Länderinfos über Namibia

Demokratische Republik Namibia

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Namibia Infos

Allgemeines zu Namibia

Namibia hat 2,3 Millionen Einwohner und ist etwa doppelt so groß wie Deutschland. Es liegt im Südwesten Afrikas und ist umgeben von den Nachbarländern Angola, Botswana, Sambia und Südafrika. Nach Westen hin grenzt das Land an den Atlantischen Ozean. Namibia ist eine ehemalige deutsche Kolonie, deren Name von der Wüste Namib stammt. Die Namib erstreckt sich über den gesamten Küstenraum. Auch zum Osten hin geht das Land in eine Wüstenregion über: Die Kalahari. Am Rand dieser Halbwüste befindet sich auch das Gobabis Wildlife Ressort mit unserem Volunteer Dorf, sowie das Forschungs-Zeltcamp.

Das Binnenland ist landschaftlich sehr vielfältig: Von fruchtbaren Tälern und tropischem Regenwald im Norden über zerklüftete Bergketten in Zentralnamibia und flachem Land im Süden. Die Vielfalt in Landschaft und Klima findet sich auch in der Tierwelt wieder: Namibia gilt als das artenreichste Land der Erde! Die Hauptstadt Windhoek liegt im Mittelpunkt des Landes. Sie ist das wirtschaftlich-kulturelle Zentrum des Landes und stellt deshalb auch einen der Haupt-Standpunkte für deinen Einsatz dar.

Klima

In Namibia erwarten dich verschiedene Klimazonen. Die Regenmengen nehmen von Osten nach Westen und von Norden nach Süden hin ab und die Sonne scheint durchschnittlich an 300 Tagen im Jahr. Die heißesten Monate sind Dezember und Januar, am kältesten ist es im Juli und August – also genau umgekehrt wie in Deutschland. In den Wüstenregionen steigen die Temperaturen im Sommer auf über 30°C an, im Winter können sie nachts auf bis zu minus 18°C sinken. Temperaturunterschiede von über 20°C innerhalb eines Tages sind keine Seltenheit! Im Küstenbereich hingegen musst du dich das ganze Jahr über auf starke und kühle Winde einstellen. Da die Wassertemperatur des Meeres kaum über 15°C steigt, ist Namibia für Badeurlaub nicht gerade geeignet. Windig ist es, wie der Name schon sagt, aber auch in der Hauptstadt Windhoek das ganze Jahr über. Bei durchschnittlichen Sommertemperaturen von 30°C ist das sehr erfrischend. Eine Besonderheit stellt der Caprivi-Zipfel im Nord-Osten dar: In diesem flussreichen Gebiet fällt im Sommer viel Regen und es ist sehr schwül. Auch Überschwemmungen kommen hier vor. Informiere dich über die Wetterlage, bevor du einen Ausflug dorthin unternimmst!

Bevölkerung

Nicht mehr als ca. 2,3 Millionen Menschen leben in dem flächenmäßig relativ großen Land. Die meisten Menschen wohnen in den Städten in Nord- und Zentralnamibia, allein Windhoek hat mehr als 350.000 Einwohner. Die Bevölkerung Namibias wächst dabei stetig: Bringt eine deutsche Frau im Durchschnitt 1,4 Kinder zur Welt, so liegt die Rate in Namibia bei 2,3. Das namibische Volk ist dabei sehr vielfältig: Etwa 12 Volksgruppen machen Namibia zu einem Vielvölkerstaat, wobei mehr als die Hälfte der Namibier den Ovambo angehören. Die Lebenserwartung in der ehemaligen deutschen Kolonie liegt dank Verbesserungen im Gesundheitssystem heute bei ca. 64 Jahren. Mit einem Durchschnittsalter von knapp 22 Jahren ist die namibische Bevölkerung also ein „sehr junges Volk“. Du siehst: Wenn du mit Kindern und Jugendlichen arbeiten möchtest, bist du in Namibia am richtigen Ort!

Volunteering in Namibia wird immer auch die Konfrontation mit Armut sein. Zwar gehört das Land zu den wohlhabenderen Ländern Afrikas, doch die schwarze Bevölkerungsmehrheit leidet an Mangel und Unterversorgung. Ein noch immer schwach ausgeprägtes Bildungswesen zieht auch in Namibia hohe Arbeitslosigkeit nach sich. Einen Kontrast dazu bildet eine weiße Elite, sowie eine noch kleine schwarze Mittelschicht, deren Lebensstandard europäischen Verhältnissen gleicht. Ein großer Unterschied besteht auch zwischen Land und Stadt: Relativ wohlhabende Städte liegen ärmlichen Landregionen gegenüber und das Phänomen der Landflucht bereitet Namibia zunehmend Probleme. Nicht nur rund um Windhoek breiten sich deshalb Armenviertel aus.

Sprache

Die alleinige Amtssprache in Namibia ist heute Englisch. Bis 1990 waren dies auch Afrikaans und Deutsch. Neben den Bantusprachen Otjeherero und Oshivambo haben sie heute den Status von „Nationalsprachen“. Eine „Nationalsprache“ darf als Unterrichtssprache genutzt und in Verwaltung und Rechtsprechung verwendet werden. Viele weitere Minderheitensprachen runden das Bild ab und spiegeln die ethnische und kulturelle Vielfalt Namibias wieder. Deutsch wird heute vor allem in Zentral- und Südnamibia gesprochen: Dort gibt es etwa 20.000 deutsche Muttersprachler. Aber sehr viele Namibier sprechen Deutsch als Zweitsprache oder verfügen zumindest über Grundkenntnisse. Das Deutsche hat sich auch in zahlreichen Nischen erhalten: Orts- und Straßennamen werden dir oft auf Deutsch, oder auch einer Mischung aus Deutsch, Englisch und Afrikaans begegnen. Entdecke selbst, wo überall „deutsche Überreste“ zu finden sind!

Religion

Die große Mehrheit der Namibier sind Christen: Ungefähr 87% der namibischen Bevölkerung sind Anhänger einer christlichen Kirche. Die übrigen 13% gehören einer der verschiedenen traditionellen afrikanischen Naturreligionen an. Muslime gibt es, anders als in Nordafrika, in Namibia kaum und religiöse Konflikte sind hier auch kein Thema. Das Christentum kam im Zuge der Missionierung im 19. Jahrhundert nach Namibia und hat durch Mischung mit traditionellen Glaubenselementen seine eigene Ausprägung entwickelt. Entdecke Kirche einmal ganz anders, als du sie von Europa kennst!

Geschichte

Um Land und Leute zu verstehen und sich angemessen zu verhalten ist es wichtig, einige Züge der Geschichte Namibias zu kennen. Die Geschichte Namibias ist vor allem Kolonialgeschichte: Die ersten Europäer kamen zwar schon Ende des 15. Jahrhunderts ins Land, erst im 19. Jahrhundert jedoch nahm die Zuwanderung englischer, portugiesischer und deutscher Siedler Fahrt auf. Im Jahr 1884 wurde ein Teil Namibias zur deutschen Kolonie „Deutsch-Südwestafrika“ erklärt. Jahrelang andauernde Spannungen zwischen den einheimischen Herero und den deutschen Siedlern eskalierten 1904 in einem Aufstand. Dieser mündete in einen Krieg, der bis 1907 dauerte und mindestens 70.000 Opfer auf Seiten der Herero nach sich zog.
Es ist nachvollziehbar, dass diese Erfahrung sich traumatisch ins Gedächtnis dieser Volksgruppe eingebrannt hat. Auch wenn dich niemand für die in der Vergangenheit begangenen Gräueltaten verantwortlich machen wird: Sei sensibel dafür im Umgang mit den Einheimischen!
Im ersten Weltkrieg ging Deutsch-Südwestafrika dann an Südafrika über. Eine Erleichterung brachte dieser Machtwechsel für das namibische Volk aber nicht, denn mit den Südafrikanern kam auch die Apartheid mit all ihren Instrumenten zur Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung ins Land.

Politische Lage und Sicherheit

Nach einem langen Befreiungskampf erlangte Namibia am 21.03.1990 endlich Unabhängigkeit von Südafrika und ist seither eine stabile Demokratie in der Frieden herrscht. Alle fünf Jahre finden freie Wahlen statt. Es gibt mehrere Parteien und Menschenrechte sowie Pressefreiheit sind verfassungsrechtlich geschützt – keine Selbstverständlichkeit für afrikanische Länder. Im Hinblick auf Kriminalität ist Namibia eines der sichersten Länder Afrikas. Es gibt seit längerem keine Reisewarnung vom auswärtigen Amt. Gerade in größeren Städten wie Windhoek aber sind Diebstahl und Trickbetrügereien keine Seltenheit. Insbesondere nach Anbruch der Dunkelheit solltest du dich nicht alleine auf Windhoeks Straßen bewegen. Verängstigt brauchst du dennoch nicht sein: Unser Team vor Ort wird dir sagen, welche Vorsichtsmaßnahmen du treffen kannst, damit dein Aufenthalt sicher und entspannt verläuft.
Als Volunteer konsumierst du keine Drogen – und das ist auch gut so, denn Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden in Namibia sehr hart bestraft. Schon der Besitz von kleinen Mengen kann Geld- und Gefängnisstrafen nach sich ziehen. Rauchen in der Öffentlichkeit ist im Übrigen zwar erlaubt, wird aber nicht gern gesehen.

Kulturelle Besonderheiten

Namibier sind ein stolzes Volk. Die einzelnen Volksgruppen legen viel Wert auf ihre kulturellen Eigenheiten. Herero z.B. tragen dies auch gerne öffentlich zur Schau und präsentieren sich in faszinierenden Trachten. Bevor du sie aber fotografierst, solltest du um Erlaubnis bitten. Manche verlangen einen kleinen Geldbetrag. Begegne den Einheimischen mit Respekt! Vergiss nicht, dass gerade die Deutschen ihren Beitrag dazu geleistet haben, dass das Land sich nur verzögert entwickeln konnte. Vielleicht kannst du dir vornehmen, die Spuren der Vergangenheit durch ein umso verantwortungsbewussteres Auftreten zu verwischen und ein neues Bild vom „Deutschen“ zu etablieren!?

(Quellen: hdr.undp.org, auswaertigesamt.de, bmz.de, cia.gov/library/publications/the-world-factbook/, giz.de, namibia.de, worldbank.org, faostat3.fao.org)

Länderinfos über Namibia

Länderinfos über Namibia: Sehenswürdigkeiten und Reisetipps

  • Windhoek

Unabhängig für welche der Einsatzstellen du dich entschieden hast, wirst du in Windhoek landen und von hier aus in dein Freiwilligenprojekt starten. Viele unserer Projekte haben ihren Standort auch direkt in Windhoek. Die Hauptstadt Namibias wirkt trotz ihrer Größe (ca. 350.000 Einwohner) überschaubar. Sie besitzt ein modernes Stadtzentrum, mit Gebäuden aus deutscher Kolonialzeit und großen, modernen Einkaufszentren, in denen man so gut wie alles bekommen kann. Auf deinen Ausflügen kannst du hier auch Namibias Nationalmuseum besichtigen. Windhoek ist eine Stadt voller Energie, was besonders im Viertel Katutura zu spüren ist. Dort kannst du z.B. dem farbenfrohen Herero-Markt einen Besuch abstatten.

  • Kalahari

Die Kalahari-Wüste ist eine der größten Sandwüsten der Welt und erstreckt sich über die Ländergrenzen hinweg. Ihr Bild ist vom charakteristischen roten Sand und dem Okavango Flussdelta geprägt. Hier kann man, aufgrund des ganzjährigen Wassers, viele Tiere zu Gesicht bekommen. Weite Teile der Kalahari sind erklärte Naturschutzgebiete. Die Tagestemperatur beträgt meist über 30°C, nachts kann das Thermometer allerdings unter 0°C sinken. Es gibt in der Kalahari vergleichsweise viele Regenfälle, die beste Reisezeit ist daher von April bis Oktober. Wenn du dich für unser Projekt Gobabis Farm entschieden hast, wirst du am Rande der Kalahari wohnen.

  • Etosha Nationalpark

Der Etosha Nationalpark liegt in der Etoshapfanne. Er zählt zu den wildreichsten Naturschutzgebieten.  Bei Safaris kannst du hier die Big 5 zu Gesicht bekommen.

  • Fish River Canyon

Der Fish River Canyon ist nach dem Grand Canyon der größte Canyon der Welt. Hier kann man auf Trekkingtouren durch die zerklüftete Felslandschaft an den verschiedenen Gesteinsschichten die urzeitlichen Erdbewegungen erkennen.

  • Köcherbaumwald

Er liegt in der Nähe von Keetmanshoop. Köcherbäume sind eigentlich keine Bäume, sondern gehören zur Gattung der Sukkulenten, die aber in baumartiger Form wachsen. Vor allem die Blüte im Winter ist ein toller Anblick.

  • Namib-Naukluft-Nationalpark,

In ihm befinden sich Sossuvlei, eine Lehmsenke, die von bis zu 300m hohen roten Dünen umgeben ist und Death Vlei mit seinen grotesken Baumskeletten.

  • Mondlandschaft im Swakoptal

In diesem fast vegetationslosen Tal findest du in bizarren Steinformationen tolle Fotomotive. Hier kannst du auch die Welwitschia-Pflanzen finden, die in Namibias Wappen enthalten sind und als älteste Pflanzenart symbolisch für den Überlebenskampf stehen.

  • Fingerklippe

(afrikaans: Vingerklip), eine 35 m hohe Felsnadel im Ugab-Tal.

  • Der markante Waterberg

Ein Tafelberg nördlich von Windhoek. Auf dem Plateau befindet sich ein Nationalpark, in dem man geführte Wanderungen unternehmen kann.

  • Der Caprivi-Streifen

In diesem tropischen Paradies im Nordosten Namibias gibt es mehrere Nationalparks durch die Elefantenherden ziehen. Außerdem befinden sich hier nahe der Grenze die Victoriafalls,  die größten Wasserfälle Afrikas.

  • Die legendäre Skelettküste

Eine unwirtliche, schroffe Küstenlandschaft mit Sicheldünen. Hier findet man Robbenkolonien und alte Schiffswracks.

  • Geisterstadt Kolmannskuppe (Kolmanskop)

Eine Siedlung mit ehemaliger Diamantenmine. Mit dem Einstellen des Minenbetriebes haben die Bewohner dieses Städtchen verlassen. Über die Jahre hatten Wind und Sand sich den Ort zurückerobert. Heute sind die Häuser zum Teil wieder originalgetreu hergerichtet und als Museum genutzt.

  • Die Felsgravuren in Twyfelfontein

Sie wurden zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Die Zeichnungen sind bis zu 10.000 Jahre alt und stellen hauptsächlich Jagdszenen und Tiermotive dar.

Für Wen ist Namibia geeignet?

Durch die vielen verschiedenen Einsatzbereiche und die frei wählbare Aufenthaltsdauer (1-12Monate) sind Freiwilligenarbeit und Praktika in Namibia auch für Afrika-Einsteiger sehr gut geeignet. Wenn du Lust hast, dich in einem unserer Hilfsprojekte sozial zu engagieren, dann sind die einzigen Voraussetzungen eine gute Grundfitness und ausreichende Englischkenntnisse. Das RGV-Team heißt dich willkommen (siehe Bilder aus Namibia)!

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