Erfahrungsbericht aus der Schule und Kindertagesstätte in Uganda

Einmal Afrika, immer wieder Afrika!

Die Perle Afrikas

Was kommt den meisten in den Sinn, wenn sie an Afrika denken? Uns würden da spontan natürlich zuerst endlose Savannen, exotische Früchte und imposante Tierherden einfallen. Was noch? Der König der Löwen mit Timon und Pumbaa ist auch ganz weit oben auf der Liste. Das hat sich für uns am 5. Januar 2016 früh morgens alles geändert.

Nach etwa 12 Stunden sind wir am Flughafen Entebbe ankommen und sind dann weiter nach Kampala gefahren, wo wir nun vier Monate und fünf Tage verbracht haben.

Wie alles begann

Marie und ich kennen uns seit ca. drei Jahren aus der Uni – aus Sympathie wurde schnell eine enge Freundschaft. So eng, dass wir eines schönen Tages in unserem Lieblingscafé saßen und ich Marie von meinem Plan erzählte, nach dem Bachelorabschluss wieder nach Uganda zu fliegen, um dort mit Kindern zu arbeiten. Bereits vor sechs Jahren verbrachte ich sechs Wochen in Uganda über eine Kinderhilfswerks-Organisation und unterstützte Projekte in Krankenhäusern, Schulen und sonstigen Einrichtungen. Schon damals war mir klar – DAS ist mein Land! Ich muss wiederkommen. Unbedingt.

Und genau das tat ich dann auch. Es hat ungefähr 15 Minuten gebraucht, in denen Marie die Geschichten, die ich ihr über Afrika erzählte, so faszinierend fand und einfach mal direkt beschlossen hat, mit mir mitzufliegen. Einfach so! Aber diese schnelle und vielleicht voreilige Entscheidung hat sich bewährt (Leute, seid spontan!) und schnell haben wir uns für die Organisation Rainbow Garden Village entschieden.

Ankunft in Uganda

Am Flughafen klappt alles hervorragend, unser Teamleiter vor Ort – Lubangawartet schon auf uns und bringt uns für eine Nacht ins Hotel, von wo aus wir morgens losmarschieren zur Stadtführung, zu SIM-Karten-Besorgungen und vielem mehr. Mit dem Kleinbus-Taxi machen wir uns dann auf nach Kasangati, einer kleinen Stadt ca. 30 Minuten von Kampala entfernt – bei dem starken Verkehr der viel befahrenen Straßen war es wohl eher eine Stunde. Hier in Kasangati laufen wir dann ungefähr zehn Minuten, bis wir unsere Unterkunft erreichen – in einer Nebengasse der Hauptstraße Kira Road befindet sich das Haus unserer Gastfamilie.

Unsere Unterkunft in der Gastfamilie

Joseph und Irene, sowie ihre drei kleinen Kinder (Vianney, Wencey, Benah) begrüßen uns herzlich und zeigen uns unser neues Zuhause. Marie und ich haben unser eigenes Haus mit drei Zimmern. Jeder hätte sein eigenes Zimmer gehabt, aber mit Hilfe von Lubanga und Joseph haben wir das eine Bett aus dem zweiten Schlafzimmer mit ins erste gestellt, damit wir zusammen in einem Zimmer schlafen können.

Das andere Zimmer benutzen wir nun als Abstellraum für unsere Koffer und die zahlreichen Spielsachen und Spenden für die Kinder, die unsere tollen Freunde und Familien uns mitgegeben haben. Das Wohnzimmer hat einen tollen Schaukelstuhl und genügend Stauraum für unsere Mitbringsel und Kleidung. Das Bad hat tatsächlich ein Klo IM HAUS (Plumpsklo, aber man muss nicht nachts raus!!!).

Da wir uns sozusagen mitten in einem afrikanischen Dorf befinden (die Straße auch voller Staub, da sie nicht geteert ist) gibt es kein fließendes Wasser – das heißt, jeden dritten oder vierten Tag Wasser in Kanistern holen, allerdings hat die Familie einen großen Wassertank, so dass wir nicht zum Brunnen müssen, sondern direkt ums Eck abzapfen können.

Zur Begrüßung finden wir zwei Stofftaschentücher, auf die unsere Gastfamilie süße Willkommensbotschaften geschrieben hat.

Freiwilligenarbeit in Grundschule und Kindertagesstätte

Ich finde es erstaunlich, wie schnell die Kinder und Lehrerinnen der Grundschule und Tagesstätte uns ins Herz geschlossen haben. Sobald wir am Montagmorgen die Tür zu unserer Klasse betreten, rufen die Kinder alle "Teacher, Teacher!" und springen von ihren kleinen, bunten Plastikstühlchen auf, um uns zur Begrüßung zu umarmen.

Mit Sarah, unserer betreuenden Lehrerin, ist das Zusammenzuarbeiten unfassbar leicht, weil sie offensichtlich viel von uns hält und uns vollkommen vertraut, die Kinder unter Kontrolle zu bekommen und ihnen etwas beibringen zu können. Da kann es dann auch mal vorkommen, dass sie für eine Stunde verschwindet, um im Büro ihre Aufgaben zu erledigen. Man darf viele Aufgaben selber übernehmen, aber bekommt auch jederzeit Hilfestellung, falls man etwas nicht versteht und sich unsicher ist.

Die Kinder hören uns zu und erledigen die Aufgaben, die wir ihnen auftragen (auch wenn es manchmal ziemlich lange dauert). Man kann sehen und nahezu fühlen, wie viel Respekt und Liebe sie uns entgegenbringen. Ich habe so unglaublich viel von ihnen gelernt: Kleinigkeiten, aber auch das Wichtige im Leben wertzuschätzen, Begeisterung und Enthusiasmus für nahezu alles aufzubringen, egal wie banal es zu sein scheint, das Leben zu lieben und gelassen zu sein.

Es wird viel gesungen, und schnell lernen wir einige Lieder in Luganda. Unser Favorit ist ein Kinderlied über Entchen (die nicht zählen können und es deshalb immer wiederholen müssen). Für alle die vorhaben nach Uganda zu reisen: Lernt den Liedtext jetzt schon auswendig – ihr werdet die Helden der Schule sein!!!

Das ugandische Kinderlied

"Fe tuli embat ento – tetumanyi kubala – tubalanga tudamu – emu, bbiri, ssatu, nya – tano, mukaaga, musana munana – mwenda, ne kumi – AGAIN!!!"

Den Großteil unserer vier Monate verbringen wir in Kindergarten, Grundschule und Mutter-Kind-Tagesstätte und unterrichten alle Klassen bis zur zweiten Klasse!

Abenteuer-Touren und Reisen in Uganda

Als meine Schwester Nicole uns besuchen kommt, reisen wir durch Tansania und machen einen Strandurlaub auf Sansibar mit Tauchen, Schildkröteninsel, Delfinschwimmen und Dschungel-Gewürztour (gebucht über RGV – super lohnenswert!). Falls ihr sehr abenteuerlustig seid, könnt ihr mit dem Bus nach Dar-es-Salaam fahren, aber die 40-stündige Fahrt ist sehr holprig und rasant und je nach Glück kann der Bus keine Fenster haben, was dann ziemlich kalt werden kann (wir sprechen aus Erfahrung). Das Flugzeug ist da die wesentlich entspanntere Alternative.

Fazit zu meiner Freiwilligenarbeit in Uganda

Zusammenfassend kann ich sagen, dass unsere Zeit in Uganda eine der schönsten Zeiten meines Lebens war. Unsere Gastfamilie ist zu unserer eigenen Familie geworden, zahlreiche Tränen sind geflossen, als wir uns verabschieden mussten.

Auch in der Schule wurden wir für ein ganzes Semester als feste Mitglieder und Freunde angesehen, und uns wurde 100 Mal gesagt, dass wir jederzeit wieder willkommen sind (ob als Besucher oder feste Arbeitskräfte). Es gab nichts was wir hätten ändern wollen.

Das Essen in der Gastfamilie abends ist immer reichlich und genügend. Solange ihr offen für eine neue Kultur seid und euch nicht auf den Luxus, den wir in Europa haben oder unsere Standards versteift, werdet ihr es lieben!

Es bleibt viel Zeit, um am Wochenende rumzureisen oder die Stadt zu erkunden. Noch ein kleiner Tipp von uns: Fragt eure Gastfamilie oder Freunde nach ihren "persönlichen" Boda-Boda-Fahrern (Motorrad-Taxis). Solange ihr Fahrer habt, denen die Einheimischen vertrauen, ist das ziemlich sicher, aber fahrt abends, wenn es dunkel ist, am besten gar nicht damit.

Ich weiß, dass wir ganz bald wieder Flüge nach Uganda buchen werden… einmal Afrika, immer wieder Afrika. Ein großes Dankeschön an das RGV Team für die super Beratung und Durchführung, jederzeit wieder mit euch! In diesem Sinne: Hakuna Matata und ganz viel Spaß bei eurem Trip – es lohnt sich!

Grundschule und Kindertagesstätte Uganda, Erfahrungsbericht von Sanna A., 13.05.16

Zum Projekt

Bildergalerie

Die Kindertagesstätte in Uganda
Die Kindertagesstätte in Uganda
Vorbereitungen für den Unterricht an der Schule in Uganda
Vorbereitungen für den Unterricht an der Schule in Uganda
Beim Lernen in der Schule in Uganda
Beim Lernen in der Schule in Uganda
Die Einrichtung ist bunt bemalt
Die Einrichtung ist bunt bemalt
Ein Ausschnitt aus dem Schulleben
Ein Ausschnitt aus dem Schulleben
Eine Rechentafel, die im Klassenzimmer vorhanden ist
Eine Rechentafel, die im Klassenzimmer vorhanden ist
Auch die Kleinsten werden beschäftigt und umsorgt
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Während eines Ausflugs in Uganda
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Auf dem Markt gibt es viel zu sehen
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Mit den Motorrad Taxen kommt Sanna und ihre Volunteer Freundin von Ort zu Ort
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