AIDS Prävention für Volunteers in Afrika und Asien

Tipps für Volunteers
HIV Prävention in Afrika

Schutz vor HIV/AIDS im Ausland

HIV bzw. AIDS ist weltweit immer noch ein großes Problem, weshalb die HIV/AIDS Prävention für Volunteers in Afrika und auch in Asien höchste Priorität hat. Vor allem auf diesen zwei Kontinenten gibt es eine hohe Rate an Infizierten, und die Einheimischen sind oft nur notdürftig aufgeklärt.

Auch in deinem Freiwilligenprojekt ist es möglich, dass du mit HIV-positiven Menschen zusammenarbeitest. Welche Übertragungswege für HIV gibt es? Wie kannst du dich am besten schützen? Was musst du dabei beachten? Hier haben wir für dich die wichtigsten Verhaltenstipps zusammengefasst!

Was ist der Unterschied zwischen HIV und AIDS?

Durch die Infektion mit HIV, dem „Human Immunodeficiency Virus", wird das Immunsystem angegriffen. Es kommt zu einer Abwehrschwäche des Körpers. Bei einer früh erkannten Infektion durch HIV sollte eine antiretrovirale Therapie (ART), also eine tägliche Einnahme von verschiedenen Medikamenten, konsequent und lebenslang durchgeführt werden. So kann eine schwere Immunschwäche verhindert werden. HIV-positiv zu sein bedeutet nicht unbedingt, dass man AIDS hat.

Erst wenn der HI-Virus das Immunsystem schon so sehr geschwächt hat, dass der Körper Schwierigkeiten hat Infektionen abzuwehren, spricht man von AIDS. AIDS bedeutet „Acquired Immunodeficiency Syndrome". Dabei kommt es zu lebensbedrohlichen Infektionen und Tumoren, die der Körper nicht mehr abwehren kann.

Wichtig: Egal ob HIV-positiv oder AIDS-krank, also auch ohne sichtbare Symptome, besteht eine Ansteckungsgefahr.

HIV und AIDS – die Zahlen

Laut den aktuellsten Zahlen vom Joint United Nations Programme on Aids (UNAIDS) gab es 2016 mehr als 36 Millionen HIV-positive Menschen weltweit, 2016 stieg diese Zahl um ca. 2 Millionen. In Asien leben, nach Angaben von UNAIDS aus dem Jahre 2016, um die 5 Millionen und in Afrika etwa 26 Millionen Menschen mit HIV. Im Vergleich dazu leben in Deutschland ca. 85.000 HIV-positive Menschen. 2016 starben weltweit etwa 1 Million Menschen an den Folgen von HIV und AIDS. Gerade aufgrund dieser Zahlen ist die AIDS Prävention für Volunteers in Afrika und Asien so wichtig. Erfreulicherweise werden durch die Präventionsmaßnahmen gegen HIV die Neuinfektionszahlen zunehmend gesenkt. Nach Schätzungen von UNAIDS ist die Anzahl der Neuinfektionen von 2010 bis 2016 um 16% gefallen!

HIV Übertragungswege

HIV ist, laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), ein schwer übertragbarer Krankheitserreger. HIV wird in alltäglichen Situationen, z.B. dem Familienleben oder dem Arbeitsalltag, nicht übertragen. Im medizinischen Bereich ist allerdings höhere Vorsicht geboten (siehe unten). Grundsätzlich solltest du wissen, dass HIV nur übertragen werden kann, wenn Körperflüssigkeiten die den HI-Virus enthalten auf die entsprechenden Schleimhäute oder in offene Wunden geraten. Insbesondere wenn diese Schleimhäute aufeinandertreffen, wie etwa beim ungeschützten Geschlechtsverkehr, besteht eine Ansteckungsgefahr. HIV wird am häufigsten beim Geschlechtsverkehr ohne Kondom übertragen! Einen Überblick über die Übertragungswege findest du weiter unten im Text.

Was bedeutet das für dich in der Praxis?

1. Dein Alltag

Dein Alltag wird durch AIDS nicht weiter beeinträchtigt. Bei Hautkontakt, wie Händeschütteln oder Umarmen, gibt es keine Ansteckungsgefahr. Auch durch die Luft, z.B. Husten oder Niesen, besteht kein Risiko, sich anzustecken. Du kannst dich also in einem Umfeld, in dem du mit HIV-positiven Mitmenschen zusammenarbeitest oder zusammenlebst, wie in Deutschland auch, ganz normal verhalten. Es ist äußerst wichtig, dass du infizierte Kinder, Jugendliche und Erwachsene nicht wie zweitklassige Menschen behandelst. Diskriminierung oder ähnliches Fehlverhalten kann sehr negative Folgen mit sich bringen. Du solltest unbedingt die Würde deiner Mitmenschen achten!

2. Medizinischer Bereich

Absolvierst du deine Freiwilligenarbeit oder dein Auslandspraktikum im medizinischen Bereich, solltest du große Acht auf Hygienemaßnahmen und Selbstschutz geben. Das bedeutet für dich: Deutsche Standardhygienemaßnahmen einhalten! Du solltest bei Patientenkontakt immer Einmalhandschuhe tragen, bei größeren Eingriffen (etwa einer Geburt) auch Mund-Nasen-Schutz und Schutzbrille. Scharfe oder spitze Gegenstände, die mit virushaltigen Körperflüssigkeiten verunreinigt sein könnten, müssen entsorgt werden, ohne dich oder Andere zu gefährden. Solange du also genau aufpasst, ist die Arbeit im medizinischen Bereich ungefährlich.

WICHTIG: Wenn du einen HIV-positiven Patienten hast, bist du nicht dazu verpflichtet, diesen selbst zu behandeln. Du kannst jederzeit auch eine/n der einheimischen Ärzte/innen herbeiholen und die Verantwortung an diese/n weitergeben. Hier findest du die "Richtlinien für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention" des Robert Koch Instituts.

3. Geschlechtsverkehr

Der HI-Virus kann über Blut, Samen- oder Scheidenflüssigkeit, Muttermilch, den Flüssigkeitsfilm auf Schleimhäuten und das Aufeinandertreffen dieser Schleimhäute übertragen werden. Der Virus kann über Schleimhäute (Schleimhaut des Darms, der Scheide und des Penis) sowie über blutende Wunden oder entzündete Hautflächen in den Körper gelangen. Somit ist Sex (Vaginal- und Analverkehr) ohne Kondom die häufigste Übertragungsform von HIV. Auch beim Oralverkehr sollte kein Sperma, keine Scheidenflüssigkeit und kein Blut aufgenommen werden bzw. sollten Kondome oder Dental Dams verwendet werden. Da vor allem Afrika und auch Asien einen hohen Anteil an HIV-positiven Menschen haben, ist der Schutz vor AIDS im Ausland besonders wichtig. Aus diesem Grund gehen wir davon aus, dass unsere Freiwilligen vor Ort keine sexuellen Beziehungen eingehen. Solltest du dennoch in eine Notsituation kommen, findest du hier die Notfall-Hinweise der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Fazit zur AIDS Prävention für Volunteers in Afrika und Asien

HIV bzw. AIDS ist eine Infektionskrankheit mit langwierigen Folgen. Heutzutage kann man zwar mit dieser Krankheit leben, aber nur durch die tägliche Einnahme von Medikamenten. Sie ist und bleibt bis heute unheilbar. Gerade deswegen ist es sehr wichtig, ein Risikobewusstsein zu entwickeln und sich angemessen zu verhalten, um eine Infektion zu vermeiden.

So kann HIV, laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), NICHT übertragen werden:

  • Es besteht keine Ansteckungsgefahr bei (Zungen-)Küssen.
  • Es besteht keine Ansteckungsgefahr bei Körper- oder Hautkontakt, wie etwa Händeschütteln, Streicheln, Umarmungen.
  • Es besteht keine Ansteckungsgefahr im Familien- und Gemeinschaftsleben, auch nicht beim Zusammenleben in einer Wohngemeinschaft.
  • Es besteht keine Ansteckungsgefahr durch die Luft, auch nicht durch Niesen oder Anhusten.
  • Es besteht keine Ansteckungsgefahr durch Essen, etwa im Restaurant.
  • Es besteht keine Ansteckungsgefahr durch Geschirr, Wäsche oder Kleidung – etwa die gemeinsame Benutzung von Essgeschirr oder das gemeinsame Waschen von Kleidung.
  • Es besteht keine Ansteckungsgefahr bei der Benutzung von Gemeinschaftseinrichtungen, wie Schwimmbad, Toiletten oder Waschräume.
  • Es besteht keine Ansteckungsgefahr bei Insektenstichen, wie zum Beispiel Mücken.
  • Es besteht keine Ansteckungsgefahr bei medizinischen Maßnahmen (Arzt, Krankenhaus) wenn die gängigen Hygienevorschriften eingehalten werden. Ein sehr geringes Restrisiko besteht bei einer Spende von Blut oder Plasma.
  • Es besteht keine Ansteckungsgefahr beim Piercing, Tätowieren, Ohrlochstechen o.ä. wenn die bestehenden Hygieneregeln beachtet werden (etwa Desinfizieren und das Verwenden von Einwegmaterial).

Für zusätzliche Infos zur Aids Prävention für Volunteers in Afrika und Asien, kannst du dir folgende Seiten anschauen:

Gib Aids Keine Chance

Deutsche Aidshilfe

Robert Koch Institut

UNAIDS

RGV Reiseverbereitung

(Quellen: Gib Aids Keine Chance, Robert Koch Institut, UNAIDS, Deutsche Aidshilfe, Auswärtiges Amt; Bilder: UNAIDS, Gib Aids Keine Chance)

Autorin: Amelie Menzel, RGV Redaktion, August 2015 (Aktualisiert im November 2017)