Meine Erfahrungen mit Rainbow Garden Village in Tansania

Freiwilligenarbeit in einer Klinik und Schule in Tansania

"Aus wenig ganz viel machen"

Schon in meinem Freiwilligen Sozialen Jahr in der Rettungsstelle im Krankenhaus faszinierte und interessierte mich die Medizin. Die vielen Erfahrungen, das neue Wissen und die umfassenden Eindrücke, die ich dort sammeln konnte, wollte ich auch im Ausland erleben – der Wissensdurst und das Reisefieber waren geweckt.

In meiner Schulzeit half ich, mit Leib und Seele, ein soziales Projekt an einer Partnerschule in Afrika aufzubauen. Daher entschied ich mich für ein weiteres Projekt an einer Schule.

Reisevorbereitungen

Nach vielen Vorbereitungen und einer langen Kofferliste, auf der vor allem Kleidung, Spielzeug oder medizinische Dinge, als Geschenk für die Projekte aufgelistet waren, ging die Reise und somit der lange Flug los, nach Tansania.

Ankunft und Orientierungs-Programm in Tansania

Nachdem ich die ersten 3 Tage zur Projekteinführung in Dar Es Salaam verbrachte, fuhr ich von dort aus mit dem Bus fast 12 Stunden nach Arusha. Dort angekommen holte mich eine schlanke, nett grinsende und schick angezogene Frau ab – Caroline. Ihre Begrüßung war sehr herzlich und nachdem wir uns eine Weile unterhielten, verstand ich wer Caroline war: meine Gastmutter.

Ich fühlte mich von Beginn an sehr wohl bei ihr. Das lag sicher auch daran, dass ich in einem – für afrikanische Verhältnisse – sauberen und großen Haus lebte.

Meine Freiwilligenarbeit in der Klinik

Nach den ersten Einführungstagen und ein paar Swahili Worten von Caroline, begann mein Medizinprojekt, in einer öffentlichen Klinik. Wie schon erwartet war alles ganz anders, als bei uns in einem Krankenhaus. Das Tansanische war unorganisierter und das Motto "Pole Pole" (langsam langsam), wurde hier ganz groß geschrieben. Dennoch wurde aus wenig, ganz große Medizin gemacht. Ich entschied mich im "Theatreroom", dem chirurgischen und für mich interessantesten Abteil, zu bleiben.

Eigeninitiative zahlt sich aus!

Von Tag zu Tag wurden die Fälle spannender und kniffliger. Allerdings musste ich sehr sehr viel Eigeninitiative mitbringen, doch die zahlte sich aus. Denn nach ausgiebiger Fragerei und "Hinterhergedackel", konnte ich einige Aufgaben übernehmen und der Doktor Mitunga sowie Schwester Magy erklärten mir jeden einzelnen Eingriff genau. Ein Muss für die Arbeit waren auf jeden Fall Handschuhe und Desinfektionsmittel – safety first! Die Zeit verging wie im Flug und schon nach 6 Wochen war mein erstes Projekt beendet.

Ich sah unglaubliche, anders koordinierte Operationen, bei denen ich einfach nur den Kopf schüttelte, viele verschiedene und für mich neue Krankheitsbilder von herzlichen, dankbaren Menschen.

Die beste Gastmutter der Welt

Jeden Abend sprach ich mit Caroline über mein Projekt und es war irgendwie schon eine Art Tradition, dass wir einen Film von ihrer riesigen Sammlung sahen. Ich hätte mir keine bessere Gastmutter – als sie – vorstellen können. Ich konnte mit ihr über alles reden, sie half mir bei der Organisation von meinen Ausflügen und brachte mir das Land und die Kultur nah. Ich fühlte mich pudelwohl, auch, weil das überragend war und wir nach einer Woche ein neues Mitglied – Sugar, unsere Wachhündin – bekamen.

Freiwilligenarbeit in der Grundschule

Die Zeit rannte und mein zweites Projekt in einer primary school begann. Ich wurde herzlich aufgenommen und die Kinder freuten sich riesig, dass eine Weiße, Blondhaarige in ihrer "Babyclass" saß. Es war so ein schönes Gefühl mit den Kindern Zeit zu verbringen, denn jedes einzelne Kind war zuckersüß und am liebsten hätte ich sie alle mitgenommen. Die Schüler waren in der Babyclass zwischen 3 und 5 Jahre alt, konnten schon schreiben, lesen, malen und singen – ich war beeindruckt.

Ich genoss die Zeit in vollen Zügen, denn ein Kinderlächeln kann das Leben noch viel schöner machen. Es hat riesigen Spaß gemacht, in der Pause von allen Schülern der Schule umgarnt zu werden und zu spielen. Das hieß dann: um die 35 Schüler liefen wild durcheinander, hin und her und ich probierte sie zu fangen.

Nach zwei Wochen wechselte ich leider die Schule, da die Ferienzeit angebrochen war. Der Abschied viel mir sehr schwer.

Neue Schule, neue Erfolge

In der neuen Schule unterrichte ich alleine eine erste Klasse, mit wenigen Schülern. Der Wissensunterschied, im Vergleich zu ersten Schule, war immens. Ich musste viel Geduld und Kreativität mitbringen, um den Kindern das Alphabet und die Zahlen beizubringen. Ich berichtete Caroline jeden noch so kleinen Erfolg, den die Kids in der Klasse machten –irgendwie war ich stolz, dass ich eine Kleinigkeit bewirken konnte und meine Schüler etwas lernten.

Freizeit und Ausflüge in Tansania

In meiner Freizeit besuchte ich die Maasai, war ich auf Safari, bei den Hotsprings, den Wasserfällen, auf einer Hochzeit oder schaute ich mir andere Städte in der Umgebung an. Caroline unterstütze mich mit Rat und Tat bei jedem Vorhaben.

Fazit zu meiner Freiwilligenarbeit in einer Klinik und Schule in Tansania

Nach 12 Wochen war mein Abenteuer Tansania, dann leider auch schon vorbei. Ich konnte unzählige Erfahrungen sammeln und die herzlichen, hilfsbereiten und freundlichen Menschen Afrikas kennenlernen. Es war eine wunderschöne und aufregende Reise. Ich bin froh, dass mich RGV in der Vorbereitung und in der Zeit im Ausland so gut beraten und unterstützt hat und ich mich bei Fragen oder Problemen immer an das Team wenden konnte – ein großes Dankeschön!

Meine Erfahrungen mit Rainbow Garden Village in Tansania, von Antonia B, 08.06.2016