Farmarbeit in Tansania Erfahrungsbericht

Die Welt ist mein Zuhause - Vom Leben und Arbeiten auf einer Farm in Tansania

Was Praktisches halt (das Andere nach dem Einen, chronologisch nennt man das):

Vokabular das zum Verständnis dieses Textes von Nöten ist: 

  • Chipsi/Chips – Pommes
  • Bajaji – Sowas wie ein Tuktuk
  • Chapati – fettiges Fladenbrot, gibt es öfter mal zum Frühstück
  • Pikipiki – Motorrad
  • Borderborder – Motorradtaxi
  • Daladala – Kleinbus
  • Maji – Wasser
  • Babu – Großvater
  • Bibi – Großmutter
  • Ndio – Ja
  • Hapana – Nein

Wo meine Reise hingeht, das geht dich an!

Am 24. November machte ich mich auf den Weg – im dicken Pullover. Nach Berlin, warum nach Berlin? Um von zu Hause aus zu starten. Außerdem war der Tag, an dem ich dann schlussendlich wirklich startete, mein Geburtstag. Den wollte ich auch zu Hause feiern. Und abends dann zum Flughafen. Tegel. An meinem achtzehnten Jeburtstach gleich auf und davon, fand er gut, der Polizist, der meinen Pass kontrollierte.

Morgens um sechs Uhr (Ortszeit) dann in Qatar. Irgendwie Gate wechseln, irgendwie Flugzeug wechseln. Klappt alles irgendwie. Ich weiß, dass es draußen ziemlich heiß sein muss, auf dem Rollenfeld flimmert die Luft. Aber hier drinnen laufen die Ventilatoren so auf Hochtouren, dass ich meinen dicken Pullover noch immer anhabe. Im nächsten Flugzeug habe ich plötzlich Yevanna auf dem Schoß sitzen. Vielleicht ist sie drei, vielleicht ist sie vier. Jedenfalls schläft sie, sich vertraulich an mich kuschelnd, ein.

Meine ersten Tage in Dar es Salaam

Und dann das: Dar es Salaam. Palmen und Meer und blaue Blechdächer und rote und weiße und Blechfarbene, von oben. Durch den Schlauch in das Flughafengebäude gehen und einer Hitzewelle entgegen sputen. Dieser Flughafen ist definitiv nicht klimatisiert. Meinen dicken Pullover habe ich nicht mehr an. In einer holzverschalten Halle einen Zettel ausfüllen und auf mein Visum warten. Drei Stunden lang. Nicht wissend, ob mein Gepäck warten wird, nicht wissend, ob mein Abholer warten wird. Aber dem war so, beides.

Emmanuel heißt mein Abholer. Vorbei an Lehmbuden, wo man Handyguthaben und Chipsi kaufen könnte, führt er mich bis zum Highway. Ab dort weiter (immer weiter) mit einem Bajaji. Stundenlang den Highway entlang. Weit weg. Weiter Weg. Inzwischen ist es dunkel. Der Bajajifahrer schlängelt uns durch den Stau. Zwischen bunten, großen, lauten, stinkenden LKW’s hindurch. Bis wir irgendwann vom Highway abbiegen und uns nur noch auf festgefahrenem Sand bewegen. Dong dong dong dong dong. Ich mag Onomatopoesie, ich war ein Comic Kind.

Zum Abendbrot gibt es Reis mit Bohnen, während Emmanuel und ich draußen unter dem Sternenhimmel sitzen und reden. Nach einer kalten Dusche völlig reizüberflutet ins Bett kippen. Und im eigenen Saft einschlafen. Am nächsten Morgen frühstücke ich Tee und Chapati. Anschließend laufen wir runter zum Highway. Gruß. Gruß. Gruß. Karibu! Asante!

Mit einem Daladala fahren wir zum Markt. Und dann fahren wir mit einem Daladala zum Meer. Nach Bagamoyo. Mit einem Borderborder ein bisschen die Küste entlang. Dabei Unfall mit einem Fußball. Dem ist aber zum Glück nicht so viel passiert. Uns auch nicht. Also weiter. Am Strand spazieren wir bis zu einer umgekippten Palme, auf die setzen wir uns. Wir sprechen über Gott und die Welt. Ich bin nicht bei der Sache, ich muss dringend mal… Aber auf öffentliche Toiletten soll man hier nicht gehen. Infektion und so. Und dann schwimmen. Im Indischen Ozean. Meine Jeans ist Schmirgelpapier, als ich mich wieder in sie hineinzwänge. Mit einem Borderborder zurück zum Daladala. Daladala ist unterwegs abgestorben, wir umgestiegen. Abends wieder Reis mit Bohnen und duschen. Und dann früh ins Bett, weil: am nächsten Morgen früh aufstehen. Vier Uhr. Wenn ich an zu Hause denken wollen würde, würde ich denken, dass es da jetzt zwei Uhr nachts ist.

Abschied  von Dar es Salaam und die Busfahrt nach Iringa

Dong dong dong dong dong (ich mag Onomatopoesie, ich war ein Comic Kind) – mit Kelvins Auto die festgefahrene Sandstraße runter bis zum Highway. Kelvin ist ein Bruder von Emmanuel und wohnt dort mit im Haus, wo auch ich die letzten zwei Nächte schlafen durfte. Jedenfalls nimmt er mich nun mit, irgendwie in Richtung eines Zentrums, zum Busbahnhof halt. Laut, laut, eng, eng. Farben, Gerüche, Geräusche. Zum Glück wird mir geholfen: Geld, Ticket, Rucksack unten rein, Sitzplatz gefunden, don’t move! Okay. Asante! Bye.

Überlandbus. Enger, klappriger, bunter Überlandbus mit offenen Fenstern, also Fahrtwind voll ins Gesicht! So viel gesehen, so viel, so viel. Lehmhütten, Vodacom, Pepsi, Tigo, Airtel, Halotel, Pepsi, Airtel, Chipsi, Halotel, Vodacom, … Maji gekauft. Ich glaube ich wurde abgezogen. Egal. Noch mehr gesehen. Durch den Morogoro Nationalpark gefahren und Affen gesehen. Ein Mann aus dem Bus hält einen langen, sehr lauten Vortrag über ein Vitaminheilmittel und leiht mein Maji als Requisite. Die Frau neben mir muss sich übergeben. Berg- und Talfahrt halt. Ob sie den Rest von meinem Maji haben möchte? Entweder sie versteht nicht was ich meine, oder sie möchte nicht.

Ankunft in Iringa und die ersten Tage vor Ort

Eine Art Busbahnhof. Ist das schon Iringa? Ja, sagt man mir. Aber alle anderen bleiben sitzen. Hm. Ich mach das mal lieber auch so. Nächste Station, Iringa – Last Station? Yes, ndio. Also gut, aussteigen, Rucksack schultern, umsehen. Ein Shedrack soll mich abholen. Aber es ist kein Shedrack da. Anrufen. Er dachte, ich komme so gegen fünf. Es ist halb drei. Egal, Reizüberflutung weiter auskosten und auf dem überfüllten, bunten Platz warten. Da kommt Linda, Shedracks Freundin wie ich später erfahre, und fragt ob ich auf ihn warte. Ja. Ich darf im Schatten eines Nähstandes weiter warten, sitzend. Irgendwie einigen sich Linda und Shedrack dann wohl per Handy, dass sie mit mir zusammen jetzt einfach zu ihm fährt, also suchen wir uns ein Bajaji. Iringa ist ganz schön bergig. Die Temperatur ist niedriger als in Dar es Salaam, logisch. Nach einer Weile sind wir am Student House. Shedracks Haus.

Ich habe riesigen Hunger. Mir fällt auf, dass ich den ganzen Tag über noch nichts gegessen habe. Es gibt noch Pizza vom Vorabend, eine andere Freiwillige wurde damit verabschiedet, ich damit willkommen geheißen. Die ist lecker, die Pizza. Während ich so vor mich hin mümmle reden wir über Schokolade und Korruption. Dann dusche ich, wobei mir auffällt, wie schmutzig mein Gesicht schon wieder ist. Alles dreckig, alles klebrig, alles staubig. Anschließend bringen Shedrack und ich Linda nach vorne, wo sie mit einem Bajaji wieder nach Iringa Town reinfährt. Ob ich mir den Weg merken kann? Ähm … Baobab-Baum, ja.

Inzwischen ist Stefan auch im Student House eingetroffen. Ein weiterer Volunteer, aus der Schweiz. Am Abend kochen wir alle zusammen Nudeln, reden noch ein bisschen über Korruption und Schokolade (ich habe Lebkuchen mitgebracht. Die sind zwar geschmolzen, aber schmecken trotzdem noch nach Weihnachten). Als der Strom ausfällt, gehen wir schlafen.

Am nächsten Morgen ist dann Dezember. Aber das sagt mir nichts. Ich frühstücke auf der Terrasse, eine Banane und Tee und Sonne und Hühnergekrähe. Da Shedrack schon früher nach Iringa Town reingefahren ist, fahre ich gemeinsam mit Imani, seinem Cousin, wieder mit einem Bajaji. Er zeigt mir den Markt. Fischgeruch. Und den Weg zu einem Ort, der besonders sein soll für mich. Ich verstehe nicht so ganz warum. Weil da noch so viele andere Msungus sind? Weiter zum Iringa Garden in ein Restaurant, unter ein Strohdach. Ich trinke einen Ingwer-Mango-Saft.

Als Shedrack dann kommt, fahren wir beide mit dem Pikipiki zu der Farm, auf der ich die nächsten Wochen arbeiten werde. Die Farm ist beeindruckend, heiß und trocken. Ich werde dort unter der Woche auch wohnen, da es vom Student House aus doch einige Kilometer zur Farm sind. Ich darf mich ein bisschen umsehen, gehe einmal bis runter zum Ruaha River und werfe mit Victor, der sechs Jahre alt ist, wie ich später herausfinde, eine zu früh vom Baum gefallene, winzige Mango hin und her. Hier wird also mein neues zu Hause sein. Die Welt ist mein zu Hause. Pathetisch? Egal. Isso.

Zurück in der Innenstadt suchen wir einen Copyshop, um meinen Pass zu kopieren. Als wir nochmal in den Iringa Garden gehen, esse ich zum ersten Mal Chipsmayai. Und dann mit dem Pikipiki zum Student House, nach Hause. Die Welt ist mein zu Hause. Pathetisch? Egal. Isso. Habe ich schon gesagt, wie sehr ich es liebe Pikipiki zu fahren, so mit dem Fahrtwind voll ins Gesicht? Ich liebe es sehr Pikipiki zu fahren, so mit dem Fahrtwind voll ins Gesicht.

Während die Sonne untergeht, das macht sie hier immer so gegen sieben Uhr abends, rede ich lange mit Stefan und dusche dann nochmal. Auf der Farm werde ich mich nur kübelweise waschen können. Aber irgendwie gibt es an diesem Abend kein Wasser aus der Leitung, so ist auch diese Dusche eine Kübeldusche.

Am nächsten Morgen bemerke ich, dass es bloß zwei Nächte waren, die ich in diesem Bett verbracht habe. Es mir aber so vertraut wie meine Unterwäsche-Schublade geworden ist. Packen. Schon wieder. Alles was über überflüssig ist, dalassen. Alles was wichtig ist, mitnehmen. Wichtig ist zum Beispiel mein Stiftemäppchen und mein Tagebuch (ich brauche ja etwas Spannendes zum Lesen), Sonnencreme, Klopapier, usw.

Nach dem Frühstück binden wir meinen großen Rucksack hinten auf das Pikipiki. Und dann: Wrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrm. Ich liebe Motorräder, ich war ein Comic Kind (Freiheit).

Meine Freiwilligenarbeit auf der Farm

Auf dem Hof lerne ich Justin kennen, den Sohn von Babu. Er führt mich erst nochmal über das gesamte Anwesen, bis wir im Gewächshaus Gurken hochbinden. Tango heißt Gurke auf Suaheli. Wir reden über die Wahlen in Amerika und über Gurken. Bis es zu warm und stickig wird im Gewächshaus. Also trinken wir Chai zwischen roter Bete, Avocado und Bananen, unter einem Baum, den ich nicht zuordnen kann. Dann wässern und transplantieren wir Tomatenpflänzchen, bis die Sonne hinter einer Wolke verschwindet und wir wieder im Gewächshaus verschwinden.

Anschließend gibt es nichts mehr zu tun, weshalb ich mit Victor und Maria lache. Und mit Victor einen Nagel hin und her werfe und später mit Victor ein geköpftes Kuscheleichhörnchen hin und her werfe. Währenddessen kocht Sofia Ugali. Sofia ist die Mama von Maria. Ich spreche mit Justins Neffen, also Babus Enkel. Hafidh heißt er. Er möchte mal ein Unternehmer werden, für Restaurants. Dann gibt es den Ugali, mit Bohnen und Kraut. Das erste Mal mit der Hand essen. Ich werde belustigt beäugt. Aber gekleckert habe ich nicht. Anschließend zeigt mir Hafidh nochmal den ganzen Hof. Am Ruaha River sind Menschen und waschen Wäsche. Justin und Babu brennen auf einem Feld das Unkraut runter. Victor hopst und zündelt. Ob es heute wohl endlich regnen wird? Nötig wäre es. Da! Die ersten Tropfen. Wolkenbruch. Also alle rein und Chai trinken.

Ich will nicht an zu Hause denken. Zu Hause? Ja. Ich denke an das Regal mit den Hygieneartikeln und an das mit den Süßigkeiten im Edeka in Kollnau. Ich habe Schokonikoläuse und Russisch Brot als Geschenk mitgebracht. Wolkenbruch. Noch immer. Ob ich mit Babu eine Runde im Regen drehen möchte? Ja! Bis unter das Strohdach des Wasserturms. Lass den Menschen frei sein und seinen eigenen Weg finden. So sein Rat. Und dann dort sitzen, Gänsehaut vom Geräusch des Regens haben und all das aufschreiben. Zu etwas Existentiellem sind mir die Kübelduschen geworden. Der Moment danach: Verweile doch du bist so schön.

Die Tage sind lang aber gehen schnell vorbei. Der gepflügte Acker, auf dem bald Mais wachsen wird, heißt jetzt Fiona, so wurde er getauft.

Ich habe zwei Kuschelkletten. Victor und Maria. Einer von beiden klebt immer an mir dran. Nach den ersten beiden Nächten auf der Farm, ich teile mir ein Zimmer mit Sofia und Maria, ist Sonntag und ich fahre mit Stefan zusammen auf seinem Pikipiki nach Isimila, zur Stone Age Side. In unsäglich praller Sonne bewegen wir uns gemeinsam mit einem Guide durch diese unglaubliche Landschaft. Ich krieche in Höhlen, klettere auf Gesteinssäulen und bleibe an Dornensträuchern hängen. Und die Sonne brennt und brennt aber ich merke das gar nicht. Erst als Stefan und ich anschließend um die Ecke im African Garden pausieren, fällt mir auf, was ich für einen Sonnenbrand habe.

Der African Garden – Kerstin aus Potsdam und Saidy aus Iringa. Zusammen unterhalten sie den African Garden, man kann dort schlafen und essen. Wir haben da gegessen. Außerdem habe ich mit Malika Murmelbahnen gebaut und mit Silas Pfeil und Bogen geschossen. Malika und Silas, das sind die Kinder von Kerstin und Saidy. Malika ist vier, glaube ich und Silas sieben. Jedenfalls berlinern sie mindestens so dolle wie ihre Mutter. Da ham wa uns natürlich uff Anhieb vastandn.

Als Stefan und ich zurück in Iringa sind bringt Shedrack mich zurück nach Tagamenda, wo ich mir dann auch über meinen Sonnenstich bewusst werde. So verbringe ich den gesamten Montag im Bett. Alle sind total in Sorge um mich, was sie denn tun könnten? Da hilft eigentlich bloß schlafen und trinken ihr Lieben. Abendbrot. Man hat mir Joghurt besorgt, damit es mir bessergeht. Geht es mir dann am nächsten Tag auch, auf alle Fälle kann ich wieder Gurken hochbinden ohne selber umzukippen.

So verflattern die Tage. Gurken hochbinden, Tomatensetzlinge setzen, Mais säen, … Auf der Erde sitzen mit Dreck unter den Fingernägeln (mein Hygienhandgel ist fast alle) und Kartoffeln pellen. Und dabei von der Dorfältesten, die nur noch einen Zahn hat, ganz skeptisch beäugt werden. Und dann fertig sein mit Kartoffeln pellen und von der Dorfältesten, die nur noch einen Zahn hat, angelächelt werden. Und dann wieder mit dem geköpften Kuscheleichhörnchen spielen oder eine Runde runter zum Fluss drehen. Oder beweisen, dass ich wirklich auf Bäume klettern kann. Und Wäsche von Hand waschen und keinen Dreck mehr unter den Fingernägeln haben.

Am Freitag (09. Dezember) darf ich mitkommen zu einem Feld von Babu das weiter weg ist. Wir fahren mit dem Gari dorthin, auf der rütteligen Straße. Auf dem Feld säen wir Mais. Immer ein Korn pro Loch und dann mit dem Fuß zu machen. Und dann brauche ich neues Saatgut und bekomme einen riesigen Schreck. Weil das Monsanto Saatgut ist. Und ich versuche zu erklären, warum ich da so einen riesigen Schreck bekomme. Dann eine Pause zusammen mit Hafidh im Gari. Wir mümmeln trockenen Kuchen und trinken Fanta, die aussieht, als sei sie in den fünfziger Jahren abgefüllt worden. Großartig! Die Berge sehen aus als hätten sie Durst. Weiter säen und dann im Schatten eines Baobab-Baums sitzen und ausruhen mit allen zusammen. Bananenbier? Hapana, asante. Muss nicht sein, wirklich nicht. Am Abend dann das erste Mal so richtig müde sein. So doll, dass ich im Stehen einschlafen könnte.

Der nächste Tag ist schon wieder ein Samstag. Wäsche waschen mit Flusswasser, weil es gerade kein anderes Wasser gibt. Wird aber trotzdem sauber, irgendwie. Mit Hafidh gemeinsam fahre ich rein nach Iringa Town mit einem Daladala. Ich zeige ihm den Weg zum Iringa Garden. Ha, diesen Weg hatte ich mir also wirklich gemerkt. Als wir dort unter dem Strohdach sitzen beginnt es wieder zu regnen. Wieder ein Wolkenbruch. Der Regen berauscht mich. Als er nachlässt und wir von den Kochbananen fast platzen, gehen wir zu Neema, dem Ort, der für mich so besonders sein soll. Und wo noch so viele andere Msungus sind. Aber jetzt verstehe ich, warum das so ein Magnetpunkt ist. Es arbeiten dort nur gehörlose Menschen. Auf der Theke steht Schokokuchen und Zimtschnecken sind da auch. Aber wir platzen echt fast von den Kochbananen. Okay, ein Milchshake.

Hip-Hop Festival in Iringa

Schlürfend warten wir auf Stefan, mit dem ich mich hier treffen will, um anschließend mit ihm auf ein Hip Hop-Festival im Iringa Stadion zu gehen. Vor dem Stadion stehen wir eine Ewigkeit an. Da ist ein Akkordeonspieler. Das ist hier etwas ganz Besonderes. Die Menschen können sich hier sonst keine Instrumente leisten. Als wir drinnen sind, im Stadion, trinken wir erst mal was. Als die Musik losgeht stellt sich mir die dringliche Frage, ob man das Sehr-nötig-aufs-Klo-müssen-Gefühl eigentlich weg tanzen kann. Niemand tanzt, außer die auf der Bühne. Ich wippe. Wir wippen. Irgendwann tanzen alle, wir tanzen. Bis wir nicht mehr stehen können. Das war so gegen zwei Uhr morgens. Also suchen wir uns ein Borderborder und fahren durch die Nacht zu Shedracks Haus.

Vom alltäglichen Leben in Tansania

Am Sonntag wollten wir eigentlich wandern gehen, einen Berg erklimmen oder so, sind aber beide so müde, dass wir den ganzen Tag nur so rumgammeln, Musik hören, lesen und reden. Zum Abendbrot gibt es Reis und Stromausfall. Als ich wieder in Tagamenda bin, ist irgendwie niemand da außer den Kindern und Sofia. Sie zeigt mir, wie man Ugali kocht. Nachmittags gehen wir gemeinsam zur Mühle, um Mais zu Mehl zu mahlen. Dort lerne ich Isa und Johanna kennen, zwei andere Volunteers aus Deutschland. Man verabredet sich, sich mal in der Kneipe zu sehen. Auch diese Woche verflattert. Gurken hochbinden, Tomatensetzlinge setzen.

An einem Abend darf ich Babu, Justin und Hafidh zu einem Camp Side in der Nähe begleiten, wo Babu ein Familientreffen für Weihnachten organisieren möchte. Dort gibt es eine Seilbahn über den Ruaha River rüber. Die muss ich natürlich gleich ausprobieren.

Eine Wanderung bis auf den Gipfel

Das folgende Wochenende (18. Dezember) nutzen Hafidh und ich, um dann tatsächlich auf einen Berg zu steigen. Josiah, ein Freund von Shedrack, begleitet uns. Immer weiter bergauf. Über den Nervenzusammenbruch hinaus. Mehr Energie in Wut verschwenden, als ins Vorwärtskommen. Aber wütend auf was eigentlich? Auf die Dornenbüsche? Auf die Sonne? Auf mich? Irgendwann sind wir aber oben. Wirklich ganz ganz oben. Und dann schreien. Und ein paar Fotos machen. Und nochmal schreien. Der Weg bergab ist leichter als berghoch.

Kochbananen Overload

Im Iringa Garden stopfen wir uns wieder mal mit Kochbananen voll. Und es beginnt auch wieder zu regnen. Nachdem das Nieseln nachgelassen hat suchen wir einen Halotel Stand, um mein Handyguthaben aufzuladen. Als wir abends wieder in Tagamenda sind, geht es mir total dreckig. Ich denke kurz sterben zu müssen, wirklich. Aber irgendwie gibt es dann Painkiller und lauter Tabletten, die ich als ein Kind der Homöopathie noch nie gesehen habe, die man mich schlucken lässt. Und dann denke ich das doch zu überleben. (Nun hatte ich schon eine ganze Weile wirklich nicht mehr an zu Hause gedacht. Nichtmal an die Tiefkühltruhe im Edeka. Aber die Treppe am Breidscheitplatz war doch meine allererste Bühne. Jede Sommerferien habe ich mir da meine zwei Kugeln Eis verdient. Joghurt und Waldbeere. Ich wollte doch gar nicht wissen, wie deutsche Krankenwägen klingen. Blöder Fernseher. Wieder eine Steilvorlage für die Dummen. Am Nachmittag transplantieren wir Paprika.)

Mein letzter Tag in Iringa

Am Donnerstag (22. Dezember) gibt es nicht allzu viel zu tun, weshalb Hafidh und ich nach Kalenga zu einem Museum fahren. Als uns bewusst wird, dass dies mein letzter Tag in Iringa Town ist, werden wir ganz wehmütig und kehren nochmal bei Neema ein, um Schokokuchen zu essen. Freitag ist mein allerletzter Tag. Ich darf noch mal Ugali rühren, ich packe meinen Rucksack, ich gehe nochmal mit Hafidh am Fluss entlang spazieren. Abends treffen wir uns mit Isa und Johanna in der Kneipe. Anschließend ein letztes Mal Chakkula mit allen zusammen. Victor und Maria brechen in Tränen aus. Ich auch. Von Babu und Bibi bekomme ich zum Abschied ein tansanisches Shirt geschenkt.

Rückfahrt nach Dar es Salaam

Samstag, das ist dann der 24. Dezember. In Tansania allerdings kein Festtag. Wie in den meisten Ländern auf der Welt feiert man Weihnachten erst ab dem 25. Dezember. Wie auch immer, morgens gegen sieben Uhr geht meine Fahrt zurück nach Dar es Salaam. Ich habe den denkbar ungünstigsten Platz, den man so haben kann. Aber ab Morogoro leert sich der Bus und ich habe die letzte Reihe nur für mich. Außerdem lerne ich drei Engländer kennen, die in Rom studieren. Die Welt ist ziemlich klein.

In Ubungu, dem Busterminal Dar es Salaams, holt Emmanuel mich dann ab. Mit einem Bajaji geht es wieder quer durch die Stadt zum Bunju A. Dort treffe ich viele der Brüder von Emmanuel wieder und außerdem lerne ich Flora und Lukas kennen, die das mit RGV in Tansania alles managen. Außerdem ist da noch Julian zu Besuch, ein Freund von Lukas. Dementsprechend sind wir eine ziemlich große Gruppe, als wir uns gegen ein Uhr nachts entscheiden, doch noch in einen Nightclub zu gehen. Also fahren wir mit einem Bajaji in Richtung Zentrum. Ich habe keinerlei Orientierung. Aber zum Glück bin ich ja nicht alleine. Der Club ist klimatisiert, ich friere regelrecht. Wir tanzen bis es schon fast wieder hell wird. Als wir nach einem Bajaji für den Rückweg suchen, bietet uns jemand ein Auto an und fährt uns einfach so nach Hause (die Welt ist mein zu Hause. Pathetisch? Egal. Isso). Auch gut.

Ausflug zum Strand

Den halben Sonntag schlafen wir dann also, bis wir uns nachmittags aufraffen und Pilau kochen. Als uns danach ist, fahren wir mit einem Daladala zum Strand. Das Wasser bleibt flach so weit wir auch rein waten, also plantschen wir nur ein bisschen. Als wir wieder raus waten ist es dunkel. Und meine Flip-Flops sind weg. Die, die ich damals selber gemacht habe, beim Schuster. Und alle so: Pole! Und alle so: Suchen, suchen, suchen. Und ich so: Nee, eigentlich ist das ganz cool. Als ich die damals gemacht habe, habe ich daran gedacht, wie ich die eines Tages mal in Afrika tragen werde. Jetzt werden die ihren ganzen Lebtag in Afrika getragen. An der Bar am Strand trinken wir Ingwer-Limonade. Bis uns einfällt, dass wir am nächsten Tag alle sehr, sehr früh aufstehen müssen. Wieder mit einem Bajaji nach Hause. Gut fünfzig Meter von der Hoftür entfernt ist mal wieder so ein Speedbumb. Es kommt zwar öfter vor, dass ein Bajaji da mal ins Kippen kommt, aber meine Erfahrung sagte bis dahin, dass sich das dann eigentlich auch wieder fängt. Dem ist diesmal nicht so. Ich sitze ganz rechts, also plötzlich ganz oben. Es passiert aber niemandem was. Wir stellen also das Bajaji wieder hin und laufen die letzten Meter nach Hause. Das restliche Pilau mümmelnd albern wir rum und gehen dann schlafen.

Auf nach Sansibar!

Mit früh aufstehen meinte ich vier. Wieder mit einem Bajaji zum Ubungu Busbahnhof, von wo aus Lukas und Julian nach Arusha wollen und Emmanuel, Flora und ich den Schnellbus zum Hafen nehmen. Wir fahren nämlich nach Sansibar rüber. Die beiden begleiten mich zu meinem Hostel, Sagando Hostel heißt das, in Michamvi im Südosten der Insel. Den Nachmittag verbringen wir vollkommen am Strand (… auf den Trümmern das Paradies. Dieses Leben ist so schön, wer braucht ein Leben danach?). Abends bringe ich die Beiden zum Daladala und stelle auf dem Rückweg fest, dass ich jetzt ganz alleine bin. Der Wächter, der auf dem Bambus-Turm hinter der Mauer des Resorts sitzt und sich langweilt, winkt mir zu. Ich muss lachen und wünsche Usiku Mwema. An der Bar in meinem Hostel aber stelle ich dann fest, dass ich kein bisschen alleine bin. Durch meinen winzigen Wortschatz Suaheli, den ich mir inzwischen angeeignet habe, bin ich offenbar Anlaufstelle für alle Getränke, die aufs Haus gehen. Im Hintergrund läuft Bob Marley in Dauerschleife. Später kommen noch andere Deutsche an die Bar, mit denen ich nochmal an den Strand baden gehe. Und dann irgendwann nachts in mein eigenes Zimmer. Mit meinem eigenen Bad. Mit meiner eigenen Dusche. Mit meinem eigenen Klo. Wunderbar. Aber schon nach dem Aufwachen habe ich doch wieder Sehnsucht nach Menschen. Ich darf an der Theke frühstücken, während die Barkeeper alle mit mir rumblödeln. Mit einigen von ihnen gehe ich anschließend zum Strand, der Ozean ist zu dieser Tageszeit allerdings irgendwo da ganz weit draußen.

Strandspaziergang und Reis mit Calamari!

Ich habe Lust auf einen Spaziergang, den Strand entlang. Die Jungs wollen lieber dableiben. Also gut, doch alleine. Nach einigen Kilometern sehe ich weit und breit keinen Menschen mehr. Bis mir jemand von einer der Korallenklippen etwas auf Englisch zuruft. Ich antworte auf Suaheli, was ihn so freut, dass er mich auf einen Mangosaft einlädt. Ich will aber noch ein bisschen weiter, so vertröste ich ihn auf später, badai. Im Schatten eines dieser ausgetrockneten Korallenriffe mache ich es mir nach einigen weiteren Kilometern gemütlich und lese ein bisschen. Schließlich drehe ich doch um, ich habe Lust auf Mangosaft. An der Stelle, wo man mir vorhin zugerufen hat, ist eine kleine Treppe in die Korallenklippe hinein gespült. Als ich oben bin, begegne ich zuerst Sultan. Ein Junge mit wasserstoffblonden Locken. Sein Papa ist Ali, der mir vorhin zugerufen hat, seine Mama kommt aus Finnland. Das mit dem Mangosaft klappt nicht so ganz, weil Stromausfall ist. Aber dafür habe ich mal wieder eine Kuschelklette gefunden. Und als ich gerade gehen will, weil ich inzwischen echt hungrig bin, kommt Reis mit Calamari. Eine riesige Schüssel für mich. Einfach so. Karibu. Als Sultan Nachmittagsschlaf machen geht, nehmen Ali und ich den Weg nach Michamvi auf uns. Er hat da auch einige Dinge zu erledigen. Am Strand liegen einige hohle Kokosnüsse, was ihn auf die Idee bringt, mich demnächst mal auf eine Kokosnuss einzuladen. Au ja! Donnerstag, gerne! Mittwoch nämlich habe ich schon etwas Anderes vor.

Auf den Nachtmarkt in Stone Town

Ich fahre nach Stown Town, um Flora zu besuchen. Bei der Familie, bei der sie untergebracht ist, darf ich auch eine Nacht schlafen. Da bemerke ich, dass ich durch mein Hostel die Kultur schon fast wieder vergessen habe. Ich darf im Hinterhof dabeisitzen, wie all die Kinder zu Abend essen und den Reis auf dem Boden rumkrümeln. Schon wieder Kuschelkletten. Flora und ich essen noch nichts, denn abends gehen wir zu viert, noch mit zwei anderen Mädchen, auf den Forodhani Night Market, ein ziemlich großer Markt in der Nähe des Hafens, wo man die ganze Nacht über lukullischen Genüssen nachgehen kann. Ich esse da Sansibarische Pizza. Mit Schokocreme, Erdnussbutter und Banane. Das ist eher sowas wie ein Crêpe, aber heißt halt Pizza. Am Ufer treffen wir Brudi, einen Freund von Flora. Rafiki! Wir bringen ihn bis zu einer Reggea-Party und überlegen, ob wir uns das jetzt auch noch antun sollen, entscheiden uns aber lieber dafür nach Hause zu fahren, zu duschen, zu schlafen und morgen früh zurück in mein Hostel nach Michamvi zum Baden zu fahren.

Curry, Kokosnuss und Frühstück aufs Haus

Wir beide also wieder mit dem Daladala nach Michamvi. Flora und ich. Während es aus Kübeln schüttet (Kübeldusche, haha). In meinem Hostel essen wir thailändisches Curry zum Mittag und werfen uns später in den Ozean. Als die Sonne schon etwas tiefer steht, begeben wir uns zu Ali, der die versprochene Kokosnuss für uns da hat. Erst trinken wir sie und dann löffeln wir sie aus. Und Sultan ist natürlich auch höchst erfreut. Am Abend machen wir es uns in meinem Hostel in einer Hängematte gemütlich, beobachten die Sterne und reden bis spät in die Nacht. Dass Flora am nächsten Morgen auch frühstückt ist kein Grund zum Erzürnen. Für niemanden. Im Gegenteil, wir bekommen sogar Saft aufs Haus dazu.

Mein letzter Tag auf Sansibar

Freitag, der 30. Dezember. Mein letzter Tag hier. Rhabarber, Rhabarber, Rhabarber! Wir sind den ganzen Tag über am Strand, trinken Wasser, schwimmen im Wasser und ich bekomme schon wieder einen Sonnenbrand. Abends schlendern wir nochmal den Strand entlang und werden an einer Bar auf einen Mango-Ananas-Passions-Saft eingeladen und führen äußerst tiefgründige Gespräche über die Konsistenz des Sandes am Lagerfeuer. Plötzlich habe ich das Gefühl, alles zu verstehen. Ich spreche fließend Suaheli, nach fünf Wochen (jedenfalls kommt es mir so vor). Hand in Hand schlendern Flora und ich zurück und legen uns aber doch noch am Strand hin, um die Sterne zu beobachten, während der Sand in abgezählten Körnern unter unseren Körpern knirscht.

Und dann heißt es Abschied nehmen von Tansania

Samstag. Samstag bedeutet Abschied. Mein Kram ist gepackt, alle Jungs vom Hostel versammeln sich, um sich zu verabschieden und es gibt nochmal Saft aufs Haus. Das waren doch bloß fünf Nächte hier! Aber alles ist mittlerweile so vertraut wie meine Comic Kiste. Flora und ich knuddeln alle und gehen dann zum Daladala, um zum Flughafen zu gelangen. Da warten wir noch ein bisschen zusammen, bis ich einchecken kann und Flora zurück nach Stone Town fährt, wo sie mit Lukas und Julian Silvester feiern wird, die nun aus Arusha auch nach Stone Town kommen.

Mitbringsel aus Tansania und Rückflug nach Deutschland

Vor dem Einchecken kaufe ich noch Bananen und tansanisches Bier, Kilimanjaro Bier. Und verstaue es ganz tief in meinem Rucksack. Ich habe keine Ahnung, ob man Alkohol ausführen darf und wenn ja, wie viel. Prompt wird mein Rucksack aus dem Verkehr gezogen. Ob da Flüssigkeiten drin sind, fragt die Kontrolleurin mich genervt auf Englisch. Naja, drei Mal Bier, murmle ich auf Suaheli. Da muss sie lachen, sagt ich solle den Rucksack zu lassen und wünscht mir eine gute Reise. Aha, so geht das also. Der Beamte, der mein Visum nun als ungültig stempelt, ist wohl auch sehr gut gelaunt und fragt mich über alles Mögliche aus. Da Silvester ist, bin ich aber auch eine der einzigen Passagiere im Flughafengebäude. Nach einem weiteren sehr netten Gespräch mit jemandem aus dem Oman, darf ich an Bord gehen. Will ich das …? Ich habe einen Fensterplatz, neben Matt und Garrett, zwei Jungs aus San Francisco. Wir verstehen uns so gut, dass wir beschließen für Mitternacht zusammen zu bleiben und das neue Jahr zu zelebrieren. Und schon wieder werde ich eingeladen, Vanilla Frappé zum Anstoßen. Wir hatten mit irgendetwas Spektakulärem gerechnet, einer Durchsage oder so. Nichts passiert. Aber wir haben eine wunderbare Stunde zusammen, bis die beiden zu ihrem Anschlusszug müssen. Also begebe auch ich mich zu meinem Gate. Gate A11. Doha nach Frankfurt. Alles voller grimmig schauender Deutscher. Aber ich scheine so zu strahlen, dass jeder Qatar Airways Mitarbeiter, dem ich begegne, lachen muss und mir "Happy New Year" wünscht. Und dann sitze ich da, auf dem Boden vor dem Gate und versuche das alles aufzuschreiben, was ich in den letzten Tagen erlebt habe. Neben mir sitzt ein Tansanier, der mir einen Kaugummi schenkt und meint, ich hätte eine schöne Schrift, bevor er im Gate A10 nach Istanbul verschwindet. Mein Flugzeug hat Verspätung, aber das ist mir mehr als Recht. Ich will alles in die Länge ziehen, so wie ich es auch gerade mit dieser Erinnerung tue. Beim Fliegen schaue ich „Kevin allein zu Haus“, schlafen kann ich sowieso nicht und reden will irgendwie niemand.

Wieder daheim: Vom Sommer in den Winter

In Frankfurt plumpst mir mein Rucksack entgegen. Den schultere ich und kaufe mir ein Bahnticket, allerdings gehe ich nicht davon aus, dass der Bahnhof so weitläufig ist. Der ICE hat jedoch auch Verspätung, sodass ich ihn gerade noch so bekomme. Draußen liegt Schnee. Ich weigere mich, meinen dicken Pullover anzuziehen. Bis ich in Freiburg, noch immer im tansanischen Shirt, auf den Bahnsteig steige. Nur um zu zeigen, dass ich in Afrika war. Aber da ist niemand, weit und breit. Das ist verzeihlich, es ist ja auch der Morgen des 01. Januars. Aber ich ziehe dann doch mal besser den Pullover über, während ich eine Viertelstunde auf die Straßenbahn warte. Noch immer kein Mensch in Sicht. Und dann steige ich wirklich ein und fahre nach Hause. In mein Kellerzimmer. Und jetzt …? Ich weiß es nicht. Ich weiß doch selber nicht wo lang. Wohin. Vielleicht wandere ich nach Wien? Um ins Theater zu gehen. Vielleicht nach Berlin? Um ins Theater zu gehen. Die Welt ist mein zu Hause. Pathetisch? Egal. Isso.

Farmarbeit in Tansania Erfahrungsbericht von Fiona L, 15.02.17

Zum Projekt

Bildergalerie

Fionas Ausblick auf die unglaubliche Natur Tansanias
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Auch neue Freunde hat sie in ihrem Projekt kennengelernt
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Fionas Bett in der RGV Unterkunft, von Moskitos geschützt
Fionas Bett in der RGV Unterkunft, von Moskitos geschützt
Hier wird nach der Farmarbeit Essen gekocht
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Einer ihrer Schützlinge im Farming Projekt in Tansania
Einer ihrer Schützlinge im Farming Projekt in Tansania