Erfahrungsbericht aus dem Fußball Projekt in Ghana

Meine Freiwilligenarbeit als Fußball Trainer in Accra

Die Ankunft in Accra

Am 6.4.2015 kam nach monatelanger Vorbereitung endlich der Tag, an dem ich mein großes "Ghana-Abenteuer" startete! Vom Münchener Flughafen flog ich über den Londoner Flughafen Heathrow nach Accra, der Hauptstadt Ghanas. Nach einem 6-stündigen Flug kam ich abends dort an und konnte kurz darauf schon einen ersten Eindruck der klimatischen Veränderung erfahren. Meinen Reisetag begann ich in München bei 4 Grad und beendete ihn letztlich in Ghana bei 30 Grad (um 22.30 Uhr, Ortszeit). Obwohl meine Ankunftszeit sehr spät war, durfte ich noch am gleichen Abend Mama Mina und all ihre Volunteers kennenlernen. Zu mehr als einem kurzen Gespräch war ich jedoch nach der langen Reise nicht mehr in der Lage.

Tolle Volunteers, herzliche Mama Mina!

Am nächsten Morgen, beim täglichen gemeinsamen Frühstück konnte ich in Ruhe alle Volunteers richtig kennenlernen und ich verstand mich von Anfang an sehr gut mit ihnen. An diesem nun für mich ersten Tag in Ghana wurde ich noch einmal herzlich von Mama Mina begrüßt und wir unterhielten uns sehr lange. Mama Mina war während meines ganzen Aufenthaltes in Ghana wie eine zweite Mutter für mich, half mir in jeder nur erdenklichen Situation und hatte stets ein offenes Ohr für mich und meine Probleme.

Kulturelle Einführung und Sicherheitshinweise im Orientierungs-Programm

Mit einer anderen Volunteering absolvierte ich meine sogenannte "Eingewöhnungswoche", in der wir alles Wichtige über das Land Ghana und dessen Kultur lernten. In dieser Woche nahmen wir z.B. an einer Stadtführung durch Accra teil, lernten einiges über die Vergangenheit Ghanas kennen und bekamen eine kurze Einführung in die Landessprache (das Twi). Mama Mina gab uns wichtige Hinweise darüber, wie wir uns zu verhalten hatten, um unseren Aufenthalt so sicher und angenehm wie möglich zu gestalten.

Freiwilligenarbeit als Fußball Trainer im Kinderheim

Nach diesem Orientierungs-Programm wurde ich zu meinem Fußball Projekt gebracht, einem Kinderheim, das etwa eine Stunde von Mama Minas Haus entfernt ist. Ursprünglich war ich dort eigentlich nur für das eigene Fußballteam des Kinderheims als Coach vorgesehen. Da ich aber gleich unzählige Angebote zum Helfen und zum Arbeiten bekam, half ich neben meiner Tätigkeit als Coach auch noch in anderen Bereichen mit.

Meine Hauptaufgabe bestand darin, den Coach der Fußball Mannschaft als Assistent zu unterstützen. Ich übernahm Teile des täglichen Trainings, organisierte den Spielbetrieb und kümmerte mich um die persönlichen Belange der einzelnen Spieler. Zur Veranschaulichung möchte ich hier kurz einen typischen Tagesablauf von mir beschreiben.

Der Tagesablauf im Fußball Projekt

Ich begann meinen Tag sehr früh (um 5.30 Uhr), da aufgrund der Hitze das tägliche Training schon um 6.00 Uhr stattfand. Wir trainierten jeden Tag etwa 2-3 Stunden, sodass wir dann ca. gegen 9 Uhr frühstücken konnten. Rein theoretisch wären meine Tagesaufgaben damit schon erledigt gewesen.

Deshalb stand ich dann im weiteren Tagesablauf immer sehr eng mit dem Team-Manager in Verbindung und somit arbeiteten wir jeden Tag an organisatorischen Dingen, die das Team betrafen. So schafften wir es während meines Aufenthaltes in Accra, eine eigene Facebook Seite für das Team zu erstellen. Außerdem konnten wir alle Spieler durch eine kleine finanzielle Spende von mir für zwei Jahre mit einer Gesundheitsversicherung versorgen und schafften es nach einigen bürokratischen Hürden alle Spieler offiziell bei dem ghanaischen Fußballverband anzumelden.

Ruhezeit nach dem Mittagessen

Nach dem Mittagessen kehrte für 1-2 Stunden ein bisschen Ruhe ein. Meist ruhte ich mich ein wenig aus, wich der glühenden Sonne etwas aus und begann dann nochmals zwei bis drei Stunden mit dem Team-Manager zu arbeiten. Nahezu jeden Tag trafen sich ein paar Spieler und ich gegen 5 Uhr nachmittags und spielten immer noch ein bisschen Fußball zusammen.

Viel Zeit für Gespräche

Nach diesen meist heiß umkämpften Partien gab es Abendessen. Zum Ausklang eines jeden Tages saßen die Spieler und ich oft noch lange im Freien und unterhielten uns meist bis tief in die Nacht. Uns gingen nie die Gesprächsthemen aus. Ich durfte viel von dem für die Afrikaner weit entferntem Europa erzählen.

Liga-Turniere und Wochenend-Ausflüge

Unter den Volunteers von RGV ist es normal so üblich, dass man am Wochenende von seinem Projekt "heimkommt", also zu Mama Mina, und von dort aus dann Ausflüge und Reisen in das ganze Land macht. Dadurch, dass ich am Sonntag mit meinem Team immer ein Spiel im Ligabetrieb zu bestreiten hatte, reiste ich meistens getrennt an und wieder ab.

Trotzdem konnte ich mit den anderen Volunteers einige wunderschöne Ausflüge in die verschiedensten Region machen. Wir besuchten z.B. die Volta-Region und übernachteten unter freiem Himmel. Des Weiteren machten wir Wochenendausflüge nach Cape Coast oder nach Busua, einer der wenigen Orte in Ghana wo man sich unter Touristen aus der ganzen Welt wiederfindet.

Fazit: Das Ghana-Abenteuer hat sich absolut gelohnt!

Abschließend kann ich voller Überzeugung sagen, dass sich mein "Ghana-Abenteuer" vollkommen gelohnt hat und dass ich es jedem noch Zweifelnden nur ans Herz legen kann, so eine Erfahrung einmal selbst zu machen. Genau diese Erfahrung zu machen, mich allein in einer durchaus anderen Welt "durchzuschlagen" war mein Ansporn für diese Reise. Das mir dies gelungen ist, ist meine größte persönliche Errungenschaft aus dieser Zeit! Diese Erfahrung wird mich mein Leben lang begleiten und bereichern.

Erfahrungsbericht aus dem Fußball Projekt in Ghana von Ludwig F., 26.01.16

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Bildergalerie

Das Fußballteam in Ghana
Das Fußballteam in Ghana
Das Fußballfeld im Projekt in Ghana
Das Fußballfeld im Projekt in Ghana