Meine Erfahrungen als Volunteer im Children Centre Kapstadt

"Die schönste Zeit meines Lebens"

Für sechs Monate war Kapstadt mein Zuhause und ich arbeitete dort in einem Children Centre. Mehr als 200 Kinder im Alter von 3 Monaten bis 6 Jahren werden dort täglich betreut. Das Children Centre ist in mehrere Klassen aufgeteilt: Zuerst die Babys (3 Monate – 2 Jahre), dann eine Klasse von Kindern mit 2-3 Jahre, außerdem gibt es drei Klassen mit Kindern von 3-5 Jahren und schließlich die Abschlussklasse ‚Grade R’ mit 6-jährigen Kindern. Wenn man noch nicht so richtig weiß, welche Altersklasse einem am meisten gefällt, dann kann man natürlich auch anfangs die unterschiedlichen Klassen etwas wechseln und ausprobieren.

Meine Ankunft in Kapstadt

Der Flughafentransfer hat einwandfrei geklappt, Chad hat mich pünktlich vom Flughafen abgeholt und zum RGV Office gebracht. Es war echt eine super Hilfe gleich jemanden zu haben, der sich um einen kümmert. Im Office angekommen gab es dann auch wenig später die Orientation. Dabei wurde uns erklärt, was wir alles in Kapstadt beachten müssen. Auch die afrikanische Kultur wurde uns etwas näher gebracht und erklärt.

Meine Zeit im Student House und in einer Gastfamilie

In meinen ersten 2 Monaten war ich im Student House untergebracht. Das gemeinschaftliche Leben hat mir echt gut gefallen, es ist schön gewesen immer etwas zusammen zu unternehmen. Klar war es bei 13 Leuten plus einem Hund in einem Haus oft etwas chaotisch, aber eine Putzfrau kommt jeden Tag zum Putzen und es ist ja eigentlich selbstverständlich, dass jeder seinen Abwasch macht und so weiter. Und auch wenn man mal etwas für sich sein will ist das überhaupt kein Problem, die anderen haben immer Verständnis dafür – und man wächst ja auch in einer gewissen Weise zu einer Familie zusammen, in der man immer Rücksicht aufeinander nimmt.

Kurz vor Weihnachten wechselte ich dann zu einer Gastfamilie, denn man kann nur maximal 3 Monate im Student House sein und ich wollte gerne Weihnachten in einer Gastfamilie erleben. Allerdings war das alles etwas anders als ich es mir vorgestellt hatte, denn die Familie feierte Weihnachten nicht groß. Trotzdem war es in der Familie sehr schön. Ich war auch nicht alleine, denn zwei andere Freiwillige wohnten auch noch dort.

Ich hatte eigentlich gehofft viel mit der Familie zu unternehmen und somit die afrikanische Kultur richtig kennen zu lernen. Leider hat die Familie nicht viel mit mir unternommen, ich war meistens nur mit den anderen Freiwilligen zusammen unterwegs und habe bis auf das gemeinsame Essen und zwei Kirchenbesuche nichts mit der Familie gemacht, was ich etwas schade fand. Man muss aber auch sagen, dass die meisten Familien nicht viel Zeit und auch nicht immer das Geld dazu haben, Dinge mit ihren Volunteers zu unternehmen. Aber das ist natürlich von Familie zu Familie unterschiedlich – eine Freundin zum Beispiel war mit ihrer Gastfamilie auch öfter mal über das Wochenende weg.

Meine Aufgaben im Children Centre

Die Kinder bekommen im Childern Centre Frühstück und Mittagessen. Für manche Kinder ist das die einzige Mahlzeit am Tag. Viele Kinder bringen noch einen Snack mit. Der wird dann aber immer mit den Kindern geteilt, die nichts zu essen dabei haben. Eine Aufgabe der Volunteers ist das Verteilen des Essens an die Kinder und später das Abspülen. Außerdem wird auch der Raum nach dem Essen gefegt. Jeden Morgen gibt es einen Morgenkreis, bei dem wird gesungen und geredet. Zudem beginnen die Kinder auch schon mit dem Lernen, zum Beispiel das Alphabet oder die Zahlen. Es gibt außerdem auch einige Aufgaben, welche die Kinder machen können, um ihre motorischen Fähigkeiten zu verbessern. In der Abschlussklasse wird sogar teilweise auch schon richtig unterrichtet, als Vorbereitung auf die Schule.

Hauptsächlich verbringt man einfach die Zeit mit den Kindern, spielt und mit ihnen und schenkt ihnen die Aufmerksamkeit, die sie von daheim aus verschiedenen Gründen nicht ausreichend bekommen zu scheinen. Natürlich können die Kinder auch manchmal anstrengend sein, denn sie hören überhaupt nicht auf einen und sind teils auch sehr gewalttätig, denn Prügeleien sind für sie nicht ungewöhnlich. Das war anfangs schon etwas schwierig für mich, auch zu sehen wie arm manche Kinder sind. Aber es ist dann umso schöner, wenn man ihnen die fehlende Aufmerksamkeit geben kann und für sie da sein kann. Man muss sich selbst viel einbringen, denn die Erzieher geben einem nicht wirklich eine Aufgabe. Aber sind einem die Kinder erst mal ans Herz gewachsen, macht es so viel Spaß und man will gar nicht mehr an einen Abschied denken.

Mein Fazit

Ich hatte in Kapstadt ungelogen die schönste Zeit meines Lebens. Die Stadt ist so vielfältig, es gibt viel zu sehen und die Natur dort ist wunderschön. Auch das Projekt hat mir sehr gut gefallen. Klar gab es anfangs den ein oder anderen Zweifel – aber ich denke das ist normal, wenn man das erste Mal so weit weg von daheim ist und so viele neue Eindrücke erlebt. Aber wenn man sich erst mal richtig eingelebt hat will man gar nicht mehr gehen.

Einen Tipp hätte ich am Ende allerdings noch für dich: Wenn du länger bleibst und vorhast ein Auto zu mieten, dann würde ich mich schon mal im Vorhinein informieren was es alles für Angebote gibt. Denn ich habe mir viermal ein Auto gemietet, u.a. auch mal am Flughafen, und das ist dann ordentlich ins Geld gegangen. Es ist auf jeden Fall gut, wenn man sich ein Auto mit anderen Leuten teilt, sonst ist es echt zu teuer – aber trotzdem würde ich mich früh genug informieren, denn je länger man ein Auto mietet, desto billiger wird auch der Preis.

 

Ein Erfahrungsbericht von Vanessa D., die von Oktober 2016 bis April 2017 im Children Center in Kapstadt, Südafrika, mitgeholfen hat.

Zum Projekt

Bildergalerie

Vanessa mit ihrer Kindergruppe in Südafrika
Vanessa mit ihrer Kindergruppe in Südafrika
Vanessa genießt die Natur in Kapstadt
Vanessa genießt die Natur in Kapstadt
Freizeit im Children Center Projekt in Südafrika
Freizeit im Children Center Projekt in Südafrika