Freiwilligenarbeit in einem Kinderkrankenhaus in Südafrika

Help us make a sick child smile – Meine Arbeit als Play Volunteer und mein Leben in Kapstadt

Die ersten Wochen

Obwohl ich nie mit Schüchternheit zu kämpfen habe, muss ich ehrlich sagen, dass die ersten Wochen, besonders die ersten Tage, nicht immer unbedingt einfach waren. Da kommt man in ein anderes Land, mit einer anderen Kultur, zieht in ein Haus mit 20 anderen und kennt erstmal nichts und niemanden. Doch gleich bei der Orientierung habe ich Gleichgesinnte kennengelernt, denen es genauso ging wie mir und die mir schlussendlich fast alle bis zum Schluss als richtig gute Freunde geblieben sind. Die ersten Wochen sind einfach eine Zeit, in der man sich erstmal an die Umstellungen gewöhnen muss und den einen oder anderen Kulturschock verdauen muss. Aber es ist gleichzeitig eine unglaublich spannende Zeit, in der man besonders viele Leute kennenlernt, die ersten Tage im Projekt hat und einen erstmal eher touristischen Einblick in Kapstadt bekommt, weil man mal die ganzen Touri-Attraktionen abklappert.

Die Arbeit im Kinderkrankenhaus

15 Minuten Fußweg entfernt vom Volunteer House, in dem ich gewohnt habe, begann mein Arbeitstag täglich um 09:00 Uhr und endete zwischen 12:00 und 15:30 Uhr. Und egal wie müde oder schlecht gelaunt ich in die Arbeit kommen konnte, sobald ich die Stationen betreten habe, war alles vergessen. Lachende Kindergesichter, freudige Eltern und lustige Krankenschwestern machen jeden Arbeitstag zu einem ganz besonderen. Aber es gibt natürlich nicht nur Sonnenschein im Krankenhaus, ich wurde auch mit vielen traurigen Situationen und Kindergeschichten konfrontiert, womit man leider rechnen muss. Doch ein krankes Kind glücklich zu sehen gleicht das wieder aus, man kann einfach nicht lange traurig sein im Krankenhaus! Ich persönlich habe besonders viel auf einer bestimmten Station gearbeitet, wo ich nach 3 Monaten teils wirklich starke Bindungen zu manchen Langzeitpatienten und ihren Eltern aufgebaut habe. Mit einer Familie habe ich sogar immer noch Kontakt. Die Arbeit als Play Volunteer war so viel bereichernder, als ich es mir je hätte vorstellen können. Das ist nicht einfach nur spielen mit den Kindern und reden mit den Eltern, das geht viel tiefer. Die unglaubliche Dankbarkeit, die im Raum steht, zusammen mit Hoffnung, Glaube und Liebe, das ist überwältigend. Und wer an Medizin interessiert ist, bekommt zusätzlich auch noch einen Einblick in den Krankenhausalltag.

Unterkunft und Freundschaften

Da ich schon einmal schlechte Erfahrungen in Spanien mit einer Gastfamilie gesammelt habe, wollte ich unbedingt in ein Volunteer House, wohin ich zum Glück auch gekommen bin. Im Volunteer House, mit bis zu 24 Leuten, muss ich sagen, war es oftmals schon sehr anstrengend, bezüglich Unordnung, Lautstärke,… allerdings lernt man so auch am meisten Leute kennen und bekommt wahrscheinlich eher einen Einblick ins „alleine“ Leben, sprich weg vom Hotel Mama, als in einer Gastfamilie. Denn einkaufen, kochen, Wäsche waschen… muss jeder für sich selbst. Ich hatte sehr Glück mit meinem Zimmer, denn wir waren erstens in einem Viererzimmer und zweitens wurden meine Zimmergenossinnen auch richtig gute Freundinnen. Punkto Freundschaften muss sich auch keiner Sorgen machen: Man trifft auf so viele Menschen dort, dass es auch für die schüchternsten Leute kein Problem ist, Anschluss und auch wirklich gute Freundschaften zu finden. Ich habe einige richtig tolle Menschen kennengelernt, mit denen ich auch mit Sicherheit in Kontakt bleibe und in denen ich sehr gute Freunde gefunden habe.

Freizeit und das Leben in Kapstadt

„You can leave South Africa, but South Africa will never leave you“ – Jetzt, wo ich aus Kapstadt zurück bin, verstehe ich diesen Satz. Kapstadt ist eine so faszinierende Stadt, die so viele Möglichkeiten bietet. Für mich ist es außerdem ein Ort, an dem sich alles verbindet – das Meer, die Berge, die Natur, die Stadt, Menschen verschiedener Kultur und Herkunft… Man entwickelt auch teilweise eine andere Sichtweise auf viele Dinge, die wir in Europa gar nicht oder nur anders kennen. Wichtig ist, einfach offen und neugierig zu sein, dann lernt man auch wahnsinnig viel dort. Freizeitmäßig hat es auch unglaublich viel zu bieten! Ob surfen gehen in Muizenberg, chillen am Clifton Beach, feiern gehen auf der Long Street, picknicken im Botanischen Garten, wandern am Table Mountain… Langweilig wird einem definitiv nicht! Und nach 3 Monaten muss ich wirklich sagen, dass ich mich dort wie zuhause gefühlt habe. Das war kein Urlaub, das waren keine Ferien, es war Leben. Und eine wunderschöne Zeit!

Freiwilligenarbeit in einem Kinderkrankenhaus in Südafrika, von Vanessa G., 30.01.18

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Bildergalerie

Freiwilligenarbeit in einem Kinderkrankenhaus in Südafrika
Freiwilligenarbeit in einem Kinderkrankenhaus in Südafrika
Anreise nach Kapstadt zur Freiwilligenarbeit
Anreise nach Kapstadt zur Freiwilligenarbeit
Die ersten Tage nutzen um Kapstadt zu erkunden
Die ersten Tage nutzen um Kapstadt zu erkunden
Freizeit in Südafrika während der Freiwilligenarbeit
Freizeit in Südafrika während der Freiwilligenarbeit
Südafrika erleben während der Freiwilligenarbeit
Südafrika erleben während der Freiwilligenarbeit
Ausblick über Kapstadt
Ausblick über Kapstadt