Elfenbeinhandel: Das schmutzige Geschäft mit dem weißen Gold

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5 schockierende Fakten zum Elfenbeinhandel

Mit der Entscheidung der chinesischen Regierung, den nationalen Elfenbeinhandel bis Ende 2017 in ihrem Land zu verbieten, besteht erstmals eine echte Hoffnung für die Rehabilitation der Elefantenpopulationen in Afrika und Asien. China gilt seit jeher als der größte Markt für den illegalen internationalen Elfenbeinhandel. Doch auch in Europa ist der blutige Handel mit dem Elfenbein noch keine Vergangenheit!

Was wirklich schockierend ist: nicht nur in China, sondern auch in der EU und den USA besteht der Handel mit dem Elfenbein, und die Absatzzahlen stiegen in den letzten Jahren sogar rasant an!

Mit den folgenden Zahlen und Fakten, wollen wir auf die akute Bedrohung der Elefanten durch den Elfenbeinhandel aufmerksam machen, aber auch zeigen, warum dieser Handel nach wie vor in vielen Teilen der Welt floriert:

  1. Rund 20.000 Elefanten sterben jährlich wegen ihrer kostbaren Stoßzähne. Das sind ungefähr 55 Tiere pro Tag! (WWF 2017) Im Jahr 1989 wurde der internationale Elfenbeinhandel zwar mit dem Washingtoner Artenschutzabkommen für illegal erklärt, in vielen Ländern sind aber bis heute keine nationalen Verbote für Elfenbeinmärkte etabliert. So floriert der illegale Handel weiter.

  2. China ist noch immer einer der größten Märkte für den Elfenbeinhandel: Die Volksrepublik importierte im Jahr 2015 offiziell 16.569 Elfenbeinprodukte aus der EU. Expertenschätzungen zufolge ist das allerdings nur ein Bruchteil des gesamten Elfenbeinimports nach China. Der Rest stammt aus illegalem Handel mit Schmugglern – in der Regel aus Afrika. Seit Anfang 2017 hat die Regierung in China nun aber begonnen, Geschäfte und Fabriken, die im Elfenbeinhandel aktiv sind, zu schließen. Alle restlichen Betriebe dieser Art sollen bis zum Ende des Jahres verboten werden. China reagiert damit auf die Aufforderung der CITES-Artenschutzkonferenz vom Oktober 2016. In diesem Abkommen erklärten sich auch Hong Kong und die USA, der zweitgrößte Abnehmer von Elfenbein, dazu bereit, nationale Verbote für den Handel einzuführen.

  3. Seit 2008 der Elfenbeinhandel mit China, Hong Kong und Japan liberalisiert wurde, ist der globale Import-/Exporthandel von Elfenbein rasant angestiegen. Und auch der illegale Markt ist regelrecht explodiert. In nur acht Jahren verringerte sich dadurch die Elefantenpopulation der Sahara um ein Drittel. Alleine in Tansania wurden zwischen 2009 und 2014, also in nur fünf Jahren, 65.000 Elefanten getötet. Das sind 60% aller Elefanten in diesem Land!

  4. Während der größte Importeur von legal und illegal gehandeltem Elfenbein China ist, ist der größte legale Exporteur von Elfenbein laut einer Studie der CITES Trade Database die EU. Auch diese Zahlen sind rasant gestiegen in den letzten Jahren. 2014 und 2015 wurden laut den aktuellsten Zählungen aus der EU 1.258 Elefantenstoßzähne und 20.226 verarbeitete Elfenbeinprodukte exportiert.
    Extrem beunruhigend ist auch, dass die Herkunft dieses Elfenbeins oft nicht ausreichend dokumentiert ist. Daher besteht der Verdacht bei vielen Experten, dass es auch Elfenbein in den europäischen Exporthandel schafft, das nach dem Verbot von 1989 illegal aus Afrika geschmuggelt wurde.

  5. Der illegale Elfenbeinhandel wird in Afrika weitgehend von kriminellen Banden als Finanzierungsgrundlage genutzt. Laut dem WWF zählt der Elfenbeinhandel zu den fünf lukrativsten Sparten der internationalen Kriminalität, zusammen mit Menschen-, Drogen, Waffenhandel sowie dem Handel mit gefälschten Markenprodukten.
    Auch in der Finanzierung von terroristischen Gruppen und Rebellen spielt Elfenbein eine wichtige Rolle. Laut einem Bericht der UNO, fließen durch den Elfenbeinschmuggel jährlich zwischen vier und zwölf Millionen Dollar in die Taschen von afrikanischen Rebellen.

Wie du dich mit RGV für den Elefantenschutz einsetzen kannst:

Der Schutz der Elefanten in Afrika und Asien liegt uns bei RGV sehr am Herzen. Daher unterstützen wir mehrere Projekte, in denen du dich als Volunteer für den Erhalt der Elefantenpopulation und den Schutz der Tiere einsetzten kannst.

Wir beraten dich gerne persönlich zu den Möglichkeiten im Bereich Wildlife und Tierschutzruf uns einfach an!

Quellen: „EU IVORY TRADE: THE NEED FOR STRICTER MEASURES“ (Januar 2017), Schreiben des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (19. Dezember 2016), Zeit Online „China stoppt Elfenbeinhandel“ (31. März 2017), ProWildlife (2017), WWF (2017)

Autorin: Miriam Trinker, RGV Redaktion, Oktober 2017