Fairtrade Fashion: Unsere besten Tipps

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Fairtrade Fashion: Unsere besten Tipps

Lass dich zu nachhaltigem Konsum inspirieren

Bei fairer und nachhaltiger Mode denkst du an unbezahlbare Kleidung, die auch noch so aussieht wie ein Jutesack? Das muss nicht sein! Denn in den letzten Jahren hat sich viel getan. Fairtrade Fashion kann genauso modisch sein, wie Fast Fashion. Hier sind triftige Gründe, wie und warum du nachhaltige Mode in Erwägung ziehen solltest.

Dass günstige Mode in der Regel nicht sehr fair und nachhaltig produziert wird, davon haben die meisten schon mal gehört. Die wenigsten ändern jedoch etwas an ihrem Konsumverhalten. Die niedrigen Preise der Fast Fashion sind eben eine Versuchung, der nur wenige Konsumenten wiederstehen können. Um solche günstigen Preise zu gewährleisten, nehmen die Konzerne oft schlechte Arbeitsbedingungen und Umweltverschmutzung in Kauf.

Arbeiten für einen Hungerlohn

Mehr als 1.000 Menschen kamen ums Leben, als am 24. April 2013 das Rana Plaza Fabrikgebäude in Bangladesch einstürzte. Unter den Todesopfern waren zahlreiche Näherinnen, da sich in dem Gebäude unter anderem fünf Textilfabriken befanden. Das Unglück erregte weltweit großes Aufsehen und Empörung – vor allem über die unmenschlichen Arbeitsbedingungen in der Textilbranche. Denn oft müssen die Näher/innen in extrem langen Schichten an sechs oder sogar sieben Tagen die Woche unter schlechten und unsicheren Bedingungen arbeiten – und erhalten dafür verschwindend geringe Löhne

Auswirkungen auf die Umwelt

Die schlechten Arbeitsbedingungen in den Nähereien sind der offensichtlichste Missstand in der Modeindustrie. Doch die Probleme beginnen schon bei der Gewinnung der Materialien: Baumwolle ist eine der wichtigsten Ressourcen in der Textilherstellung. Der großflächige Einsatz von Pestiziden und anderen Chemikalien, ist nicht nur schädlich für die Umwelt, sondern auch für die Menschen. Nicht nur die Arbeiter auf den Farmen kommen in Kontakt mit den Chemikalien, sondern auch der Endverbraucher trägt sie durch die Kleidung auf der Haut und nimmt sie durch das Grundwasser auf.

Fast Fashion: Der Trend zur Wegwerfmode

Das grundlegende Problem liegt am anhaltenden Trend zur so genannten „Fast Fashion“. Die üblichen zwei bis vier Kollektionen im Jahr zu Frühling/Sommer und Herbst/Winter haben die großen Modeketten längst hinter sich gelassen. Stattdessen gibt es bei einigen Anbietern bis zu 52 Mikrokollektionen im Jahr. So landen jede Woche neue Trendteile in den Geschäften. Und weil diese so billig verkauft werden, ist der tatsächliche Nutzen der Kleidung für die Kunden oft nur noch Nebensache. Viele Kleidungsstücke werden nur wenige Male getragen – oder sogar überhaupt nicht, bevor sie wieder entsorgt werden.  

Erwäge den Schritt von Fast Fashion zu Fair Fashion 

Wenn du noch mehr über die wahren Kosten der Billigmode erfahren möchtest, dann solltest du dir die spannende Doku „The True Cost“ ansehen. Sie zeigt bewegend und überzeugend, was die Problematik mit der Wegwerfmode ist und warum es sich lohnt bewusst auf fair produzierte Kleidung zu setzen. 

Diese fünf einfachen Tipps kannst du direkt und ab sofort in deinem Alltag anwenden: 

  1. So simpel, dass man fast nicht darauf kommt: Kaufe einfach mal eine Zeit lang gar keine neue Kleidung! In den meisten Kleiderschränken befindet sich mehr Kleidung, als man anziehen kann. Viele Stücke werden deshalb oft nur selten getragen – oder auch gar nicht. 
  2. Falls du doch etwas Neues kaufen möchtest, frage dich vorher, ob du es wirklich brauchst – oder ob du es nur kaufst, weil es billig oder reduziert ist. Kannst du dir vorstellen, es auch nächstes Jahr noch zu tragen?
  3. Probiere doch mal gebraucht statt neu! In Second-Hand-Läden und Charity-Shops oder auf diversen Online-Plattformen, wie z.B. Kleiderkreisel, verbergen sich oftmals wahre Schätze. So verlängerst du den Lebenszyklus dieser Kleider und sorgst dafür, dass sie nicht im Müll landen! 
  4. Qualität geht vor Quantität! Setze ein Zeichen, indem du die großen Fast-Fashion-Ketten nicht mehr unterstützt. Investiere lieber in ein qualitativ hochwertiges und zeitloses Kleidungsstück, das fair und ökologisch produziert ist, anstatt in vier billige Teile, die du nach drei Monaten nicht mehr tragen willst, weil sie „out“ oder kaputt sind. Coole deutsche Fair Fashion Labels sind zum Beispiel Armed Angels und Jan 'n June.
  5. Achte auf die wichtigsten Qualitätssiegel! GOTS für zertifizierte Biobaumwolle und Fairtrade für bessere Arbeitsbedingungen sind zwei der wichtigsten Zertifikate. Zahlreiche Hersteller setzen deren Richtlinien schon um. Zudem sind einige Hersteller Mitglied bei der Fair Wear Foundation, die sich für die Rechte der Arbeiter in der Textilindustrie einsetzt. 

Diese einfachen Tipps kannst du leicht in deinen Alltag integrieren. Uns bei RGV sind faire Arbeitsbedingungen in der Textilbranche sehr wichtig: Deshalb sind unsere T-Shirts auch fair produziert und gehandelt. Auch kleine Schritte führen ans Ziel – So kannst auch du durch eine Änderung deines eigenen Konsumverhaltens ein Zeichen für fair produzierte Mode setzen. Inspiriere auch andere zu einem bedachten Konsum und genauer hinzuschauen beim Kleidungskauf!

Autorin: Ulla Gladziewski, RGV Redaktion, November 2017