10 Tipps zur Finanzierung für ein Auslandspraktikum oder Freiwilligendienst

Tipps für Volunteers
Finanzierung deines Auslandsaufenthaltes

Fördermöglichkeiten für einen Freiwilligendienst oder Praktikum im Ausland

Eine Freiwilligenarbeit oder ein Praktikum im Ausland sind mit Kosten verbunden. Da unser Programm nicht staatlich gefördert ist, trägst du als Teilnehmer/in die Kosten für deinen Auslandsaufenthalt selbst. Für Viele ein entscheidender Punkt.

Deshalb haben wir für dich 10 Tipps zur Finanzierung für ein Auslandspraktikum oder Freiwilligendienst zusammengetragen. Mit diesen Tipps, etwas Eigeninitiative, Kreativität und Begeisterung wirst du deinen RGV Einsatz im Ausland verwirklichen können.

1) Finanz- und Zeitplan erstellen

Zu allererst solltest du dir einen groben Überblick über die Summe der Kosten deines Einsatzes im konkreten Projekt verschaffen. Auf unserer Homepage oder in unserem Katalog findest du eine Auflistung der Gebühren mit den jeweils enthaltenen und nicht enthaltenen Leistungen. Alle Kosten die zusätzlich anfallen wie z.B. für die Impfungen, Versicherungen oder Freizeit kannst du ganz einfach bei uns oder der jeweiligen Behörde erfragen.

Hast du alles zusammengetragen, kannst du in einer Tabelle auflisten, wie viel Geld du insgesamt, vor deiner Abreise und monatlich während deines Einsatzes benötigst. So hast du alle Kosten im Blick und eine Grundlage für spätere Aktionen oder Stipendien. Bewahre dafür auch unbedingt die Belege deiner Ausgaben auf! Erstelle nun einen Zeitplan, bis wann und wie du das entsprechende Geld aufbringen willst. Dies wird dir helfen, dein Vorhaben umzusetzen.

2) Nebenjob und Ersparnisse

Kleinvieh macht auch Mist… Wenn du nicht auf bereits Erspartes zugreifen kannst und du keinen festen Job hast, tut es auch ein Nebenjob! Bei einem Stundenlohn von 8,50 Euro und ca. 10 Stunden Arbeit in der Woche hast du bereits nach einem halben Jahr 2.040 Euro zusammen! Und das bei einem relativ geringen Aufwand.

Gelegenheitsjobs gibt es genügend: Kellnern, Gartenarbeit, Einzelhandel, Zeitung austragen oder Babysitten… erkundige dich in deiner Stadt oder durchforste die Lokalzeitung oder Internetplattformen nach Stellenangeboten. So wirst du sicherlich schnell fündig.

3) Privates Sponsoring/ Privater Förderkreis

Eine weitere Möglichkeit ist das private Sponsoring bzw. das Gründen eines privaten Förderkreises. Teile deine Begeisterung für dein Vorhaben z.B. mit deiner Familie, deinen Freunden, Verwandten und Nachbarn oder auch Lehrer/innen und erzähle ihnen von deinem Projekt. Auch über eine Facebook Seite kannst du viele Personen aus deinem Bekanntenkreis auf deine zukünftige Freiwilligenarbeit oder dein Auslandspraktikum aufmerksam machen.

Bestimmt werden Einige bereit sein, einen einmaligen oder monatlichen Betrag beizusteuern. Wenn dir mehrere Personen einen kleinen Betrag spenden, kann schon einiges zusammenkommen! Bedanke dich immer persönlich bei ihnen, z.B. mit einer Postkarte oder mit Fotos deines Einsatzes. So gibst du ihnen auch etwas zurück und kannst ihnen Einblicke in deine Freiwilligenarbeit ermöglichen.

4) Verkaufsaktionen

Durch Verkaufsaktionen kannst du auf einfache und effektive Weise Geld für deinen Auslandsaufenthalt auftreiben. Verkaufe z.B. selbstgebackene Muffins und Kaffee in der Schule, Uni oder Arbeit. Oder verbinde deine Verkaufsaktion mit einer Entrümpelung! Bestimmt besitzt du Dinge wie z.B. Klamotten, CD's, Filme, Bücher oder Möbel, die du schon lange ausmisten wolltest.

Es gibt genügend Internetplattformen, auf denen du sie für Geld verkaufen kannst (z.B. eBay, Amazon, Kleiderkreisel etc.). Natürlich bieten sich auch Flohmärkte für den Verkauf an. Wenn du kreativ bist und eine tolle Idee hast, kannst du auch etwas selbst gestalten und verkaufen.

5) Benefizveranstaltungen

Eine Benefizveranstaltung kannst du im privaten oder im öffentlichen Rahmen organisieren. Diese kann z.B. ein gemeinsames Abendessen mit Freunden, eine Party oder ein Grillfest sein. Handelt es sich um eine private Veranstaltung im kleineren Kreis ist die Organisation recht unkompliziert:

Überlege dir dazu, welche Räumlichkeiten du kostenfrei oder günstig nutzen kannst (z.B. Garten, Klassenzimmer oder Garage). Bitte ein paar Freunde oder Bekannte, dir zu helfen die Veranstaltung vorzubereiten und z.B. für Musik während des Events zu sorgen. Für deine Veranstaltung kannst du dann einen solidarischen Beitrag verlangen.

Mache den Gästen dabei bewusst, dass die Veranstaltung einer guten Sache dient. Das kannst du beispielsweise über deine Einladung, Poster zu deinem Projekt, oder eine kurze Ansprache machen. Hier zählt Kreativität!

Aber Achtung: sobald es sich nicht mehr um eine private, sondern um eine öffentliche Veranstaltung mit Eintritt handelt z.B. um einen öffentlichen Benefizlauf oder eine öffentliche Party, müssen folgende Punkte beachtet werden:

  • GEMA muss gezahlt werden, sofern Gema-pflichtige Musik gespielt wird
  • Jugendschutzgesetz sowie Gaststättengesetz treten in Kraft
  • Genehmigung muss bei der Gemeinde beantragt werden
  • Unter Umständen kann Versammlungsstättenverordnung in Kraft treten (siehe § 1 MVStättV) (eventfaq.de)

Wem das zu aufwändig ist, dem raten wir, eine kleinere private Feier zu organisieren.

6) Spendenplattformen und Fundraising

Hast du schon alle Verwandten und Bekannten abgeklappert, kannst du noch einen Schritt weiter gehen und dein Projekt an die Öffentlichkeit tragen. Im Internet gibt es einige Seiten auf denen du professionelle Spendenaufrufe oder Fundraising Aktionen für dein Projekt umsetzen kannst. Fundraising bedeutet, finanzielle Mittel für einen guten Zweck einzubringen. Mit Hilfe von verschiedenen Aktionen und strategischer Kommunikation rufst du (fremde) Personen (z.B. Firmen, Gemeinden, die breite Masse) gezielt dazu auf, dein Vorhaben mit Spenden zu unterstützen. Tipps und Infos findest du unter anderen auf folgenden Seiten im Netz:

Oder frag doch z.B. einmal bei einem lokalen Radiosender oder einer Lokalzeitung nach, ob du dein Projekt vorstellen und dafür einen Spendenaufruf machen darfst. Bist du vielleicht ein/e begnadete/r Musiker/in? Dann versuche es doch einmal mit Straßenmusik! Auch so kannst du Geld für dein Projekt sammeln.

7) Stipendien von Wohltätigkeitsorganisationen und staatlichen Einrichtungen wie Promos

Für ein Stipendium von einer Wohltätigkeitsorganisation oder staatlichen Einrichtung wie Promos solltest du dich rechtzeitig bewerben. Die Fördermittel sind meist begrenzt. Viele Förderprogramme richten sich an junge Menschen zwischen 18 und 26, höchstens 30 Jahren. Besonders Projekte, die den internationalen Austausch und eine nachhaltige Entwicklung fördern, werden bezuschusst. Bisheriges Engagement und gute Sprachkenntnisse sind meist Voraussetzung bzw. vergrößern die Chance, ein Stipendium zu bekommen. Finanzielle Fördermaßnahmen findest du z.B. über die Stipendiendatenbank Stipendienlotse.de des "Bundesministeriums für Bildung und Forschung".

8) (Gesetzliche) Förderungen staatlicher Einrichtungen

Neben Stipendien gibt es weitere Möglichkeiten, Förderungen aus öffentlicher Hand zu erhalten, zu denen du zum Teil sogar laut Gesetz berechtigt bist. Kindergeld bekommen deine Eltern bis zur Vollendung deines 25. Lebensjahres sofern du dich in einer Ausbildung befindest. Gerne stellen wir dir eine Praktikumsbescheinigung aus, die in den meisten Fällen von der Kindergeldstelle anerkannt wird.

Ist dein Freiwilligenprojekt oder Auslandspraktikum studienbezogen, besteht die Möglichkeit, dass dir der Deutsche Akademische Auslandsdienst (DAAD) die Fluggebühren erstattet und du einen finanziellen Zuschuss für dein Projekt bekommst. Wenn du ein Auslandspraktikum absolvierst, kannst du Auslands-BAföG beantragen. Auch wenn du nicht schon bereits BAföG erhalten hast, hast du unter Umständen Anspruch auf Auslands-BAföG. Informiere dich dazu einfach auf auslandsbafoeg.de.

Viele öffentliche Einrichtungen haben darüber hinaus ein bestimmtes Budget, das sie in die Förderung des Engagements junger Menschen in anderen Ländern (vor allem Entwicklungsländern) investieren. Höre dich einfach bei deiner Universität / Hochschule, Schule, Gemeinde oder Stadtverwaltung um, ob sie so einen "Förder-Topf" haben und ob sie dein Projekt unterstützen möchten.

9) Erkundige dich bei ehemaligen Volunteers

Natürlich gibt es noch viele andere Wege, das Geld für deinen Auslandsaufenthalt zusammenzubringen. Lies auf jeden Fall auch Erfahrungsberichte und frag bei ehemaligen Volunteers und Auslandspraktikant/innen nach. Sicherlich erhältst du so den ein oder anderen wertvollen Tipp von Leuten, die aus Erfahrung sprechen.

10) Sei kreativ und engagiert!

Wie du siehst, gibt es zahlreiche Fördermöglichkeiten für einen Freiwilligendienst oder Praktikum im Ausland. Nun liegt es an dir aktiv zu werden! Wenn du von deinem Vorhaben überzeugt bist, wirst du auch andere mit deiner Begeisterung anstecken. Sei engagiert und lasse deiner Kreativität und Fantasie freien Lauf.

Wir wünschen dir viel Erfolg!

Autorin: Janina Gurlitt, RGV Redaktion, Januar 2017

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