschen ist nicht natürlich. Wildtiere sollten nur im Notfall mit Menschen in Kontakt kommen, wenn sie zum Beispiel verletzt oder krank sind. Es gibt derzeit keine Auswilderungsprogramme, die in Gefangenschaft gezüchtete Löwen erfolgreich in die Wildnis entlassen haben.
  3. Halte dich auch als Tourist von „Streichelzoo“-Projekten fern. Ein Schnappschuss mit einem niedlichen Löwenbaby rechtfertigt nicht die Tatsache, dass dieses von seiner Mutter getrennt in Gefangenschaft aufwachsen muss.
  4. Informiere dich gründlich über die Thematik und schärfe dein Bewusstsein für sinnvolle Tierprojekte. Vergiss nie, dass es bei einem Tierschutzprojekt in erster Linie um das Tier geht – und nicht um den Menschen. 

Sinnvolle Wildlife-Projekte mit Rainbow Garden Village

In unseren Projekten im Bereich Wildlife und Tierschutz hast du zahlreiche Möglichkeiten dich verantwortungsvoll und nachhaltig für den Tierschutz einzusetzen. Bei RGV bieten wir ausschließlich: 

  • Echte Wildlife Sanctuaries, in denen verletzte oder aus Gefangenschaft befreite Wildtiere aufgenommen und gepflegt und nach Möglichkeit wieder in die Wildnis entlassen werden.
  • Wildtierreservate, in denen der natürliche Lebensraum der Tiere geschützt wird und in denen sich die Tiere so frei entfalten können, sodass man das natürliche Verhalten der Tiere beobachten kann 

Hier findest du unsere Projekte im Bereich Wildlife und Tierschutz, die wir alle mit Bedacht gewählt haben. So kannst du dich mit gutem Gewissen sinnvoll engagieren und nachhaltig zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen

Autor: RGV Online Redaktion, Oktober 2017