Mein Erfahrungsbericht aus dem Straßenkinderprojekt in Ghana

Erst mal ankommen und eingewöhnen!

Ich bin mit meiner Freundin zusammen nach Ghana zum Straßenkinder-Projekt geflogen. Spät abends sind wir im Student House angekommen. Der erste Tag war aufregend. Jeden Tag erkundeten wir die Gegend, um einen Eindruck zu gewinnen. Auch den ersten Stromausfall haben wir überstanden. Die Orientierungswoche war zur Eingewöhnung ganz gut. Wir sind von Ende Februar bis Ende März dort gewesen und hätten nie gedacht, dass die Zeit doch so schnell vorbeigeht. Das kalte Deutschland und dann das heiße Ghana – das war ein extremer Unterschied.

Unsere Unterkunft in Ghana

Als wir zu Mama Mina fuhren, konnten wir gleich die Kinder kennenlernen. Alle stürzten sich auf uns und fingen an unsere Haare zu flechten. In einem schönen großen Garten spielten und lernten die Kinder. Wir warteten auf unser Schlafplatz, ein Apartment fast neben Mama Mina. Dort angekommen, ließen wir unser Zimmer und alles drum herum auf uns wirken. Natürlich ist der Standard nicht der gleiche wie in Deutschland, aber daran gewöhnt man sich.
Die ersten zwei Wochen waren anstrengend, denn die Hitze ließ uns nicht schlafen. Das Essen bei Mama Mina war richtig scharf, was erst mal ungewohnt für uns war. Aber nach einiger Zeit gewöhnt man sich auch daran. Wochenendausflüge und Kübelduschen.
An den Wochenenden machten wunderschöne Ausflüge nach Cape Coast oder Ada Foha. Palmen wie in der Karibik und mal ganz etwas anderes, als bei Mama Mina. Dort hatten wir auch die ersten Kübelduschen und Wasserausfälle. Im Nachhinein ist es eine witzige Erfahrung.

Die Freiwilligenarbeit im Straßenkinderprojekt

Die letzten zwei Wochen konnten wir dann richtig bei den Kindern mitarbeiten, indem wir ihnen Zahlen, Buchstaben und Farben beibrachten. Es ist teilweise sehr traurig, dass viele Kinder nicht wissen, welche Farben Dinge haben oder nicht wissen was Zahlen und Buchstaben sind, obwohl sie schon 9 Jahre alt sind. Aber wir gaben unser Bestes, um jeden Tag einen Erfolg zu erzielen.

Fazit zu meinem Auslandsaufenthalt in Ghana: Eine unvergessliche Erfahrung!

Die letzte Woche ging dann doch zu schnell rum. Wir wollten nicht wieder weg von den Kindern, vom Land und von den Menschen. Aber die Erfahrung nimmt uns keiner mehr. Es hat einen einerseits mitgenommen zu sehen, wie Kinder nach der Schule noch auf die Straße müssen, um zu arbeiten, Frauen zwischen Autos mit Wasser und Snacks ihr Lebensunterhalt verdienen, wie leider auch Obdachlose die Nacht im Freien schlafen müssen oder einfach nur zu wissen, dass Hygieneartikel, Milchprodukte und Süßigkeiten Luxus sind. Andererseits war es schön zu sehen, dass diese Menschen ihre Hoffnung und ihr Lächeln nicht verlieren. Ein tolles emotionales Erlebnis.

Freiwilligenarbeit im RGV Straßenkinderprojekt in Ghana, Julia J. 19.04.2017

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Bildergalerie

Mein Erfahrungsbericht aus dem Straßenkinderprojekt in Ghana
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Eindrücke aus dem Straßenkinderprojekt Ghana
Eindrücke aus dem Straßenkinderprojekt Ghana
Eindrücke aus dem Straßenkinderprojekt Ghana
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