Rehab Freiwilligenarbeit Ghana Erfahrungsbericht

Erfahrungen im Rehabilitationscenter in Accra

Einen Monat Volunteering in Ghana

Ziemlich spontan, aber mit viel Feuereifer, habe ich Anfang des Jahres die Entscheidung getroffen, für einen Monat Freiwilligenarbeit in Ghana zu leisten. Die Chance, ein afrikanisches Land von dieser Perspektive aus zu sehen, bekomme ich so schnell nicht wieder, dachte ich mir. Und tatsächlich, was ich dort erlebt habe, ist mit Worten kaum zu beschreiben. Es war für mich eine Zeit, in der jeder einzelne Tag hunderte neuer Eindrücke bereit hält und die mich und einige meiner Ansichten grundlegend verändert hat.

Freiwilligenarbeit im Rehab Center in Ghana

Das Projekt, in dem ich gearbeitet habe, ist das Rehab Center. Die Arbeit dort konzentriert sich hauptsächlich auf die Genesung alkohol- und drogenabhängiger junger Männer, unter Zuhilfenahme des Wort Gottes. Darüber hinaus war mein Tätigkeitsfeld unglaublich vielfältig. Ich habe Essenspakete an mittellose Bewohner eines ärmeren Viertels verteilt, durfte bei der Zubereitung ghanaischer Gerichte helfen, habe das Marketingbestreben unterstützt, für Patienten im Krankenhaus gebetet und noch vieles mehr. Die Entscheidung, mich während meines Aufenthaltes in Afrika im Rehab zu platzieren, war die beste Entscheidung, die RGV für mich hätte treffen können. Obwohl ich seit einiger Zeit bekennende Atheistin und Religionskritikerin bin, hat mich die Arbeit unter dem sympathischen Paar Apostle und Abena Washington geradezu aufblühen lassen. Von Montag bis Samstag von morgens bis abends war ich für ihre Organisation tätig und habe es so geschafft auch ohne den Glauben an Gott von jedem Teammitglied akzeptiert zu werden.

Orientierungs-Programm und Wochenendausflüge

Daneben bleibt kaum Zeit für andere großartige Unternehmungen. Ich hab das, was ich sehen wollte an den Wochenenden, oder während des 5-tägigen Orientierungs-Programms gesehen und das keine Sekunde bereut. Das Orientierungs-Programm fand ich super, um die Stadt und die Mentalität der Ghanaer kennenzulernen und es hat mich sehr gut auf das Leben während der Arbeit vorbereitet. Ich wusste, wie man Trotro fährt, den Händlern klar macht, dass man nichts kaufen möchte und wie ich mich in den Straßen zurecht finde, sodass ich den Kopf frei für meine Freiwilligenarbeit hatte.

Mein zweites zu Hause in Ghana

Zudem hatte ich während der gesamten Zeit die aufopfernde Unterstützung meiner Gastfamilie. Mama Joana, meine Gastschwester Abigail und ihr Bruder Eugene waren immer für mich da und hatten zu jeder Zeit ein offenes Ohr. Dabei haben sie mich mit den unterschiedlichsten ghanaischen Gerichten verpflegt und mich von der ersten Minute wie ein Familienmitglied behandelt. Die Umstände für meinen Aufenthalt im fernen Afrika waren also nahezu perfekt. So kam es, dass dann auch das geschäftige Stadtleben eine wahre Freude für mich wurde. Ich weiß bis heute nicht, warum genau ich solchen Spaß am Trotro fahren und an den lästigen "Obroni"-Rufen empfunden habe, als Landei jedoch, habe ich Accra so sehr genossen, wie ich es niemals erwartet hätte.

Fazit meiner Freiwilligenarbeit in Ghana

Schon seit meinem ersten Tag zurück in Deutschland vermisse ich die freundlichen Shopverkäufer, die Rufe der Trotrofahrer und die kunterbunten Kleider der ghanaischen Frauen. Auch, wenn das Leben in Afrika kein einfaches ist und auch ich meine Tiefs hatte, in denen ich mein sauberes, mit Strom und Wasser versorgtes Zuhause vermisst habe, ist Accra mit der Zeit zu einem unvergleichlich wichtigem Teil in mir geworden, den ich so bald wie möglich wiedersehen möchte.

Vielen, vielen Dank nochmal für dieses unvergessliche Erlebnis!

Rehab Freiwilligenarbeit in Ghana Erfahrungsbericht von Stefanie Ertzinger, Juli 2013

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Bildergalerie

Stefanie im Rehab-Projekt in Ghana
Stefanie im Rehab-Projekt in Ghana
Bei der Arbeit in Ghana
Bei der Arbeit in Ghana