Erfahrungsbericht aus einem College in Tansania

Als ich als Lehrerin in Tansania unterrichtete

Nach dem Lehramtsstudium erst mal ein Auslandspraktikum!

Im Oktober 2015 habe ich einen Freiwilligendienst in Tansania absolviert. Da ich in Deutschland im September meine Lehramtsausbildung abgeschlossen hatte, entschied ich mich für ein Praktikum als Lehrerin. Mein Projekt: Studenten unterrichten in Tansania.

Bildung für Menschen aus armen Verhältnissen

Mein Projekt in Tansania war ein College. Schüler können hier auf dem zweiten Bildungsweg ihren Abschluss nachholen. Alle meine Schüler waren bereits einmal durch die Abschlussprüfungen gefallen und sollten nun auf einen weiteren Versuch vorbereitet werden. In Tansania gibt es viele Schulen, an denen die Klassen bis zu hundert Schüler umfassen. Die Klassen werden in der Regel von nur einer Lehrkraft unterrichtet. Da ist es oft kein Wunder, dass die Schüler die Abschlussprüfungen nicht bestehen. Nur private Schulen bilden eine Ausnahme. Doch die meisten Menschen in Tansania können sich die Schulgebühren nicht leisten. Das College möchte das ändern und versucht eine möglichst günstige Schulbildung anzubieten. Deshalb stammten meine Schüler hauptsächlich aus armen bis sehr armen Familien.

Meine Arbeit als Lehrerin am College

Bereits am zweiten Tag nach meiner Ankunft habe ich alleine unterrichtet und zwei komplette Fächer für acht Wochen übernommen. Die Umstellung von der deutschen zur englischen Sprache fiel mir erstaunlich leicht. Den Unterricht musste ich mit nur wenigen Hilfsmitteln, die mir zur Verfügung gestellt wurden, vorbereiten. Selbst Kreide gab es an manchen Tagen überhaupt nicht, sodass mein geplanter Unterricht spontan verändert werden musste. Auch die deutsche Pünktlichkeit musste ich lernen abzulegen. Denn in Tansania und besonders in Dar es Salaam nimmt man es mit der Pünktlichkeit nicht ganz so genau.

Insgesamt war das Projekt perfekt für mich. Durch meine vorherige Ausbildung in Deutschland fühlte ich mich gut auf meine Aufgaben vorbereitet. Dadurch, dass ich sofort zwei Fächer übernommen habe, habe ich mich in dem Projekt sehr nützlich gefühlt.

Die Unterbringung im College - sehr zu empfehlen!

Gewohnt habe ich auch direkt im College. Dieses besteht aus mehreren Gebäuden, die alle auf einem Grundstück stehen. Der Direktor wohnte mit seiner Frau in einem zweiten Gebäude auf dem Grundstück. Mit ihnen habe ich gefrühstückt und zu Abend gegessen. Deshalb fühlte sich meine Unterbringung für mich eher wie die Unterbringung in einer Gastfamilie an. Ich kann jedem diese Unterbringung nur empfehlen.

Ausflüge mit meiner wunderbaren Gastfamilie

Meine Gastmutter führte sehr gerne Touristen herum und machte auch mit mir den einen oder anderen Tagesausflug. Das Tolle daran war, dass sie mir Plätze zeigte, die typisch afrikanisch waren. Das sind in Dar es Salaam zum Beispiel der Fischmarkt, Kariakoo oder Coco Beach. Am Ende haben wir uns auch die eher westlich geprägten Teile der Stadt angesehen wie es vor allem Oysterbay ist. Dadurch hatte ich das Gefühl, die Einstellung der Tansanier gegenüber uns "wazungus" – den "Weißen"  besser zu verstehen.

Neben meinen Gasteltern hatte ich auch noch tolle Gastgeschwister. Sie waren alle wunderbare Gastgeber! Neben einem Ausflug nach Bagamoyo mit meinem jüngsten Gastbruder fuhr ich ein Wochenende nach Boko, einem Stadtteil am Meer im Norden von Dar Es Salaam. Ein weiteres Wochenende verbrachte ich auf Sansibar.

Bei all den Unternehmungen mit meiner Gastfamilie hatte ich das Gefühl, dass ich das reale Tansania kennen lernen durfte. Denn wir machten nicht nur Sightseeing Touren,  sondern auch Ausflüge, auf denen mir meine Gastfamilie die Kultur näher brachte; Sei es durch das Essen unterwegs, die tansanische Kleidung die sie mir zeigten oder die Lieder auf Suaheli, die sie mir beibrachten.

Fazit zu meinem Auslandsaufenthalt: Eine wunderschöne Zeit!

Ich bin sehr dankbar für diese schöne Zeit, die ich in Tansania hatte. Vor allem aufgrund meiner tollen Gastfamilie.Tansania ist wirklich etwas ganz anderes als Deutschland, aber wenn man sich auf das Abenteuer einlässt, kann es ganz wunderbar werden.

Erfahrungsbericht aus einem College in Tansania von Simone D., 12.01.16

Zum Projekt

Bildergalerie

Simone's Kollegen am College in Tansania
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Hier ist Simone beim Kochen abgeblitzt
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Bunte Kleider und neue Freunde - die RGV Zeit am College in Tansania
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