Länderinfos über Ghana

Republik Ghana

Vorwort: In unseren Länderinfos über Ghana möchten wir dir aus unserer langjährigen Erfahrung das westafrikanische Ghana vorstellen. Bitte nimm dir die Zeit und lies dich ein.

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Allgemeines zu Ghana

Ghana liegt in Westafrika, ist etwas kleiner als Deutschland und hat ca. 26 Millionen Einwohner. Das landschaftlich sehr vielfältige Land grenzt an die Elfenbeinküste, Burkina Faso und an Togo und öffnet sich an seiner langen Südküste dem Atlantischen Ozean. Jahreszeiten, wie du sie aus Europa her kennst, gibt es in Ghana nicht. Stattdessen wechseln sich hier Regenzeit und Trockenzeit ab. Weil das Land nur rund 540 km nördlich des Äquators liegt, sind Tage und Nächte hier fast gleich lang. Dabei ist das gesamte Land eher flach: Der höchste Berg, der Mount Afadjato, ist gerade einmal 885m hoch. Landschaftsprägend ist darüber hinaus der Volta-Stausee, das größte künstlich angelegte Gewässer der Erde. Die Hauptstadt Accra, Startpunkt deines Freiwilligen-Einsatzes, liegt an der Südküste und zählt ca. 2 Millionen Einwohner.

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Klima

Vier Landschafts- und Klimazonen prägen das Land: Die trockene Steppenlandschaft im Norden geht Richtung Süden in zunehmend feuchtere Savannenlandschaft über, mündet in tropischem Regenwald und endet schließlich in der Savanne des Küstenstreifens. Parallel dazu gibt es ein Temperaturgefälle von Norden nach Süden. Werden im Norden unter Wüstenwindeinfluss schon einmal bis zu 42 °C erreicht, so liegt gen Süden die Durchschnittstemperatur bei ca. 30°C, in der Trockenzeit etwas niedriger. Hier kann die Temperatur in den Monaten Juli und August auch auf Werte unter 15°C sinken.
Klimabeherrschend in Ghana ist der Wechsel von Regenzeiten (April bis Juni und September bis Oktober) und Trockenzeit (November bis Februar). Die Niederschläge in der Regenzeit werden dich beindrucken, sind aber nicht immer ganz ungefährlich. Wolkenbruchartig öffnet sich dann der Himmel und es regnet mitunter so heftig, dass es zu Überschwemmungen kommen kann. Besonders die Region um Axim ist dafür bekannt. Sorge also für angemessene Kleidung, wenn dein Einsatz in diese Zeit fällt. Am besten hältst du bei allen Ausflugsplänen stets Rücksprache mit unserem Team vor Ort.

Bevölkerung

Die rund 26 Millionen Ghanaer gehören verschiedensten Volksgruppen an. Zählungen kommen auf bis zu 120 verschiedene ethnische Gruppierungen. Eine genaue Zahl zu nennen ist aber schwierig, da die Stämme sich zunehmend untereinander mischen und die frühere Abschottungspolitik nicht mehr strikt eingehalten wird. Die größten Volksgruppen sind die Akan (ca. 49%), die Mossi (ca. 17%) und die Ewe (ca.13%). Anfang der 60er Jahre zählte Ghana nur knapp 7 Millionen Menschen. Die Bevölkerung ist seitdem rapide angewachsen und hat sich bis heute fast vervierfacht! Der Trend der letzten Jahre ist aber eher rückläufig. Im Schnitt bekommt eine ghanaische Frau heute 3,8 Kinder – in den 60er Jahren waren es noch mehr als 6.
Dass die Menschen in Ghana im Schnitt sehr jung sind, zeigt die Gegenüberstellung mit Deutschland: Mit 21 Jahren sind sie durchschnittlich 25 Jahre jünger als die Deutschen! Im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern hingegen, werden die Ghanaer deutlich älter: Die Lebenserwartung in Ghana ist seit 1960 von 46 auf 61 Jahre angestiegen. Verbesserungen im Gesundheitssystem und der wirtschaftliche Aufschwung der letzten Jahrzehnte wirkten sich also auch positiv auf das Leben des Einzelnen aus.

Sprache

Bei so vielen verschiedenen Volksgruppen gibt es natürlich auch jede Menge unterschiedlicher Sprachen in Ghana. Zählungen kommen auf bis zu 100 Sprachen und Mundarten. Wie bei der Volkszugehörigkeit, so sind auch bei der Sprache die Akan-Sprachen dominierend. Am zweithäufigsten wird die Ewe-Sprache gesprochen. Sie gehören beide zu der Familie der sogenannten Kwa-Sprachen und du kannst sie in unseren Sprachkursen vor Ort erlernen. Vereint werden die verschiedenen Sprechweisen in der Amtssprache Englisch. Englisch solltest auch du beherrschen, wenn du dich in einem unserer Projekte engagierst.

Religion

Über 70% der Ghanaer gehören dem christlichen Glauben an, ungefähr 18% sind Muslime. Muslime leben vor allem im Norden des Landes und praktizieren einen relativ toleranten Islam: Frauen verschleiern sich in der Regel nicht und Mischehen mit Andersgläubigen werden akzeptiert. Anders als z.B. in Nigeria, wo Boko Haram die Menschen mit terroristischen Angriffen in ständige Angst und Unruhe versetzt, kommen religiöse Konflikte in Ghana nur ganz vereinzelt vor.
Daneben haben auch verschiedene traditionelle Naturreligionen überlebt und den Missionierungsbemühungen von Christentum und Islam widerstanden. Wie auf dem übrigen afrikanischen Kontinent auch, kannst du in Ghana verschiedenste religiöse Mischformen beobachten. Entdecke, wie kreativ die Einheimischen traditionell afrikanische Glaubensinhalte mit religiösen Elementen der eingewanderten Völker kombinieren!
Im Allgemeinen hat Religion in Ghana einen deutlich höheren Stellenwert als in westeuropäischen Ländern und eine ausgeprägte Religiosität ist sozusagen eine Selbstverständlichkeit. Wenn der Glaube für dich also überhaupt keine Rolle im Leben spielt, könnte dies bei den Einheimischen Verwunderung hervorrufen. Ablehnung brauchst du als Nicht-Religiöser von den offenherzigen Ghanaern aber nicht zu befürchten.

Wirtschaft

Angesiedelt sind die meisten Ghanaer im südlichen Teil des Landes, wo die wirtschaftliche Situation und der Lebensstandard um ein Vielfaches größer ist als im dünnbesiedelten Norden. Besonders die reichen Rohstoffvorkommen an Gold, Kakao und Erdöl machten den Süden reich und veranlassen auch gegenwärtig immer mehr Nordghanaer zum Umzug in den Südteil. Während der Norden also zunehmend verarmt, erlebte Südghana seit Ende der 90er Jahre einen regelrechten Wirtschaftsboom, der sich auch auf das Pro-Kopf-Einkommen der Bürger ausgewirkt hat: Durchschnittlich hat sich das Einkommen für den Einzelnen seit dem Jahr 2000 nahezu vervierfacht! Lange Zeit galt das Land als die am schnellsten wachsende Volkswirtschaft Afrikas. Inzwischen ist das rapide Wachstum allerdings deutlich abgeschwächt: Im Jahr 2014 war Ghana das Land mit der weltweit labilsten Währung und musste schließlich Hilfskredite beim Internationalen Währungsfond (IWF) beantragen. Das überdurchschnittlich hohe Bruttoinlandsprodukt Ghanas zeigt aber, dass es dem Land im Vergleich zu anderen afrikanischen Staaten nach wie vor gut geht.

Geschichte

Wer als Europäer nach Ghana reist, sollte sich einige historische Hintergründe bewusst machen. Diese prägen das kollektive Bewusstsein der Ghanaer bis heute: Kolonialisierung, Gold- und Sklavenhandel sind hierbei die zentralen Schlagworte. Erstmals betraten im Jahr 471 Europäer ghanaisches Land: Portugiesische Seefahrer landeten an der Küste Ghanas, entdeckten die reichen Goldvorkommen und begannen bald mit regem Handel. Zunächst war es ein Geben und Nehmen: Gold gegen Stoffe, Alkohol und besonders auch Waffen. Davon profitierte insbesondere die Volksgruppe der Aschanti, die in der Goldregion angesiedelt war. Die Aschanti waren es auch, die auf ghanaischem Land ab dem 16. Jahrhundert eines der schwärzesten Kapitel der Menschheitsgeschichte mitschrieben, indem sie den Sklavenhandel aktiv unterstützten. Ghanas Küste war einer der Hauptumschlagsorte für diesen grausamen Menschenhandel, der bis ins 19. Jahrhundert andauern sollte. Schätzungen zufolge wurden dabei 20 bis 30 Millionen Schwarzafrikaner über den Atlantik nach Amerika und die karibischen Inseln verschleppt.
Gold und Sklaven lockten im Verlauf der Geschichte auch Engländer, Niederländer, Deutsche, Schweden und Dänen ins Land, die ihrerseits untereinander um die Vormachtstellung kämpften. Ende des 19. Jahrhunderts waren es dann die Briten, die zunächst das Aschantireich und später auch den Norden des Landes als Kolonie unter ihre Herrschaft brachten.

Politische Lage und Sicherheit

Seine Unabhängigkeit erlangte Ghana am 6. März 1957. Es war damit das erste Land Afrikas, das sich von der Britischen Krone löste. Da Ghana aber Vollmitglied im Commonwealth of Nations blieb, war diese Loslösung keine komplette Abkehr vom ehemaligen Kolonialherren. Es folgten unruhige Jahre mit mehreren Militär-Aufständen. Der 1981 ebenfalls durch Staatsstreich an die Macht gekommene Jerry Rawlings jedoch war es, der Ghana im Jahr 1992 eine demokratische Verfassung gab, das Mehrparteiensystem einführte und freie Wahlen installierte.
Seither herrscht relative politische Stabilität im Land und gewaltsam ausgetragene Konflikte kommen lediglich im äußersten Norden vereinzelt vor, wo bis heute Landverteilungsstreitigkeiten schwelen. Dennoch bleibt auch das Auswärtige Amt bei seiner positiven Einschätzung der Sicherheitslage in Ghana, wenn es als Hauptgefahren nur Kleinkriminalität zu nennen weiß. Dass du trotzdem vorsichtig sein solltest, auf deine Wertsachen achten und dich – besonders als Frau – nachts nicht alleine auf Ghanas Straßen bewegen solltest, ist dir hoffentlich bewusst. Lass dich nicht von Leichtsinn treiben und sprich alle deine geplanten Unternehmungen mit unserem Team vor Ort ab. Beachte außerdem die rigiden Bestimmungen zum Umgang mit Betäubungsmitteln: Drogenbesitz bzw. –konsum wird auch bei kleinsten Mengen mit Haftstrafen von mindestens 5 Jahren bestraft und auf Handel mit Drogen stehen 10 Jahre Gefängnis und mehr.

Kulturelle Besonderheiten

Die Menschen, denen du in Ghana begegnen wirst, werden dich positiv überraschen: Mit einer unglaublichen Offenheit und Neugier begegnen sie dir und treten mit dir in Kontakt, sofern du es nur zulässt. Verschlossenheit ist in Ghana sozusagen ein Fremdwort und wer sich einkapselt, irritiert: Reserviertheit könnte als Ablehnung missverstanden werden. Darum: Komm aus dir heraus, öffne dich den Menschen – sie werden dich herzlich aufnehmen! Vermeide jedoch bei Begrüßungen die Hände mit der linken Hand zu schütteln! Generell gilt die linke Hand als unrein, so dass du nach Möglichkeit für jeden Austausch und jede Berührung die rechte Hand nehmen solltest. Das gilt im übrigen auch für Linkshänder!
Orientiere dich in deinem Verhalten am besten generell an den Einheimischen, beobachte sie, passe dich an, lerne von ihnen. Lerne vor allem bald die ghanaische Begrüßung: Das Fingerschnipsen! Es wird der Brückenbauer für dich werden! Charakteristisch für Ghanaer ist außerdem ihre Hilfsbereitschaft: Ungefragt eilen sie dir zu Hilfe, packen mit an, geben dir Rat. Du wirst das so oft erleben, dass dein anfänglich vielleicht empfundenes Misstrauen solchen Hilfsangeboten gegenüber bald schwinden wird. Die Menschen in Ghana feiern sehr gerne, sie nennen das „festival“: Auch auf Beerdigungen wird 2 Tage gefeiert und nur einen Tag lang getrauert. Lass dich anstecken von der ghanaischen Lebensfreude!
Mit weiteren Hinweisen über die Besonderheiten Ghanas werden wir dich nach deiner offiziellen Anmeldung durch Zusendung deines individuellen Reise-ABC versorgen. Natürlich ist außerdem unser Team vor Ort der Ansprechpartner für all deine Fragen, Do’s und Dont’s.

(Quellen: hdr.undp.org, auswaertigesamt.de, bmz.de, cia.gov/library/publications/the-world-factbook/, giz.de, worldbank.org, faostat3.fao.org)

Länderinfos über Ghana

Ghana Infos Sehenswürdigkeiten und Reisetipps:

  • Kokrobite

Nur 20km außerhalb von Accra findest du einen schönen Palmenstrand der weniger stark besucht ist als die Strände in Accra. Mit dem Trotro können unserer Volunteers ganz einfach von Accra Circle aus direkt anreisen. Achtung: An Stränden sollte man stets aufpassen und nichts unbeaufsichtigt herumliegen lassen.

  • Butre Beach

Butre Beach ist ist ein ca. 3km langer Strandabschnitt wie im Bilderbuch. Ein kleines Dörfchen 2 Gäste Lodges und sonst nur endlos langer Palmen Sandstrand. Die Anreise dauert 4 bis 5 Stunden und geht nur über einen Zwischenstop in Takoradi. Tolle Unterkunft bietet z.B. Ellis Hide Out, direkt am Strand gelegen.

  • Kakum Natinal Park

Die Schwebebrücken des Kakum National Parks sollte man auf jeden Fall gesehen haben. Nördlich von Cape Coast liegt einer der üppigsten Regenwälder Ghanas. Die Schwebehängebrücken befinden sich unmittelbar zwischen den Baumkronen des Regenwald Riesen. Ein muss für jeden Reisenden in Ghana.

  • Cape Coast

Die frühere Sklavenhochburg ist heute noch ein Mahnmal an vergangene Tage. Das Cape Coast Castle mit seinem „Gate of no return“ war für lange Zeit der größte Standort des Sklavenhandels. Nach Schätzungen wurden 90% Prozent aller nach Amerika verschifften Sklaven durch diese Castle deportiert, viele Menschen verloren bei der Verschiffung ihr Leben. Teilweise erreichten nur 10 % aller Sklaven an Bord das amerikanische Festland.
Die Führung im Cape Coast Castle gehört auf schmerzhafte Art und Weise zu Ghanas Geschichte und sollte in deiner Itinerary nicht fehlen.

  • Shi Hills

Zwischen Tema und Akosombo triffst du auf den Shi Hills Park, bekannt für seine Antilopen und Affenvielfalt. Das Arial ist grasbewachsen und mit großen Felsen bestück, in denen man mit etwas Glück Affen beobachten kann. Ein wirklich schöner Ausflug fürs Wochenende!

  • Lake Bosomtwe

Weltweit jüngster Meteor Kratersee mit absolut mystischem Faktor. Wer wirklich mal zu sich kommen möchte ist hier goldrichtig. Es führt nur ein schmaler Schotterweg entlang des Sees. Rings herum befinden sich 24 Dörfer, die einfacher nicht sein könnten. Die Menschen am See sind zum Großteil Selbstversorger und leben sehr autark. Von Abono, dem Hauptort aus sollte man den Weg entlang dem Paradise Hotel suchen und eine Wanderung bis zum 4. Dorf „Anyiniatiase“ einschlagen. Wer Übernachten möchte, sollte das Rainbow Garden Village Guesthouse direkt vor Anyiniatiase aufsuchen. Ein wirklich optimaler Platz um sich selbst zu finden. Trommelei, Gesang und Tiere, und vor sich ein Kreisrunder mystischer See mitten in Ghanas County Side.

  • Mampong Plato

Auf dem Weg nach Kumasi kannst du dir Zeit für das Platoe nehmen. Es ist Ghanas höchste Erhebung und die Aussicht von oben ist einfach nur Atem beraubend: So weit das Auge reicht ein grünes Meer aus Regenwald! Einheimische nennen das Plato auch Prayers Mountain. Menschen ziehen sich dort hin zurück und beten mehrere Tage ohne zu Essen. Eine Zwischenübernachtung ist erforderlich, um am nächsten Tag nach Kumasi weiterreisen zu können.

  • Boabeng Fiema

Auch bekannt als das Affendorf Ghanas. Dort leben die Menschen einer Gemeinschaft mit den kleinen Stummelbart Affen. Das Dorf scheint eine einzige Spielwiese für Affen zu sein. Die Menschen glauben, dass sie als Affen in Ihrem Dorf wiedergeboren werden und begraben ihre Affen teilweise wie Menschen auf dem Friedhof. Ein lohnenswerter Zwischenstopp auf dem Weg in den Norden.

  • Mole National Park

Über Tamale erreicht man Ghanas größten National Park. Beachte aber: Die Anreise ist beschwerlich und dauert den ganzen Tag. Besser man legt einen Zwischenstopp rund um Kumasi ein. Für Volunteers ist das Baboo`s Cafe ein beliebter Treffpunkt. Im Mole Nationalpark besteht die ghanaweit einzige Möglichkeit, Großtiere wie Elefanten und Wildkatzen zu beobachten, so dass man gerne die strapaziöse Anreise in Kauf nimmt.

Für wen ist Ghana geeignet?

Auf Grund der sehr umgänglichen Mentalität der Ghanaer und unserer familiären Betreuung vor Ort ist Ghana geeignet für Jung und Alt (siehe Bilder aus Ghana). Salopp gesagt heißen wir alle von 16 bis 99 Jahre willkommen, solange eine gesundheitliche Grundfitness besteht und gute Englischkenntnisse vorhanden sind. Als Volunteer musst du nicht fließend Englisch sprechen können, jedoch solltest du in der Lage sein, ein Gespräch auch mit Hilfe von Umschreibungen führen zu können. Wenn du dir nicht sicher bist, ob deine Sprachkenntnisse ausreichen, vereinbaren wir mit dir gerne ein lockeres Interview auf Englisch und geben dir im Anschluss eine ehrliche Rückmeldung.


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